5. Untersuchungen und Diagnose

An wen wende ich mich mit Schmerzen?

Erster Ansprechpartner sollte immer die/der AllgemeinmedizinerIn sein. Diese/r entscheidet nach einer genauen Erhebung Ihrer Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung über das für Sie optimale weitere Vorgehen.

Wichtige AnsprechpartnerInnen und ExpertInnen bei Schmerz

Wenn Sie unter Schmerzen leiden, dann müssen Sie mit diesen nicht alleine fertig werden. Schmerztherapie ist ein Zusammenspiel verschiedenster Disziplinen der Gesundheitsversorgung.

  • ÄrztInnen
    Führen neben der medikamentösen Therapie auch andere Maßnahmen zur Schmerzlinderung durch. Sie koordinieren das Team der ExpertInnen aus mehreren Berufsbereichen. 
  • Pflegekräfte
    Sind mit pflegerischem Wissen wichtig im Team der SchmerztherapeutInnen.
  • PhysiotherapeutInnen/ErgotherapeutInnen
    Leisten mit Bewegungstherapie und physikalischen Maßnahmen einen wichtigen Beitrag.
  • PsychotherapeutInnen
    Helfen den psychischen Aspekt von Schmerzen zu behandeln.
  • SozialarbeiterInnen
    Bei Problemen im sozialen Umfeld kann es hilfreich sein, professionelle Unterstützung zu bekommen.

Wichtig ist es, dass Sie Hilfe suchen und annehmen. Die erste Anlaufstelle dafür stellt die Ärztin/der Arzt dar, die/der alle weiteren notwendigen Schritte mit Ihnen besprechen wird.

Weitere Anlaufstellen

  • Schmerzambulanzen
    Ihr/e behandelnde/r Ärztin/Arzt wird Sie, wenn notwendig, an eine spezialisierte Schmerzambulanz überweisen. Das dortige Fachpersonal ist besonders erfahren im Umgang mit SchmerzpatientInnen. Dabei arbeiten die oben erwähnten Gesundheitsberufe eng zusammen. Sie haben in diesen Ambulanzen meistens auch die Möglichkeit, an laufenden Studien zur Schmerzbehandlung teilzunehmen.
  • Selbsthilfegruppen
    Der Austausch mit anderen Betroffenen kann ein wichtiger Aspekt der Schmerztherapie sein. Dabei können Sie erfahren, wie andere SchmerzpatientInnen ihren Alltag meistern und hilfreiche Ideen für Ihren eigenen Umgang mit Ihren Schmerzen bekommen. Selbsthilfegruppen können durch die Gewissheit, nicht alleine zu sein mit den eigenen Beschwerden, auch eine psychische Unterstützung bieten.

Der Arztbesuch

Bei Ihrem Arztbesuch wird die Ärztin/der Arzt versuchen, Ihre Beschwerden möglichst detailliert zu erfassen. Daher ist es sinnvoll, sich schon vorab mit Fragen, die Ihnen möglicherweise gestellt werden, auseinanderzusetzen und Ihre Symptome genau zu beobachten und zu dokumentieren. Denken Sie auch daran, alle bisherigen Therapieversuche und deren Erfolge oder Misserfolge in Ihre Überlegungen miteinzubeziehen.

Wichtige Fragen beim Arztbesuch

Die/der behandelnde Ärztin/Arzt wird Ihnen einige Fragen zu Ihren Schmerzen stellen, die wichtig sind, um ein genaues Bild Ihrer Beschwerden zu bekommen. Im Folgenden sind einige beispielhafte Fragen aufgelistet. Hilfreich kann es sein, wenn Sie sich vorher überlegen und notieren:

  • Wo tut es weh?
  • Wann tritt der Schmerz auf?
  • Wie lange dauert er?
  • Wie stark ist der Schmerz?
  • Wie ist der Schmerz?
  • Wie beeinflusst der Schmerz mein tägliches Leben?
  • Welche Therapien wurden bisher durchgeführt?

Vorbereitung auf das Arztgespräch

Notieren Sie schon vor dem Arztbesuch Ihre Antworten auf die häufigsten Fragen. Oft ist es gar nicht so leicht, aus dem Stegreif genaue Infos zu jedem Detail Ihrer Beschwerden zu liefern. Es kann daher sinnvoll sein, schon im Vorhinein Ihren Körper zu beobachten und eine Beschreibung Ihrer Beschwerden zu notieren. So haben Sie bei Ihrem Arztbesuch sicher alles Wichtige parat. In dieser Lektion finden Sie eine Liste mit vielen wichtigen Fragen zum Downloaden.

Diagnose von Schmerzen

Abhängig von der Art und Lokalisation Ihrer Schmerzen werden unterschiedliche diagnostische Methoden zur Anwendung kommen. Dabei ist es nicht sinnvoll, bei jeder Patientin/jedem Patienten die gleiche Diagnostik oder jede verfügbare Art von Test durchzuführen.

Schmerz ist, was der Patient sagt

Schmerzen sind am besten nachvollziehbar in Ihrer persönlichen Beschreibung. Nicht immer ist es möglich, Schmerzursachen mit einem Röntgenbild oder einer Laboruntersuchung darstellbar zu machen. Diese Diagnostik sollte also vor allem als Ergänzung zu Ihrem Schmerzbericht betrachtet werden. Am wichtigsten ist es, dass Sie Ihre Schmerzen gut beschreiben können, um eine zielgerichtete Therapie für Sie zu finden. Denn nur Sie selbst können eine verlässliche Aussage darüber treffen, wo Ihre Schmerzen sich befinden oder ob Ihre Schmerzen sich bessern.

Was passiert nach meiner Diagnose?

Ihr/e behandelnde/r Ärztin/Arzt wird Ihnen genau erklären, was diese Diagnose für Sie bedeutet. Sie werden gemeinsam alle weiteren Schritte in Ihrer Behandlung besprechen und Ihre individuellen Therapieziele festlegen. Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird Sie anschließend, wenn nötig, an die passenden FachkollegInnen oder an in Ihre Therapie eingebundene, nichtärztliche ExpertInnen weiterleiten, um Ihnen so rasch wie möglich zu helfen.

Downloads

  • Schmerz-Tagebuch Ein Schmerz-Tagebuch hilft dabei, den Schmerz besser zu verstehen und zu charakterisieren. Es gibt einen genauen Überblick über Zeit, Dauer, Art und Stärke der Schmerzen, aber auch über begleitende Faktoren, die den Schmerz beeinflussen.

  • Vorbereitung auf das Arztgespräch Das Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt bildet die Grundlage der Diagnose und Behandlung Ihrer Schmerzen. Hier finden Sie eine Liste an Fragen, die Sie sich vor dem Arztgespräch stellen können, um Ihre Beschwerden genau schildern zu können. Außerdem finden Sie hier eine Liste mit hilfreichen Formulierungen, wie Sie Ihre Schmerzen besser in Worte fassen.

  • Glossar Hier finden Sie begleitend zur Online-Kursreihe "Schmerzen erfolgreich bewältigen" alle wichtigen Begriffe gesammelt.

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Geprüft OA Dr. Wolfgang Jaksch: Stand Oktober 2020 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.

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