3. Symptome von Leberkrebs

Bei welchen Symptomen sollte ich zur Ärztin/zum Arzt gehen?

Leberkrebs verursacht im Frühstadium nur selten Symptome. Diese treten häufig erst in fortgeschrittenen Erkrankungsstadien auf. Außerdem sind viele dieser Symptome unspezifisch, können also auch ein Hinweis auf andere Krankheiten sein. Wenn Sie unsicher sind, suchen Sie Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt zur Abklärung auf. Sie/Er kann Sie gegebenenfalls an FachärztInnen überweisen.

Leberfibrose und Leberzirrhose sind die wichtigsten Risikofaktoren für Leberkrebs. Durch die zunehmende Vernarbung des Lebergewebes kann die Leber bei Leberzirrhose ihre Aufgaben nicht mehr ausreichend erfüllen und es können Symptome auftreten wie:

  • Allgemeine Abgeschlagenheit, Müdigkeit
  • Appetitverlust, Übelkeit
  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Anhaltende Oberbauchschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden und Durchfall
  • Gelbfärbung von Haut und Augen (Gelbsucht, in medizinischer Fachsprache Ikterus)
  • Juckreiz
  • Ansammlung von Flüssigkeit im Bauch (Bauchwassersucht, der medizinische Fachbegriff dafür ist Aszites )

Im fortgeschrittenen Stadium kann es durch einen Gallenrückstau zu Ikterus (Gelbsucht) und Juckreiz kommen. Ist durch die Verhärtung der Leber der Blutfluss in der Pfortader behindert, kann sich das Blut zurückstauen. Durch den Rückstau kommt es zur Bildung von „Umgehungskreisläufen“ an der Leber vorbei. Die Gefäße in diesen Kreisläufen müssen mehr Blut transportieren als üblich. Dadurch können Krampfadern, beispielsweise in der Speiseröhre, entstehen.

Was passiert mit der Leberfunktion bei Leberkrebs?

Die Leberfunktion wird maßgeblich von dem Grad der Schädigung der Leber beeinflusst. Oft beeinträchtigt Leberkrebs ohne Leberzirrhose die Leberfunktion nur wenig oder gar nicht. Je mehr gesundes Gewebe durch den Leberkrebs eingenommen oder verdrängt wird, desto mehr verschlechtert sich ihre Funktion. Je mehr Tumorherde in der Leber vorliegen und je größer diese sind, desto mehr funktionierendes Lebergewebe wird verdrängt.

Die Leberfunktion hängt auch von einer zugrunde liegenden Lebererkrankung ab. Bei einer Leberzirrhose führt die chronische Schädigung zu einem narbigen Umbau der Leber. Das veränderte Gewebe kann die Aufgaben der Leber nicht übernehmen. Die Leberfunktion, wie die Bildung von Eiweißen oder Entgiftung von Schadstoffen, ist beeinträchtigt.

Diesen Kurs bewerten

Ihr Feedback hilft anderen Nutzern die für sie passenden Kurse zu finden.
4.5/5 - (68)

Geprüft Prim.a Priv.-Doz.in Dr.in Birgit Grünberger: Stand Mai 2023 | AT-9053;05/2023 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.
(Zirkardianer Rhythmus )
Biologisches Phänomen, das in einem Rhythmus von ungefähr 24-Stunden bestimmte körperliche Funktionen beeinflusst.  Ein Beispiel ist der Schlaf-Wach-Zyklus durch die Freisetzung des Schlafhormons.
Aszites
Flüssigkeitseinlagerung im Bauchraum.
Ikterus
Umgangssprachlich Gelbsucht; Gelbfärbung der Haut und des Augenweiß.
Pfortader
Blutgefäß, welches Blut aus den Verdauungsorganen sammelt und zur Leber führt.