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Kraftquellen bei metastasiertem Brustkrebs

Kraftquellen bei metastasiertem Brustkrebs

„Ich war wie so ein Segelschiff: voll in Fahrt. Also alles hat gepasst.“ Mit diesem Bild beschreibt Petra die Zeit vor ihrer Diagnose metastasierter Brustkrebs. Sie ernährte sich gesund, trieb Sport, war beruflich engagiert und fühlte sich ausgeglichen. Nichts deutete darauf hin, dass sich ihr Leben grundlegend verändern würde. Dann bemerkte sie eines Abends eine Auffälligkeit an ihrer Brust. Als Krankenschwester ahnte sie sofort, dass etwas nicht stimmte. Kurz darauf erhielt sie die Diagnose.

In den selpers Erfahrungsberichten erzählen Sybille, Sabine, Petra und Christine über ihr Leben mit metastasiertem Brustkrebs. Trotz unterschiedlicher Krankheitsverläufe berichten sie von ähnlichen Fragen: Was gibt Kraft? Was hilft in schwierigen Momenten? Und wie gelingt es, Lebensqualität zu bewahren? Ihre Geschichten zeigen, wie unterschiedlich die Erkrankung erlebt wird und welche Kraftquellen Betroffene finden, um mit den Herausforderungen des Alltags umzugehen.

Kraftquellen sind individuell

Was guttut, sieht für jede Person anders aus. Während manche Erholung in Bewegung finden, schöpfen andere Energie aus Musik, Spiritualität oder besonderen Erlebnissen. Für Sybille sind Reisen, Zeit in der Natur und ihr großer Freundeskreis wichtige Bestandteile ihres Lebens geblieben. Sabine findet Kraft in Musik und im Singen. Auch Lesen, der Kontakt zu anderen Betroffenen und kleine Momente im Alltag helfen ihr dabei, neue Energie zu sammeln. Petra beschreibt, wie wichtig ihr feste Rituale geworden sind. Bewusst Zeit für sich zu nehmen, den Blick auf die Berge zu genießen oder einfach innezuhalten, gibt ihr Halt. Christine wiederum begleitet Yoga bereits seit vielen Jahren. Neben den körperlichen Übungen helfen ihr vor allem Achtsamkeit und die Möglichkeit, immer wieder bei sich selbst anzukommen.

Kraft durch Freunde und Familie

Eine der wichtigsten Kraftquellen, die sich durch alle Gespräche zieht, ist die Unterstützung durch andere Menschen. Familie, Freund und der Austausch mit anderen Betroffenen helfen vielen dabei, schwierige Phasen zu bewältigen. Sybille beschreibt ihr Umfeld als wichtigen Anker. Gerade nach der Diagnose habe sie gelernt, Hilfe anzunehmen und Herausforderungen nicht alleine tragen zu müssen. Auch Christine erlebt, wie wertvoll offene Gespräche sein können. Neben ihrem persönlichen Umfeld helfen ihr vor allem der Austausch mit anderen Betroffenen und das Gefühl, mit ihren Erfahrungen nicht allein zu sein. Für Sabine spielt Gemeinschaft ebenfalls eine große Rolle. Sie engagiert sich seit vielen Jahren in der Selbsthilfe und erlebt täglich, wie wichtig gegenseitige Unterstützung sein kann. Petra wiederum betont, wie sehr ihr ihr enges Netzwerk aus Familie und Freund:innen hilft. Beziehungen haben für sie heute einen anderen Stellenwert als vor der Erkrankung.

Es ist wichtig zu wissen, es ist jemand da. Und wenn ich etwas brauche, ist auch jemand da.

Unterstützung bei metastasiertem Brustkrebs

Die Bewältigung des täglichen Lebens mit einer Brustkrebserkrankung ist herausfordernd und bedeutet körperliche und seelische Anstrengung.  Sie werden über zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten informiert und erfahren, welche Hilfsangebote Ihren Alltag erleichtern können.

Kostenlos und 0hne Anmeldung verfügbar.

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Dem eigenen Körper zuhören

Mit metastasiertem Brustkrebs verändert sich oft auch die Beziehung zum eigenen Körper. Viele Betroffene berichten davon, dass sie gelernt haben, ihre Grenzen bewusster wahrzunehmen. Petra achtet heute stärker auf Erschöpfungssignale und erlaubt sich Pausen, wenn ihr Körper sie braucht. Auch Sabine hat gelernt, Aktivitäten an ihre Möglichkeiten anzupassen und sich auf das zu konzentrieren, was weiterhin machbar ist. Christine setzt auf Bewegung, ausreichend Schlaf und kleine Schritte statt auf Perfektion. Für Sybille gehören regelmäßige Bewegung und ein möglichst ausgewogener Lebensstil zu ihrer Selbstfürsorge. Dabei geht es nicht darum, ständig leistungsfähig zu sein. Vielmehr steht die Frage im Mittelpunkt, was im jeweiligen Moment guttut.

Ich glaube, der Hauptantreiber in jedem Leben ist, wenn man sich selbst sagt: ‚Ich muss, ich muss.‘ Nein, das war mir vom ersten Moment an klar mit der Diagnose – ab jetzt muss ich gar nichts mehr.

Das Leben bewusst gestalten

Trotz aller Herausforderungen eint die vier Frauen eine Haltung: Die Erkrankung soll nicht ihr gesamtes Leben bestimmen. Sybille rät anderen Betroffenen vor allem dazu, weiterzuleben und am Leben teilzunehmen. Christine verfolgt das Motto „Life is for living“ und versucht bewusst, schöne Erlebnisse zu schaffen und gemeinsame Zeit mit wichtigen Menschen zu verbringen. Petra hat gelernt, sich von dem ständigen Gefühl des „Müssens“ zu lösen und den Blick auf das zu richten, was ihr heute wichtig ist. Sabine konzentriert sich darauf, Möglichkeiten statt Einschränkungen zu sehen und immer wieder neue Wege zu finden, ihren Alltag aktiv zu gestalten. Die Erfahrungen der vier Frauen zeigen, dass es keinen richtigen oder falschen Weg gibt. Was Kraft gibt, ist individuell. Doch Unterstützung, Selbstfürsorge und die bewusste Entscheidung, dem Leben weiterhin Raum zu geben, ziehen sich wie ein roter Faden durch ihre Geschichten.

Meine Tipps sind: Leben. Zwar mit Einschränkungen, aber leben.

Leben mit metastasiertem Brustkrebs: Vier persönliche Perspektiven

So unterschiedlich die Lebensgeschichten der vier Frauen sind, so unterschiedlich sind auch ihre Wege im Umgang mit metastasiertem Brustkrebs. Dennoch ziehen sich einige gemeinsame Gedanken durch ihre Erzählungen. Sybille ermutigt dazu, trotz der Erkrankung am Leben teilzunehmen, Unterstützung anzunehmen und sich nicht ausschließlich über die Diagnose zu definieren. Sabine betont, dass Trauer, Angst und Unsicherheit normale Reaktionen auf eine lebensverändernde Diagnose sind und dass es Zeit braucht, einen neuen Alltag zu finden. Petra hat gelernt, dem Behandlungsteam zu vertrauen, den eigenen Weg zu gehen und sich von dem Druck zu lösen, immer funktionieren zu müssen. Christine wiederum erlebt den Austausch mit anderen Betroffenen als wichtige Unterstützung und versucht, sich bewusst Zeit für schöne Erlebnisse zu nehmen. Alle vier Frauen sprechen davon, wie wichtig es ist, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Manche informieren sich intensiv über ihre Erkrankung, andere möchten nur so viel wissen, wie für sie hilfreich ist. Manche sprechen offen über ihre Situation, andere wählen bewusst aus, mit wem sie ihre Gedanken teilen. Einen richtigen oder falschen Weg gibt es dabei nicht.

Ich habe mit der Metastasen Diagnose für mich das Motto auserkoren: Life is for living. Also das Leben ist halt zum Leben da. Und das heißt für mich einfach eine schöne Zeit zu haben.

Leben mit Metastasiertem Brustkrebs

Leben mit Brustkrebs

Neben persönlichen Erfahrungsberichten bietet selpers kostenlose Online-Kurse für Betroffene und Angehörige. Die Schulungen vermitteln verständliches und wissenschaftlich fundiertes Wissen rund um metastasierten Brustkrebs und unterstützen dabei, den eigenen Krankheitsverlauf besser zu verstehen und informierte Entscheidungen zu treffen.

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Die Teilnehmerinnen der Erfahrungsberichte

 

Kraftquellen bei metastasiertem Brustkrebs – Sybille im Interview

Sybille
Sybille (56 Jahre) lebt in Vorarlberg und stammt ursprünglich aus Salzburg. Im November 2021 erhielt sie die Diagnose HER2-positiver metastasierter Brustkrebs mit Knochenmetastasen. Vor ihrer Erkrankung war sie in einer leitenden Position tätig. Sie hat einen erwachsenen Sohn.

 

 

Kraftquellen bei metastasiertem Brustkrebs - Sabine Sabine
Lebt in Wien. Im Jahr 2014 erhielt sie die Diagnose de-novo metastasierter (bereits bei der Erstdiagnose metastasierter) lobulärer Brustkrebs mit Knochenmetastasen. Die klinische Psychologin und Psychoanalytikerin ist seit vielen Jahren in der Patient:innen- und Selbsthilfe aktiv.

 

 

Kraftquellen bei metastasiertem Brustkrebs – Petra erzählt ihre Geschichte Petra
Erkrankte im Alter von 55 Jahren an metastasiertem Brustkrebs mit Lebermetastasen. Vor ihrer Erkrankung arbeitete sie als examinierte Krankenschwester in verschiedenen Fachbereichen. Sie lebt mit ihrem Mann zusammen.

 

 

Kraftquellen bei metastasiertem Brustkrebs - Christine Christine
Ist 43 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann und Hund im Landkreis Aschaffenburg in Deutschland. Nach ihrer ersten Brustkrebsdiagnose im Jahr 2014 wurden 2022 Metastasen in Lunge, Rippenfell und Knochen festgestellt. Sie lebt mit hormonrezeptor– und HER2-positivem metastasiertem Brustkrebs.

Mehr Erfahrungsberichte zum Leben mit metastasiertem Brustkrebs

Die Erfahrungen in diesem Artikel stammen aus dem selpers Kaleidoskop „Metastasierter Brustkrebs“. Dort berichten Betroffene offen über ihren Weg von der Diagnose über Therapieentscheidungen bis hin zu ihrem Alltag mit der Erkrankung. Die persönlichen Geschichten zeigen unterschiedliche Perspektiven, Herausforderungen und Kraftquellen und können dabei helfen, sich weniger allein zu fühlen.

Im Kaleidoskop finden Sie Erfahrungsberichte zu Themen wie Diagnose, Therapie, Alltag, Angehörige sowie Kraftquellen und Tipps von Betroffenen für Betroffene.

Zu den Erfahrungsberichten „Metastasierter Brustkrebs“

Erstellt von: selpers Red.

Bildnachweis: @alphavector| Canva