4. Die richtige Hygiene mit Immundefekt

Wie können wir ausreichende Hygiene im Alltag gewährleisten?

  • Um im Alltag ausreichende Hygiene zu gewährleisten, denken Sie vor allem an ausreichendes Händewaschen und -desinfizieren, sowie auch an die Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln.
  • Hat jemand in der Familie Husten oder Schnupfen, ist es ratsam, eine Schutzmaske zu tragen, um Ihr Kind möglichst gut vor einer Infektion zu schützen. Denn die Diagnose Immundefekt bedeutet eine höhere Infektanfälligkeit.
  • Achten Sie auch auf die regelmäßige Reinigung von alltäglichen Gegenständen wie Spielzeug. Es ist verständlich, dass auch hier schnell Sorgen aufkommen können, aber nicht jede Ungereimtheit stellt sofort eine Gefahr dar. Natürliche Dinge wie Erde kann das Immunsystem zum Beispiel meist gut abwehren. Dennoch ist es ratsam, stark verschmutzte Spielzeuge oder Kuscheltiere gelegentlich zu reinigen, jedoch nicht zu desinfizieren.

Finden Sie eine gute Balance zwischen Vorsicht und Übervorsicht – Vorsicht ist sinnvoll, Übervorsicht kann zu viel sein.

Wie sieht die richtige Mundhygiene für ein Kind mit Immundefekt aus?

Die richtige Mundhygiene ist bei Immunschwächen besonders wichtig. Idealerweise sollten die Zähne nach jeder Mahlzeit geputzt werden – es ist allerdings klar, dass dies im Alltag meist eher schwer umsetzbar ist. Daher ist es wichtig, zumindest in der Früh und am Abend jeweils einmal gründlich die Zähne zu putzen. Hierfür kann Ihr Kind eine normale oder eine elektrische Zahnbürste benutzen. Falls Ihr Kind alt genug ist, kann eine Gurgellösung eine gute Ergänzung sein.

Aber Achtung: Es kann passieren, dass durch zu heftiges und festes Putzen Blutungen im Zahnfleisch entstehen und diese dann Eintrittspforten für Keime bilden. Schauen Sie daher darauf, dass Ihr Kind eine eher weiche Zahnbürste verwendet, um Blutungen im Zahnfleisch zu vermeiden. Motivieren Sie Ihr Kind dazu, selbstständig die tägliche Mundhygiene und das Zähneputzen durchzuführen. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Kind nicht zu fest putzt.

Tipps: Hygiene spielerisch zur Routine machen

Das Einführen von Ritualen kann besonders wichtig sein, um die Hygiene zur Routine zu machen. Sie können die Hygiene spielerisch gestalten, um so das Interesse Ihres Kindes zu wecken und Spaß an der Routine zu haben.

Handwasch- und Zahnputz-Routinen mit Liedern:  Nutzen Sie Lieder, die Ihrem Kind gefallen, um die nötige Dauer des Händewaschens oder Zähneputzens verständlich zu machen.

Farbe und Form der Zahnbürste: Lassen Sie Ihr Kind eine besonders lustige oder bunt aussehende Zahnbürste aussuchen, damit die Freude am Zähneputzen gesteigert werden kann.

Glitzer-Spiel fürs Händewaschen: Sie können die Hände Ihres Kindes auch mit etwas Glitzer bestreuen, welcher die unsichtbaren Bakterien darstellen soll. Die Aufgabe ist es nun, den gesamten Glitzer abzuwaschen und so symbolisch alle unsichtbaren Bakterien von den Händen zu entfernen. Damit wird verhindert, dass Bakterien über die Hände auf den übrigen Körper oder sogar in den Körper gelangen können.

Schaumseife und bunte Seife: Verwandeln Sie das Waschbecken in einen Abenteuerplatz mit Schaumseife oder bunten Seifen in verschiedenen Tierformen, um die Hände spielerisch zu reinigen.

Spielzeug in der Badewanne: Um die Freude am Waschen zu steigern, können Sie auch Spielzeuge neben die Badewanne, Dusche oder Waschbecken stellen. Diese „schauen zu“ und kontrollieren, dass Ihr Kind die Hygiene auch ordentlich einhält.

Wie können wir auch unterwegs eine ausreichende Hygiene sicherstellen?

Reisen sind wichtige Erfahrungen und Erinnerungen für die gesamte Familie. Ihr Kind sollte aufgrund eines Immundefekts diesbezüglich keine Nachteile und Einschränkungen erfahren müssen.

Wichtig ist jedoch, dass Sie sich vor Ihrer Reise gut informieren. Innerhalb Europas können Sie davon ausgehen, dass grundsätzlich wenige Risiken bestehen und sich diese gut meistern lassen sollten. Haben Sie aber vor, eine Fernreise zu machen, ist es wichtig, die Impfanforderungen zu beachten. Sprechen Sie vor Ihrer Reise mit Fachleuten um sicherzustellen, welche Impfungen Ihr Kind braucht oder welche es eventuell gar nicht bekommen sollte.

Seien Sie unterwegs auch vorsichtig bei Kontakt mit anderen Menschen, die möglicherweise erkrankt sind und beispielsweise husten. In öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus oder Flugzeug können Schutzmasken eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme sein, um Ihr Kind vor ansteckenden Erkrankungen und Infektionen zu schützen. So kann der Infektanfälligkeit vorgebeugt werden.

Reiseapotheke

Bei einer Reiseapotheke sind zwei Dinge besonders wichtig – eine gute Wundversorgung und die richtigen Medikamente

  • Für die Wundversorgung sollten Pflaster und Desinfektionsmittel vorhanden sein, um die Wunde so versorgen zu können, dass sie sich nicht entzündet.
  • Medikamente zur Fiebersenkung, Medikamente zur Schmerzlinderung und das von der Kinderärztin/dem Kinderarzt verschriebene Antibiotikum sollten enthalten sein.

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Geprüft Univ.-Prof.in Dr.in Elisabeth Förster-Waldl und Prim. Univ.-Prof. Dr. Christian Huemer: Stand Februar 2024 | Quellen und Bildnachweis
Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.