Vorsorgen ist besser als heilen

Nur etwa 20 Prozent der Männer nehmen Studien zufolge Vorsorgeuntersuchungen wahr, aber auch viele Frauen gehen erst zum Arzt, wenn etwas wehtut, sei es aus Leichtsinn oder aus Angst vor der Untersuchung. Durch medizinische Fortschritte sind die heutigen Untersuchungen weder schmerzhaft noch besonders unangenehm und in den meisten Fällen kostenlos.

Ihrer Gesundheit zuliebe sollten Sie die jährlichen Untersuchungs-Termine wahrnehmen, denn durch die Früherkennung einer Krankheit können die Risiken reduziert und die Heilungschancen erheblich erhöht werden. Häufig kann sogar der Ausbruch einer Krankheit vermieden werden. Daher sollten regelmäßige Untersuchungen des Gesundheitszustandes ebenso selbstverständlich sein wie die Kontrolle beim Zahnarzt.

Was speziell Frauen wissen sollten

Vor allem Krebserkrankungen wie Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs oder Darmkrebs treten bei Frauen häufig auf. Daher sollte jeder Frau ab dem 25. Lebensjahr Tastuntersuchungen der Brust durchführen lassen oder selbst durchführen und ab dem 39. Lebensjahr regelmäßig zur Mammographie gehen.

Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung, bei der die Brust zwischen zwei Kunststoffplatten zusammengedrückt wird. Insgesamt dauert dieser Vorgang nur einige Minuten und die meisten Frauen empfinden ihn nicht als schmerzhaft, höchstens als unangenehm. Wenn es medizinisch notwendig ist, kann auch eine Ultraschall-Untersuchung der Brust durchgeführt werden. Dabei wird die Brust mit einem Ultraschall Gerät abgetastet, ähnlich wie der Bauch bei der Schwangerschaft.

Jede Frau, egal welchen Alters, sollte sich zumindest einmal im Jahr einer gynäkologischen Untersuchung unterziehen. Dabei werden mittels Ultraschall der vaginale Bereich mit Blase, Gebärmutterhals, Gebärmutter und Eierstöcke untersucht. Außerdem entnimmt der Arzt eine winzige Gewebeprobe vom Muttermund, die im Labor geprüft wird. Der sogenannte PAP Abstrich ist die sicherste Methode zur Früherkennung von möglichen Veränderungen. Beide Eingriffe sind keineswegs schmerzhaft.

Heimtückische Osteoporose

Jede vierte Frau leidet an Osteoporose – meistens ohne es zu erkennen. Besonders bei Frauen in den Wechseljahren nimmt die Knochendichte vermehrt ab. Damit steigt auch die Gefahr von Knochenbrüchen und Wirbelsäulenverkrümmungen. Früherkennung ist daher wichtig, um rechtzeitig der Osteoporose vorzubeugen zu können, vor allem, weil der Knochenschwund meistens erst entdeckt wird, wenn es bereits zum Knochenbruch gekommen ist. Deswegen sollte spätestens ab dem 65. Lebensjahr eine Knochendichtemessung durchgeführt werden.

Dabei wird mit einer Niedrigdosis-Röntgenuntersuchung im liegenden Zustand die Dichte der Knochen gemessen. Außerdem führt der Arzt eine Anamnese und eine Blutuntersuchung durch. Insgesamt dauert die Untersuchung nur einige Minuten und kann ambulant durchgeführt werden.

Keine Angst vor einer Darmspiegelung

Ab dem 50. Lebensjahr erhöht sich auch bei Frauen das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Wird die Krankheit im Frühstadium erkannt und behandelt, stellen sich meistens keine weiteren Folgen ein. Für die Früherkennung gibt es den sogenannten Hämoccult-Test, wobei der Stuhl auf Blut untersucht wird. Zusätzlich kann der Darm mittels einer Darmspiegelung untersucht werden.

Dabei wird über den After ein schlauchartiges Instrument, das sogenannte Koloskop, eingeführt. Mit diesem Gerät lässt sich der Darm genau untersuchen und es können damit auch kleine Gewebeproben aus der Darmschleimhaut entnommen werden. Sogar Polypen können auf diese Weise entfernt werden. Es besteht keinerlei Grund, sich vor dieser Untersuchung zu fürchten, denn auf Wunsch erhalten Sie dabei eine Schlafspritze.

Die Vorsorgeuntersuchungen im Überblick

Gebärmutterhalskrebs Gynäkologische Untersuchung mit PAP Abstrich (jährlich) ab der Pubertät
Brustkrebs Tastuntersuchung beim Arzt (jährlich) ab 25 Jahre
Brustkrebs Mammographie (regelmäßig) ab 39 Jahre
Darmkrebs Hämoccult-Test (jährlich) ab 50 Jahre
Osteoporose Kochendichtemessung (in Absprache mit dem Arzt) ab 65 Jahre

Autorin: Dr. med. Iris Herscovici

Bildnachweis: JacobLund | Bigstock

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