4. Während der Kortisontherapie

Wann kann ich mit einer Wirkung von Kortison rechnen?

Ein großer Vorteil einer Kortisontherapie ist, dass diese sehr schnell wirkt. Innerhalb von wenigen Tagen bis etwa einer Woche zeigt sich in den meisten Fällen bereits eine deutliche Besserung der Beschwerden. Je höher die Dosis der Therapie dabei ist, desto schneller können Sie mit einer Wirkung rechnen. Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird vor Beginn der Therapie abwägen, wie hoch die Dosis sein muss, damit eine schnelle Besserung eintritt, aber das Risiko für Nebenwirkungen nicht zu hoch wird.

Was muss ich während der Kortsiontherapie beachten?

Eine Therapie mit Kortison wird von den meisten Patient:innen sehr gut vertragen und lindert oftmals in wenigen Tagen die Symptome. Sollten jedoch Nebenwirkungen auftreten, ist es wichtig, dass diese schnell erkannt und behandelt werden.

Hier finden Sie eine Liste mit möglichen Nebenwirkungen und wie Sie diese schnellstmöglich bemerken:

  • Steigender Blutdruck: 1x täglich Blutdruck messen
  • Entgleisung des Blutzuckers: Diabetiker:innen sollten häufiger als regulär empfohlen ihren Blutzucker kontrollieren
  • Grüner Star oder Grauer Star: Bei starken Augen- oder Kopfschmerzen sowie Seheinschränkungen sollten Sie sich an Ihre Ärztin/Ihren Arzt wenden
  • Gewichtszunahme/ Wassereinlagerungen: Wiegen Sie sich regelmäßig zur jeweils gleichen Uhrzeit und notieren Sie Ihre Werte

Um das Risiko für Nebenwirkungen zu reduzieren, sollten Sie während der Kortisontherapie auf Grapefruitsaft verzichten. Grapefruitsaft kann dazu führen, dass Kortison stärker wirkt und das Risiko für Nebenwirkungen ansteigt.

Zudem ist es wichtig, dass Sie das Kortison nicht selbstständig absetzen. Wenn die Therapie erfolgreich war, wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt Ihnen erläutern in welchen Schritten Sie das Kortison reduzieren und ausschleichen können.

Welche Kontrollen sind während meiner Kortison-Therapie sinnvoll?

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt sind unter der Kortisontherapie sehr wichtig. Zum einen kann bei diesen Untersuchungen überprüft werden, wie gut die Therapie wirkt und die Dosis gegebenenfalls reduziert oder angepasst werden. Andererseits können bei den Untersuchungen Nebenwirkungen erkannt und behandelt werden. Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird Sie dafür körperlich untersuchen, Ihren Blutdruck messen sowie die Blutwerte kontrollieren.

Der beste Zeitpunkt, um Kortison einzunehmen

Unser Körper unterliegt einem 24-Stunden-Rhythmus. Dieser signalisiert unserem Körper, wann es Tag ist und wir wach sein sollten und wann es Nacht ist und wir schlafen sollten. Kortisol wird in unserem Körper vermehrt morgens produziert und freigesetzt. Da unser Körper weiß, dass dies immer morgens passiert, wird uns also signalisiert, dass wir wach sein sollten.

Damit ihr Körper das zugeführte Kortison gut aufnehmen kann, ist es somit ratsam, dass Sie die Tabletten morgens einnehmen. Dadurch wird der natürliche Rhythmus des Körpers nachempfunden und das Kortison wird besser vertragen.

Wenn Sie das Kortison am Abend nehmen, kann es sein, dass Sie in der Nacht nicht einschlafen können, da Ihr Körper denkt, es sei morgens.

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Geprüft Prim. Dr. Hans Peter Gröchenig: Stand November 2023 | Quellen und Bildnachweis

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(Zirkardianer Rhythmus )
Biologisches Phänomen, das in einem Rhythmus von ungefähr 24-Stunden bestimmte körperliche Funktionen beeinflusst.  Ein Beispiel ist der Schlaf-Wach-Zyklus durch die Freisetzung des Schlafhormons.
Antikörper
(Immunoglobuline)
Eiweiße (Proteine), die von Zellen des Immunsystems gebildet werden, um Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren zu bekämpfen. Bei manchen Erkrankungen kann es zu einer fehlgeleiteten Bildung von Antikörpern gegen körpereigene Zellen oder Strukturen kommen.
Ausschleichen
In der Medizin Begriff für das schrittweise Reduzieren der Dosierung eines Medikaments bis zum Absetzen.
Eiweiße
Eiweiße, auch bekannt als Proteine, sind Makromoleküle, die aus Ketten von Aminosäuren bestehen. Sie spielen eine entscheidende Rolle im Aufbau und der Funktion von Zellen und Geweben im Körper.
Kortison
Kortison ist ein körpereigenes Hormon. Für therapeutische Zwecke wird es meist in höheren Konzentrationen verwendet und wirkt dann vor allem entzündungshemmend.