7. Verhalten während Schwangerschaft und Stillzeit

Was kann ich selbst tun, um das Risiko für einen Psoriasis-Schub während der Schwangerschaft möglichst gering zu halten?

Auslösende Faktoren für einen Psoriasis-Schub in der Schwangerschaft ähneln den Auslösern eines Schubes außerhalb einer Schwangerschaft sehr stark. So können zum Beispiel

  • eine den Körper belastende Infektion
  • zu viel Stress oder
  • eine extreme Austrocknung der Haut

dazu führen, dass bei Psoriasis (Schuppenflechte) ein neuer Schub ausgelöst wird. Deshalb sollte Ihr Körper nicht nur, aber besonders während einer Schwangerschaft vor diesen Belastungen geschützt werden.

Sind ich oder mein Ungeborenes besonders anfällig für Infektionskrankheiten?

Durch die Psoriasis besteht weder für Sie noch für Ihr ungeborenes Kind ein erhöhtes Infektionsrisiko. Deshalb müssen Sie keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen treffen, wenn Sie grundsätzlich auf eine gute Hygiene im Alltag achten.

Ein erhöhtes Infektionsrisiko kann jedoch durch die Einnahme bestimmter Medikamente hervorgerufen werden. Deshalb ist es wichtig, die genaue Medikation während der Schwangerschaft überprüfen zu lassen. So schützen Sie sich und Ihr Baby am besten vor Infektionen.

Darf ich im akuten Psoriasis-Schub Schmerzmedikamente einnehmen und wenn ja, welche sind geeignet?

Auch während einer Schwangerschaft dürfen bei Psoriasis (Schuppenflechte) Schmerzmedikamente zur akuten Schmerzstillung eingenommen werden. Besonders eignet sich hierfür Paracetamol, da es während der gesamten Schwangerschaft eingenommen werden darf.

Auch Ibuprofen darf von schwangeren PatientInnen eingenommen werden. Dies wirkt nicht nur schmerzstillend, sondern hat auch einen entzündungshemmenden Effekt. Die Anwendung von Ibuprofen wird allerdings nur bis zur 28. Schwangerschaftswoche empfohlen.

Kann ich trotz Psoriasis-Erkrankung mein Kind stillen?

Wenn Sie den Wunsch haben, Ihr Kind zu stillen, ist dies auch mit Ihrer Psoriasis-Erkrankung möglich. Nur in seltenen Fällen sind die Brustbereiche der Frau von Plaques der Psoriasis betroffen. Sollte dies der Fall sein, können diese Plaques mit Salben und Cremes sehr gut behandelt werden. Hier ist wichtig darauf zu achten, dass das Kind die Salben beim Stillen nicht schluckt.

Kann ich meinem neugeborenen Kind über Hautkontakt an betroffenen Stellen oder über die Muttermilch die Psoriasis übertragen?

Nein, die Psoriasis ist keine ansteckende Erkrankung und kann nicht übertragen werden. So stellen weder das Stillen noch Hautkontakt eine Gefahr für das Kind dar. Sie können Ihr Kind also bedenkenlos stillen und auch der Kontakt zu betroffenen Hautstellen ist unproblematisch.

Wie kann ich meine Haut an der Brust während der Stillzeit pflegen?

Da die Haut an der Brust durch das Stillen unter besonderer Beanspruchung leidet, ist eine gute Pflege sehr wichtig. Hier eignen sich besonders rückfettende Salben mit einem hohen Fettanteil oder Vaseline-ähnliche Präparate. So können Einrisse oder andere Verletzungen durch das Saugen des Kindes minimiert oder sogar ganz verhindert werden.

Wann kann es nötig werden, dass ich abstille?

Es gibt nur sehr wenige Umstände, unter denen Sie abstillen müssen. Ein möglicher Grund wäre beispielsweise, wenn Sie eine Therapie benötigen, die nicht mehr mit dem Stillen des Kindes vereinbar ist. Ein Beispiel hierfür wäre das Auftreten schlimmerer Symptome, die mit einem stark wirksamen Medikament, wie Methotrexat, behandelt werden müssen. Mit einem solchen Medikament darf das neugeborene Kind nicht in Kontakt kommen, weshalb ein Abstillen dann nötig wäre.

Da die neueren Psoriasis-Medikamente wie Biologika mittlerweile jedoch sehr gut mit dem Stillen vereinbar sind, lässt sich eine solche Therapie auch während der Stillzeit beginnen.

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Geprüft Ao.Univ.-Prof.in Dr.in Gudrun Ratzinger: Stand Juli 2023 | Quellen und Bildnachweis

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