Gesunde Buchführung

Mit einem Patiententagebuch wird der Verlauf einer Erkrankung dokumentiert. Das erleichtert die Zusammenarbeit zwischen ÄrztInnen und PatientInnen. 

Wie es weh tut? Die Frage hat wohl jeder schon gehört – ob jung oder alt und sie zu beantworten, fällt meist nicht leicht. Eben weil das subjektive Empfinden oft schwer in Worte gefasst werden kann. Dieses Erleben festzuhalten ist aber wichtig, gerade für die optimale Therapie. Die Führung eines Patiententagebuchs in das Beschwerden, Medikamenteneinnahme sowie etwaige Nebenwirkungen eingetragen werden ist nicht nur für die Arzt-Patienten-Kommunikation wichtig, es ermöglicht auch Wirkung und Erfolg der therapeutischen Maßnahmen besser zu überwachen.

Behandlungserfolg beeinflussen

Entscheidend für den Erfolg einer Behandlung ist immer die Mitarbeit der PatientInnen. Diese kommt vor allem beim Führen eines Patiententagebuches zum Tragen. Um möglichst genaue Ergebnisse bei der Analyse vom Krankheitsverlauf zu erzielen, ist eine regelmäßige Eintragung ins Tagebuch essentiell. Gesundheitszustand und Behandlungsmethoden, sowie auch die psychische Verfassung und Stimmung können täglich notiert werden. Aus den Notizen kann später nachvollzogen werden, ob Medikamente und Behandlung die erwünschte Wirkung erbringen, oder Änderungen vorgenommen werden sollten. Ein Patiententagebuch hilft nicht nur, wichtige Daten festzuhalten, sondern führt auch zu einer höheren Motivation bei der Bekämpfung der Krankheit. Betroffene werden so ermutigt ihre Arztbesuche, Kontrollen und wichtige Therapieschritte fortzuführen.

Analoge und digitale Helfer

Eine besonders einfache Buchführung ermöglichen mittlerweile zahlreiche Apps und andere elektronische Tagebücher. Diese sollten jedoch auf das jeweilige Krankheitsbild angepasst werden können. Elektronische Helfer haben den Vorteil, dass sie Erinnerungsfunktionen oder Kalendereinträge ermöglichen. So kann das Handy mittels App an Arzttermine oder die Medikamenteneinnahme erinnern. Weil das Mobiltelefon bei vielen ständiger Begleiter ist, können Notizen sofort eingetragen und spätere Erinnerungslücken vermieden werden. Wer sein Patiententagebuch lieber individuell gestalten möchte, kann auch auf ein einfaches Notizbuch mit einer tabellarischen Aufteilung, oder eine Excel-Tabelle zurückgreifen und diese befüllen.

Gesunde Buchführung: Bei Myelom und Lymphom-Erkrankungen

Für die Patientengruppen von Myelom und Lymphom-Erkrankungen gibt es bereits elektronische Patiententagebücher in Form von Apps, welche jedoch in englischer Sprache gehalten sind. Beispiele dafür sind etwa Track my Multiple Myeloma oder Focus on Lymphoma. Als deutschsprachige Alternative gibt es die allgemein gehaltene Krebshilfe App. Bei der Dateneingabe sollte immer darauf geachtet werden, dass eingetragene Werte auch mit den vorgegebenen Einheiten übereinstimmen oder umgerechnet werden können. Prinzipiell empfiehlt sich immer die Rücksprache mit Arzt oder Ärztin. Diese haben zum Teil eigene Vorlagen für Patiententagebücher und können Sie gezielt über Nebenwirkungen und Erfolge der einzelnen Therapieschritte aufklären. Dadurch kann nicht nur die Diagnostik, sondern auch die Therapie nachhaltig optimiert werden.

Wichtige Punkte eines Patiententagebuchs

  • Medikamente (Art, Dosierung, Häufigkeit, Nebenwirkungen)
  • Notizen über den täglichen Gesundheitszustand
  • Dokumentation der Behandlungsmethoden
  • Befunde und Werte
  • Elektronische Funktionen: Erinnerungsfunktion für Arztbesuche, Therapien und Medikamenteneinnahme; Datensicherung (Backup)

Autorin: Ines Riegler, Bakk. BA 

Bildnachweis: Wavebreak Media Ltd | Bigstock

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