5. Ihr Therapieabschluss

Transkript

[00:00]

Dr. Gerald Bachinger

Habe ich nach Behandlungsende Anspruch auf eine Rehabilitation?

In der österreichischen Rechtsordnung ist es so, dass grundsätzlich Rehabilitationen für weiterführende Wiedereingliederung für Sie als Patientin, als Patient in Frage kommen. Es gibt aber keine eigentlichen Rechtsansprüche darauf. Das heißt: Das sind Leistungen der Krankenversicherungsträger, der Pensionsversicherungsträger, die durchaus im Leistungsspektrum vorhanden sind und die auch, was die Voraussetzungen betrifft, fachlich sehr korrekt überprüft werden. Ich habe aber keinen Rechtsanspruch darauf in dem Sinne, dass Sie jetzt einen Bescheid verlangen könnten und gegen diesen Bescheid dann im Rechtsweg vorgehen können.

[00:49]

Dr. Gerald Bachinger

Wer kümmert sich um die Planung meiner Rehabilitation?

Wichtig für Sie als Patientin und Patienten, dass sie wissen, dass es so eine Möglichkeit überhaupt gibt. Und wichtig ist es, dass Sie das schon am Ende der Behandlung in Ihrer behandelnden Einrichtung, sprich im Krankenhaus in den meisten Fällen, auch thematisieren und ansprechen.

Meine Erfahrungen sind in den einzelnen Krankenhäusern sehr unterschiedlich.

  • Manche Krankenhäuser sehen solche formalen Hilfestellungen für Patientinnen und Patienten im Rahmen des Entlassungsmanagements als ihre Aufgabe und arbeiten da wirklich sehr vorbildlich und sehr serviceorientiert.
  • Es gibt aber andere Krankenanstalten, die das, vielleicht aus Ressourcenproblemen, nicht durchführen können. Da wäre es aber wichtig, dass Sie Kontakt aufnehmen mit Ihrem Hausarzt und dass der Hausarzt dann mit den entsprechenden Kostenträgern Kontakt aufnimmt und für Sie auch diese fachliche Vorbereitung der Rehabilitation und vor allem die Argumente, die fachlichen, die für eine Rehabilitation sprechen, vorbereitet und an den Kostenträger weitergibt.

[02:00]

Dr. Gerald Bachinger

Gibt es auch die Möglichkeit einer ambulanten Rehabilitation?

Sehr modern derzeit sind viele Aktivitäten von stationären Einrichtungen der Rehabilitation, dass sie auch ambulante Rehabilitation anbieten. Das ist für viele Patientinnen, vielleicht für Sie auch eine sehr interessante Möglichkeit, weil man die Rehabilitation nicht in einem Block durchführen muss, sondern verschiedene kleinere Blöcke hat, wo man vielleicht auch den Ortswechsel in ein Zentrum für Rehabilitation nicht durchführen muss, sondern durchaus tageweise auch von zu Hause diese Rehabilitation durchführen kann. Also da entwickelt sich einiges. Da sollte man mit dem Hausarzt vor allem auch Kontakt aufnehmen, der in der Region die Übersicht haben sollte, welche Möglichkeiten der ambulanten Rehabilitation vorliegen.

Die Erfahrungen sind derzeit noch so, dass die Kostenträger eher zurückhaltend sind derzeit noch bei der ambulanten Rehabilitation. Das sollte aber niemanden hindern daran, gemeinsam mit dem Hausarzt solche Anträge zu stellen.

[03:12]

Dr. Gerald Bachinger

Steht mir nach wie vor Unterstützung beim Krankentransport und Pflege im Alltag zu?

Es steht Ihnen, wenn Gründe in Hinblick auf Ihren Gesundheits-, auf Ihren Krankheitszustand vorliegen, nach wie vor eine ganze breite Palette von Unterstützungsmöglichkeiten zu. Ich kann da nur empfehlen, dass Sie da mit den Spezialisten auch Kontakt aufnehmen. Wir haben bei vielen Krankenkassen und auch jetzt bei der neuen österreichischen Gesundheitskasse haben wir Service Einrichtungen, die sich speziell mit Case- und Care-Management beschäftigen. Das sind also Leute, die die gesamten Leistungen des Gesundheitswesens sehr gut kennen, die Netzwerke haben, wie man Weiterbetreuungen durchführen kann und die sich sehr bemühen eigentlich, dass dann eine maßgeschneiderte Lösung für Sie Patientin und als Patient zur Verfügung steht. Da müssen Sie aber aktiv mit Ihrer Krankenkasse, in den meiste Fällen eben die österreichische Gesundheitskasse, Kontakt aufnehmen und darum ersuchen, dass solche Serviceleistungen auch in die Wege geleitet werden.

Rehabilitation nach Ihrer Krebsbehandlung

Nach einer Krebsbehandlung kann es Ihnen schwer fallen, zurück in den Alltag zu finden. Eine Rehabilitationsmaßnahme kann Ihnen diesen Übergang erleichtern. Zudem hilft sie dabei, möglichen Spätfolgen der Erkrankung oder Behandlung vorzubeugen.

Der Unterschied von Kur- zu Rehaaufenthalten

Mit einer medizinischen Rehabilitation soll die Patientin/der Patient darin unterstützt werden, die Fähigkeiten wiederherzustellen, die sie oder er verloren hat durch eine Krankheit oder einen Unfall. Ziel ist es, dass die Patientin/der Patient wieder am Berufsleben und dem Alltag teilhaben kann. Die Rehabilitation kann stationär oder ambulant erfolgen. Eine Kur hingegen hat einen präventiven Charakter. Sie soll die Gesundheit aufrechterhalten und Erkrankungen vorbeugen.

Kann mich mein Kind bei einer stationären Rehabilitation begleiten?

Während der Rehabilitation stehen Sie und Ihre Gesundheit im Fokus. Es wäre daher ideal, wenn für die Dauer Ihres Rehabilitationsaufenthaltes eine andere Betreuungsmöglichkeit für Ihre Kinder gefunden werden könnte. Ist das nicht möglich und sprechen keine medizinischen Gründe dagegen, können in Absprache mit den Krankenversicherungen oder der Gesundheitskasse Kinder mit in die Einrichtung genommen werden.

Weitere Beratungsmöglichkeiten durch einen Case-Manager

Sollten Sie weitere spezifische Fragen haben zu Ihrer Rehabilitation und Leistungen im Rahmen Ihrer Krebstherapie, müssen Sie nicht alles selbst herauszufinden, sondern können sich von SpezialistInnen – sogenannten Case & Care-ManagerInnen – beraten lassen. Diese arbeiten in Serviceeinrichtungen von Krankenkassen.

Wenn Sie sich mit der Bitte um eine solche Unterstützung an Ihre Krankenkasse wenden, wird eine Case-Managerin/ein Case-Manager gemeinsam mit Ihnen eine maßgeschneiderte Lösung für Ihre Bedürfnisse finden.

Transkript

[00:00]

Univ.-Prof. Dr. Alexander Gaiger

Was versteht man unter Nachsorge?

Nachsorgen sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen, die die Aufgabe haben, Folgen, Nebenwirkungen der Behandlung frühzeitig zu entdecken, Blutbildveränderungen, Herzbelastungen, Lungenfunktionsbeeinträchtigungen, um etwas dagegen tun zu können. Das heißt: Der Sinn der Nachsorge ist, Probleme frühzeitig zu erkennen, um letztlich auch Probleme zu vermeiden und nicht lösen zu müssen. Das ist ein wichtiger Punkt. Das heißt, es ist für Sie natürlich belastend: Ich muss immer wieder dorthin gehen, womit ich zum Teil sehr gute Erfahrungen verbinde – mein Leben gerettet worden, zum Teil sehr belastende Erfahrungen – es waren die schlimmsten Augenblicke, wie mir die Diagnose überbracht wurde.

Das ist nicht leicht, zu diesen Nachsorge-Untersuchungen zu gehen. Berücksichtigen Sie das. Das ist völlig normal, dass man davor nicht gut schläft. Es wird mit der Zeit immer besser, aber trotzdem ist es eine Anstrengung.

Aber es ist ein wichtiger Punkt, der es ermöglicht, Probleme frühzeitig zu entdecken und sie dann, wenn sie noch klein sind, gegensteuern zu können.

Gleichzeitig ermöglicht sie es auch, wenn man ein hohes Rezidivrisiko hat, das Wiederauftreten der Tumorerkrankung frühzeitig zu erkennen und frühzeitig auch hier etwas tun zu können.

Oft ist es so, dass früh entdeckte Rezidive wiederum auf Heilung abzielend behandelt werden können. Deswegen ist es wichtig.

Außerdem haben sie einen praktischen Nutzen. Oft sind diese Nachsorge-Untersuchungen so angelegt, dass sie auch einer gewissen Vorsorge Effekt haben.

[01:33]

Univ.-Prof. Dr. Alexander Gaiger

Wer koordiniert die Nachsorge?

Die Nachsorge wird in der Regel koordiniert durch den Hausarzt, Allgemeinmediziner, Fachärzte und auch ihren Betreuungsteam, oft zusammen. Das heißt, Sie haben bestimmte Untersuchungen, die Sie über einen Hausarzt abwickeln und besprechen, und Spezialuntersuchungen, die Sie bei uns in den Spezialambulanzen durchführen.

[01:56]

Univ.-Prof. Dr. Alexander Gaiger

Ab wann gilt man aus medizinischer Sicht als geheilt und wie oft muss ich bis dahin zur Nachsorge?

Eine der wichtigen Fragen ist: Wann bin ich gesund? Wann bin ich geheilt? Es ist ein wirklich belastender Zustand, wenn ich nicht weiß: Bin ich jetzt gesund oder krank? Was bin ich jetzt? Das ist irgendwie wie das Fegefeuer, und das hat die katholische Kirche auch schon abgeschafft.

Es ist nur nicht leicht aus dem einfachen Grund, weil, wie ich schon am Anfang gesagt habe, Krebs nicht eine Erkrankung ist, sondern viele verschiedene Erkrankungen, die unterschiedliche Arten und Verläufe haben. Es gibt chronische Krebserkrankungen, die mich lebenslang begleiten, wo wir heute die Überlebenszeit so weit verlängern können, dass man oft nicht an der Erkrankung stirbt, sondern mit der Erkrankung, an anderen Ursachen verstirbt.

Es hat früher so diese Dreijahres- und Fünfjahres-Überlebenszeit gegeben. Das trifft nach wie vor bei vielen Erkrankungen zu. Aber das Detail, wann Sie sozusagen gesund sind, sollten Sie auch mit Ihrem Arzt besprechen.

Zum anderen ist ein ganz wichtiger Aspekt, dass Sie der Vergangenheit nicht mehr Raum einräumen als notwendig. Wenn Sie sich jetzt gesund fühlen, dann genießen Sie dieses Gefühl. Geben Sie den Sorgen nicht zu viel Raum. Sie nähren Sie damit. Dem, dem wir Aufmerksamkeit geben, diesem Phänomen, dem wir unsere Konzentration zugeteilt werden, das ist wie Dünger, wie Licht, das wächst und gedeiht. Geben Sie lieber die Kraft der Gesundheit, den gesunden Anteilen und nicht den Sorgen und Ängsten. Die nähren wir damit nur. Das kann man eine Aufgabe der Psycho-Onkologie auch sein.

Oft gibt’s Belastungsreaktion, etwas, das wir leider sehr oft falsch einschätzen, unterschätzen. posttraumatische Belastungssituationen sind an sich ganz normale Reaktion nach außergewöhnlichen Belastungen. Wenn zu viel auf mich auf einmal einstürzt, sich nicht bewältigen kann, dann gibt es zu viele Veränderungen im Gehirn. Und das sind sogenannte Belastungsreaktionen, die man gut behandeln kann.

Auch das kann bei den Nachsorgeuntersuchungen hilfreich sein.

[03:58]

Univ.-Prof. Dr. Alexander Gaiger

Was kann ich in der Nachsorge für einen Beitrag leisten?

Oft fragen sich Betroffene: Was kann ich selber dazu beitragen? Was kann ich in der Nachsorge beitragen?

Sie können irrsinnig viel machen. Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie Ihre Genesung, Ihre Gesundheit fördern können.

Einer der wichtigsten und am meisten unterschätzten Faktoren ist Sport, vor allem bei uns im Wiener Raum, im Osten. Sport hilft, die Folgen und Nebenwirkungen der Erkrankung zu reduzieren.

Sie können durch Rehabilitationsmaßnahmen, durch Gleichgewichtsübungen, Sensumotoriktraining die Folgen de Nebenwirkung der Behandlung reduzieren, wie Polyneuropathie, wie chronische Müdigkeit, Depressivität, Ängstlichkeit. All das kann verbessert werden durch Maßnahmen, die Sie setzen.

Wir gehen meistens davon aus, dass Sport: „Ich bewege mich. Ich geh eh spazieren.“ Wenn Sie spazieren, ist es gut. Aber das ist nicht Sport. Und meistens bezeichnet man im Wiener Spazierengehen, dass ich mit dem Hund im Park gehe und dem Hund ein Stockerl werfe und auf der der Parkbank sitze.

Das ist nicht Sport. Sport bedeutet, dass Sie ins Schnaufen kommen, dass der Puls ansteigt. Das kann man durch ein Ergometer, diese Fahrradbelastungsergometrie sehr genau austesten, was Ihr Trainingsbereiche ist, den sollten Sie trainieren, und zwar zwei bis drei Stunden. Es gibt erste Studien, die sogar darauf hinweisen, dass Sport, regelmäßiges körperliches Training bei Brustkrebs, Darmkrebs, und auch erste Daten bei Prostatakrebs, ein lebensverlängernden, so wohl das Gesamtüberleben als auch das tumorspezifisch Überleben, Effekt hat.

Das heißt, Sie können sehr viel machen. Sie kennen die Folgen der Erkrankung reduzieren durch Sport. Sie können unter Umständen das gesamte Überleben verbessern. Und wenn ich fitter bin, dann halte ich mehr aus. Das, was das Leben für mich bereit hält, kann ich, wenn ich fitter bin, eine gute Herz- und Lungenfunktion habe, besser ertragen.

Ihre Krebsnachsorge

Im Anschluss an die Erstbehandlung und die medizinische Rehabilitation beginnt Ihre Nachsorge. Meist erfolgen bestimmte Kontrolluntersuchungen über einen Zeitraum von etwa fünf Jahren. Wie genau die Nachsorge verläuft, hängt von der Krebsart, dem Therapieverlauf und Ihren Lebensumständen ab.

Wie oft zur Nachsorge?

Wie groß die Abstände zwischen zwei Nachsorgeterminen sind und welche Untersuchungen vorgenommen werden, hängt von der Krebsart ab. Die Empfehlungen dafür sind in medizinisch-wissenschaftlichen Leitlinien festgeschrieben, an denen sich Ihre Ärztin/Ihr Arzt orientiert. Gemeinsam mit Ihnen legt sie/er die individuellen Nachsorgeziele fest.

Angst vor der Nachsorge?

Viele Krebspatienten sehen dem nächsten Kontrolltermin mit Sorge entgegen. Sie haben Angst, dass sich ein Rezidiv – also wiederauftretende Krebszellen – gebildet haben könnte oder die Ärztin/der Arzt andere schlechte Neuigkeiten haben. Das können Sie tun:

  • Sprechen Sie mit Ihrer Familie oder mit Freunden über Ihre Angst
  • Lassen Sie sich von einer vertrauten Person zu den Terminen begleiten
  • Versuchen Sie, sich durch Entspannungsübungen zu entlasten
  • Tauschen Sie sich mit Menschen aus, die Ähnliches erlebt haben oder erleben, zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe
  • Wenn die Angst zu übermächtig wird, suchen Sie psychotherapeutische Hilfe

Sollten Sie zwischen zwei Kontrollterminen Beschwerden haben, informieren Sie unbedingt Ihre Ärztin/Ihren Arzt. Sie/Er wird Ihnen gegebenenfalls einen früheren Termin geben.

Transkript

[00:00]

Univ.-Prof. Dr. Alexander Gaiger

Was ist eine palliative Therapie und wie kann sie mir helfen?

Palliative Therapie würde ich in zwei Bereichen auftrennen.

Es gibt sozusagen die enge palliative Therapie am Lebensende.

Und dann gibt es etwas, wo ich Symptome lindern will, auch wenn es nicht um das Lebensende geht. Das können auch Nicht-Tumorerkrankung sein, bei schweren Lungenerkrankungen, bei Herzschwäche, bei Stoffwechselerkrankung kann ich eine palliative Therapie durchführen, ohne dass es primär um eine Therapie am Lebensende geht. Ein anderer Begriff dazu wäre das Chronic Disease Management. Das sind Therapiekonzepte, wo es primär um Lebensqualität geht, um Linderung von Symptomen, um Folgen, die die Krankheit bewirken. Und nur im engeren Sinne geht es um die Therapie am Lebensende, auf Palliativstationen, in Hospizen. Aber oft geht es um etwas, das ich eher vielleicht Chronic Disease Management nennen würde. Wie kann ich mit einer chronischen Erkrankung umgehen? Dafür sind wir nämlich von Natur aus nicht gut ausgestattet. Wir sind gut ausgestattet, um um unser Leben zu kämpfen, um ums Überleben zu kämpfen. Aber wir haben kein Sensorium für chronische Prozesse, für Statistik, für Zeit. Und da brauchen wir Unterstützung.

Und das kann helfen. Die Begegnung, die Beziehung zwischen Arzt, Patient, Pflegefachkraft und Patient hilft. Telemedizin kann mir helfen, weil ich das, was so schwer greifbar ist, darstellen kann. Psychotherapie, Psycho-Onkologie, Rehabilitation.

[01:35]

Dr. Gerald Bachinger

Warum kann bei fortgeschrittener Erkrankung eine Patientenverfügung hilfreich sein und wie kann ich sie aufsetzen?

Eine Patientenverfügung ist dann sehr sinnvoll, wenn ich weiß, wie der Krankheitsverlauf voraussichtlich in Zukunft sein wird, und wenn ich weiß, dass möglicherweise eine Krankheitsphase eintritt, wo ich aktuell meinen Willen nicht mehr bekannt geben kann.

Da gibt es bei den Patientenanwaltschaften als Service-Einrichtungen sehr gute Informationsmaterialien, wie solche Patientenverfügungen erstellt werden können.

Es ist übrigens auch kostenlos, was bei den Patientenanwaltschaften zur Verfügung gestellt wird. Einfach Kontakt aufnehmen oder die Webseites anschauen bei dem Patientenanwaltschaften und diese kurzen Informationsmaterialien runterladen. Denn es kann für viele Situationen sehr hilfreich sein, auch für das Behandlungsteam, wenn mit Ihnen selbst eine Kommunikation nicht mehr möglich ist, auf solche Patientenverfügungen zurückzugreifen, was Ihnen wieder die Sicherheit gibt, dass Ihre individuellen Bedürfnisse und subjektiven Bedürfnisse bestmöglich erfüllt werden können.

Fortgeschrittene Krebserkrankung

Die Krebsforschung hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Dennoch kann leider nicht allen KrebspatientInnen geheilt werden. In diesem Fall kann eine Palliativtherapie helfen.

Wie kann eine Palliativtherapie helfen?

Der Begriff Palliativmedizin leitet sich ab von dem lateinischen „palliare“, das sich etwa mit „schützen“ übersetzen lässt. Ziel einer palliativmedizinischen Betreuung ist es, die Lebensqualität der Patientin/des Patienten so gut wie möglich zu erhalten und Schmerzen zu lindern. Im Vordergrund steht das Wohlbefinden der PatientInnen.

Zu einem Palliativteam gehören

  • ÄrztInnen
  • Pflegepersonen
  • Physio- und ErgotherapeutInnen

Sie alle versuchen, krankheitsbedingte Symptome, wie Schmerzen, Erschöpfung, Schlaflosigkeit oder Übelkeit zu lindern. Auch psychische Probleme wie Ängste und Depressionen können im Rahmen der Palliativmedizin behandelt werden. Sie können palliative Betreuung stationär, ambulant oder zu Hause in Anspruch nehmen.

Die Patientenverfügung

Eine Patientenverfügung ist ein Mittel um das Recht auf Selbstbestimmung in der medizinischen Versorgung zu gewährleisten. Sie kann abgegeben werden, wenn man noch gesund oder bereits erkrankt ist. Damit soll vorgesorgt werden für eine Situation, in der eine bestimmte Behandlung anstehen würde, aber die Entscheidung darüber nicht mehr verstanden, getroffen oder kommuniziert werden kann. Weitere Informationen finden Sie in der Online-Schulung Rechte in der Arzt-Patienten-Beziehung.

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Geprüft Dr. Gerald Bachinger und Univ.-Prof. Dr. Alexander Gaiger: Stand Oktober 2020 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.