Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten für chronisch Kranke

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Für Menschen, die von chronischen Krankheiten oder Krebs betroffen sind, verändert sich vieles im Leben. Eine Problematik, die dabei nicht unterschätzt werden sollte, ist die oft schwierige finanzielle Situation, die jahrelange Therapien mit sich bringen. Hier finden Sie Tipps wo und wie chronisch kranke Menschen finanzielle Unterstützung finden können.

Welche Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung von chronisch Kranken gibt es?

Chronisch krank zu sein, bedeutet nicht zuletzt eine erhöhte finanzielle Belastung durch Pflege und Medikamentenbedarf. Um Menschen dabei zu unterstützen, gibt es im deutschen Sprachraum Pflegegelder in unterschiedlichen Varianten. Dazu haben Personen mit einer chronischen Erkrankung oft auch noch die Möglichkeit von Zuschüssen beim Kauf von Medikamenten oder medizinischem Hilfsbedarf. Für Familien mit chronisch kranken Kindern kann es auch eine zusätzliche Form der Familienbeihilfe geben.

An wen können sich Betroffene wenden?

In Österreich erhalten Sie Informationen zur Pflegeunterstützung von den öffentlichen Behörden, d.h. dem Sozialministerium. Der Antrag auf Pflegegeld ist an die Pensionsversicherung zu stellen. In Südtirol werden Anträge auf Pflegegeld an den jeweiligen Sozialsprengel gestellt. Ein/e Ärztin/Arzt oder Krankenpfleger/in führt dabei die Einstufung in die entsprechende Pflegestufe durch. Die Befreiung von der Rezeptgebühr wird in Österreich über den entsprechenden Versicherungsträger beantragt.

In Deutschland erfolgen die Beantragung und Auszahlung von Pflegegeld über die gesetzliche Krankenkasse. Von Zuzahlungen, die bei vielen Versicherungsleistungen anfallen, können sich chronisch Kranke befreien lassen, wenn diese 1 % – statt regulär 2 % – des jährlichen Bruttoeinkommens überschreiten. Es gibt außerdem die Möglichkeit der Auszahlung eines persönlichen Budgets, über welches in Form von Geldleistungen eigenständig verfügt werden kann. Beantragt und ausgezahlt wird es über verschiedene Träger, wie z.B. den Krankenkassen oder dem Sozialamt, Informationen bietet aber auch das Sozialministerium.

In der Schweiz erhalten chronisch Kranke Unterstützung durch die obligatorische Krankenversicherung. Die Invalidenversicherung ermöglicht Eingliederungsmaßnahmen und im Bedarfsfall Unterstützungsgelder. Dazu haben Sie unter Umständen Anspruch auf die sogenannten Ergänzungsleistungen. Informationen erhalten Sie bei den kantonalen Zweigstellen der Versicherungen.

Gibt es Vereine, die dabei helfen?

Die Herausforderungen, vor denen Betroffene von chronischen Erkrankungen stehen, sind vielfältig und die zu bewältigenden Behördengänge oft kompliziert und schwierig. Private Vereine können Ihnen dabei helfen.

Der Verein ChronischKrank in Österreich bietet Informationen und Unterstützung bei Antragsstellungen und Behördenwegen aber auch zu vielen anderen Themen des Alltags kranker Menschen. Dazu versteht sich der Verein als Interessensvertretung für chronisch kranke Menschen in der Öffentlichkeit und leistet entsprechende Medienarbeit.

Zum Teil ähnliche Aufgaben übernimmt der Verein für krebskranke und chronisch kranke Kinder Darmstadt in Deutschland. Neben finanzieller und organisatorischer Unterstützung von betroffenen Familien, bietet der Verein auch verschiedene Therapien an. Beratung und Hilfestellung in vielen Bereichen finden Sie außerdem bei der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland.

Daneben gibt es viele weitere Selbsthilfegruppen von und für Kranke und Pflegende. Diese sind oft weniger formell organisiert, bieten aber ebenfalls wertvolle Ratschläge, Informationen und Gesprächsmöglichkeiten mit Menschen in einer ähnlichen Situation.

Scheuen Sie sich nicht davor, Fragen zu stellen

Zusammen mit der ohnehin belastenden Diagnose einer chronischen Erkrankung, kann der zusätzliche finanzielle Aspekt Betroffene vor zahlreiche Hürden stellen. Gehen Sie es langsam an und informieren Sie sich Schritt für Schritt über zur Verfügung stehende finanzielle Unterstützung. Kontaktieren Sie Ihre Versicherung oder lokale Ämter, um alle Ihre Möglichkeiten auszuloten. Recherchieren Sie auch im Internet ob es Vereine oder Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe gibt, um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und Erfahrungen zu teilen. Eine Übersicht von Veranstaltungen verschiedenster Selbsthilfegruppen finden Sie auf selpers.com/termine

Autorin: Dr. med. Iris Herscovici

Bildnachweis: f9photos | Bigstock

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