3. Symptome und Verlauf

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Wie macht sich Lungenkrebs bemerkbar?

Typische Beschwerden beim Lungenkarzinom sind – es gibt nicht so ein ganz klassisches Kardinalsymptom. Ein Drittel der Patienten können Bluthusten haben, typischerweise Atemnot. Es kann Husten auftreten, wenn jemand zum Beispiel immer hustet, wenn er eine COPD hat, eine chronische Bronchitis, ist ja das Husten kein untypisches Symptom. Aber eine Änderung des Hustencharakters wäre etwas, wo man sagt: „Da müsste ich an einen Lungenkrebs denken.“

Dann wären verschiedene sogenannte B-Symptomatiken: Gewichtsverlust, Leistungsknick, allgemeine Schwäche wären typische Beschwerden, die wir beim Lungenkrebs finden. Aber ich kann Ihnen jetzt nicht sagen: „Das ist ein typisches Beschwerdebild, das beim Lungenkrebs zu finden ist.“ Leider Gottes hat die Lunge selber keine Schmerzempfindung, und Beschwerden treten erst dann auf, wenn Strukturen, die eine gewisse Schmerzempfindung haben oder dann eben Beschwerden machen. Wenn erst mal Beschwerden auftreten, ist der Tumor schon an der gewissen Stelle fortgeschrittener.

Wo bildet Lungenkrebs häufig Metastasen, und wie werden diese behandelt?

Metastasen sind sogenannte Tochtergeschwulste vom Tumor. Das heißt, es trennt sich vom Haupttumor ein gewisser Teil ab über die Blutbahn, über die Lymphgefäße und siedeln sich dann in gewissen Gebieten ab.

Typischerweise beim Lungenkrebs sind Metastasen im Gehirn, in der Leber, Nebenniere, in der Lunge und den Knochen zu finden. Drum sind diese Regionen auch regelmäßig von unserer Seite in den Kontrolluntersuchungen zu untersuchen oder auf Beschwerden diesbezüglich eben einzugehen.

Bei einer systemischen Therapie wollen wir eben die Metastasen mit behandeln, und manchmal wissen wir, wenn auch der Tumor lokal nur betroffen ist, wollen wir in der Therapie dann eben eine systemische Therapie machen, um Metastasen woanders zu verhindern.

Wir haben auch gewisse Substanzen, die systemisch im Gehirn wirken. Wir haben Substanzen, die eben im Knochen spezifisch wirken oder in anderen Organen. Da müssen wir dann anhand des Metastasentyps uns orientieren.

Welche Symptome können bei Lungenkrebs auf Metastasen hinweisen?

Typische Metastasenorte, -lokalisation wären im Knochen beim Lungenkrebs, genauso auch im Gehirn oder in der Lunge oder auch Leber und Nebenniere. Je nachdem, wo diese Metastasen zu finden sind, können dann Beschwerden auftreten, z.B. Knochenmetastasen führen typischerweise zu Schmerzen am Knochen, führen zur Bewegungseinschränkung dort vielleicht an der Stelle. Das wäre ein Beschwerdebild, wo man als Arzt hellhörig werden würde.

Andererseits neurologische Veränderungen, Kopfschmerzen, Bewegungseinschränkungen, an Extremitäten können ein Hinweis sein für Hirnmetastasen. Jegliche neurologische Veränderung, da ist ein breites Spektrum zu finden.

Zusätzlich Schmerzen im rechten Oberbauch, wo die Leber zu finden wäre, wäre ein Hinweis mitunter auf eine Lebermetastasierung, um das kurz anzuschneiden. Wobei das Spektrum wirklich sehr umfassend ist und sehr schwer einzugehen. Darum bei jedem Beschwerdebild, das neu ist oder wo Sie irritiert sind: Bitte das dem Arzt immer mitzuteilen, um zu verhindern, dass was untergeht.

Symptome von Lungenkrebs

Lungenkrebs im Frühstadium macht keine Beschwerden. Es gibt keine Symptome, die auf eine Krebsvorstufe oder einen Tumor im sehr frühen Stadium hinweisen. Die bei Lungenkrebs auftretenden Symptome sind außerdem nicht spezifisch und kommen auch bei anderen Erkrankungen vor. In vielen Fällen ist die Lungenkrebserkrankung deshalb zum Zeitpunkt der Diagnose bereits fortgeschritten.

Erste Symptome

Symptome können durch die Tumorausbreitung selbst, durch eine Streuung in andere Körperregionen oder durch Allgemeinsymptome entstehen. Folgende Beschwerden können ein Hinweis auf eine Lungenkrebserkrankung sein:

Husten: Husten ist das häufigste Symptom bei Lungenkrebs. Sowohl ein neu auftretender, länger anhaltender Husten als auch ein bereits bestehender Husten, der sich verändert oder verschlimmert, können ein Hinweis sein.

Gewichtsverlust: Wenn ein deutlicher Gewichtsverlust innerhalb einiger Wochen oder Monate auftritt, kann das auf eine Krebserkrankung hindeuten. Voraussetzung ist, dass in dieser Zeit keine Reduktionsdiät gemacht wurde und keine anderen Erkrankungen aufgetreten sind, die zu Gewichtsverlust führen können (z. B. Magen-Darm-Infektionen, chronisch entzündliche oder psychische Erkrankungen).

Luftnot: Lungenkrebs geht häufig mit Atemnot einher. Grund kann eine Einengung der Atemwege sein, weshalb zentral gelegene Tumoren eher und früher Luftnot verursachen.

Brustschmerzen: Brustschmerzen können vom Tumor selber ausgehen oder durch seine Ausbreitung auf andere Strukturen im Brustkorb, wie z. B. die Brustwand, Nerven, Gefäße oder die Speiseröhre hervorgerufen werden.

Blutiger Auswurf: Die Beimengung von Blut im Auswurf wird auch Hämoptysen genannt. Es kann sich um geringe, aber auch größere Mengen Blut handeln. Bluthusten sollten Sie immer ernst nehmen, auch wenn er bei anderen Erkrankungen vorkommen kann (z. B. bei Bronchitis, Lungenentzündung oder Tuberkulose).

Symptome außerhalb des Brustkorbes: Bei etwa einem Drittel der PatientInnen hat der Tumor bei Diagnosestellung bereits in andere Körperregionen gestreut. Es kann vorkommen, dass die ersten Beschwerden außerhalb des Brustkorbes auftreten.

Betroffen sein können vor allem Knochen (Wirbelsäule und lange Röhrenknochen), Leber, Nebennieren oder Gehirn sowie in Lymphknoten. Dadurch entstehende Symptome können sein: Rückenschmerzen, Knochenschmerzen, Blutarmut, Gelbsucht (bei Leberbefall), Kopfschmerzen und Übelkeit

Häufig sind auch Allgemeinsymptome wie Erschöpfung (Fatigue), Appetitlosigkeit und (seltener) Nachtschweiß oder Fieber

Paraneoplastische Syndrome werden Krankheitserscheinungen genannt, die weder direkt durch den Tumor noch durch Metastasen verursacht werden. Sie können das Hormonsystem, die Blutbildung, Nerven, Haut oder Knochen, die Niere oder den Stoffwechsel betreffen.
Die möglichen Beschwerden können entsprechend vielfältig sein, z. B.: Bluthochdruck, Gewichtszunahme, Muskelschwäche, Herzrasen und Nervosität, Durchfall, Hautveränderungen u.a.

Spätere Symptome

Die drei häufigsten Symptome bei fortgeschrittener Lungenkrebserkrankung sind: Atemnot, Husten und Bluthusten (Hämoptysen) Diese Beschwerden können mit fortschreitender Erkrankung an Häufigkeit und Intensität zunehmen. Auch Symptome durch Metastasen treten mit fortschreitender Erkrankung häufiger auf, wie z.B.: Rückenschmerzen, Knochenschmerzen, Müdigkeit und Schwäche, Kopfschmerzen und Verwirrtheit

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Wann soll ich eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen?

Sind Sie Raucher, ist es ganz wichtig, regelmäßig zum Lungenfacharzt zu gehen, um hellhörig in Bezug auf einen Lungenkrebs zu sein. Es wird derzeit ein sogenanntes Screening-Programm für Lungenkrebs in die Wege geleitet in Österreich. Beim Stand derzeit, Jahr 2020, haben wir noch kein routinemäßiges Screening-Programm etabliert, wird aber bald kommen.

Sollten Sie an Lungenkrebs erkrankt sein und es tritt ein Beschwerdebild neu auf oder es sind irgendwelche Beschwerden, die Ihnen unklar sind, bitte immer einmal etwas zu viel sagen als zu wenig.

Sind Sie Raucher und Sie haben Atemnot, eine Änderung des Hustencharakters, Blut im Husten oder ähnliche Beschwerden — Bitte suchen Sie Ihren Lungenfacharzt auf, um diese Beschwerden mit ihm zu besprechen.

Ganz wichtig: Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig beim Arzt gewesen zu sein.

Warum sollte ich als RaucherIn regelmäßig zur Kontrolle beim Lungenfacharzt gehen?

Sind Sie Raucher, ist es ist ganz wichtig, regelmäßig zum Lungenfacharzt zu gehen, regelmäßige Kontrollen durchzuführen, um auch ein gewisses Risiko für den Lungenkrebs zu reduzieren.

Sind Sie Raucher und wollen nicht aufhören, ist es auch gut, zum Lungenfacharzt zu gehen, um motiviert zu werden.

Sind Sie Raucher und wollen unbedingt aufhören und schaffen Sie es nicht: Bitte suchen Sie den Lungenfacharzt auf, um eine Rauchentwöhnung durchzuführen.

Möglichkeiten zur Vorbeugung und Früherkennung

Der wirksamste Ansatz um Lungenkrebs vorzubeugen ist der Verzicht auf Zigaretten. Körperliche Bewegung kann das Lungenkrebsrisiko verringern. Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung mit viel Früchten und Gemüse reduziert ebenfalls das Lungenkrebsrisiko. Für Chemoprävention (Zufuhr bestimmter Stoffe wie z. B. ß-Carotin, Vitamine, Spurenelemente oder Stoffe aus Heilpflanzen) konnte bislang noch keine eindeutige positive Wirkung nachgewiesen werden.

Wussten Sie schon

Für RaucherInnen sind Husten und verschleimte Bronchien möglicherweise nichts Ungewöhnliches. Falls bei Ihnen Symptome wie stärker werdender Husten, Luft- und Atemnot, blutiger Auswurf, Schmerzen oder Fieberschübe auftreten, sollten Sie diese unbedingt ernst nehmen. Hier handelt es sich um Warnzeichen, die Sie mit dem Arzt besprechen sollten.

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Können Lungenröntgen, Bluttests oder Sputum-Untersuchungen zur Früherkennung von Lungenkrebs eingesetzt werden?

Mit einem Lungenröntgen, mit einer Blutabnahme oder mit einem Sputum-Test, also wo man hineinspuckt und vorzeitig versucht, etwas zu erkennen oder durch die Atemluft können wir derzeit Lungenkrebs nicht früh erkennen.

Ganz häufig: Der Raucher geht zum Lungenfacharzt, macht die Lungenfunktion, macht den Lungenröntgen. Es ist alles in Ordnung, und man hat dann so eine Art Pickerl – „Man kann weiter rauchen“. Das ist eine komplette Falschinformation. Wenn man zu dem Zeitpunkt, wo man beim Lungenfacharzt war, keinen Lungenkrebs hat, heißt das nicht, dass in der nächsten Zeit der Lungenkrebs ausgeschlossen ist.

Aber ein Lungenröntgen, Sputumanalysen, Blutabnahme dienen zum Screening, zur Früherkennung nicht.

Gibt es ein Screening-Programm für Lungenkrebs?

Wir haben vor einem Jahr in etwa Daten zum Lungenkrebs-Screening gesehen mit einem solchen Low-Dose-CT (Niedrig-Dosis-CT), das bei einer gewissen Risikogruppe, die regelmäßig geraucht haben ab einem gewissen Alter, ich glaube, das Alter war 50 Jahre alt, mit einem solchen Niedrig-Dosis-CT, das in regelmäßigen Abständen durchgeführt wird, eine Früherkennung gelungen ist, und dadurch auch die Lungenkrebssterblichkeit gesenkt worden ist. Diese Projekte waren vor der Corona-Krise in Planung. Diese Planung ist jetzt durch diese Corona-Krise, durch unsere Task Force der österreichischen Gesellschaft für Pneumologie und Radiologie etwas ins Stocken geraten. Ich hoffe, dass die Corona-Krise bald besiegt ist, dass wir uns dann bald wieder um diese Kernthemen Lungenkrebs-Screening, Lungenkrebs-Früherkennung kümmern können und etablieren können. Derzeit, in der jetzigen Situation gibt es aber noch kein entwickeltes Programm. Aber wir gehen davon aus, dass das in Kürze stattfinden kann.

Untersuchungen zur Vorsorge bei Lungenkrebs

Krebserkrankungen sind meist umso besser behandelbar und eher heilbar, je früher sie erkannt werden. Die Möglichkeiten der Früherkennung von Lungenkrebs sind begrenzt.

In erster Linie kommt dabei die Thorax-CT zum Einsatz:
Die Computertomographie des Brustkorbes ist die geeignetste Methode zur Früherkennung eines Bronchialkarzinoms. Von einigen Fachgruppen gibt es Empfehlungen, bestimmten Risikopersonen ab z.B. dem 50. Lebensjahr, vor allem bei Vorliegen von zusätzlichen Risikofaktoren, wie beruflicher Schadstoffexposition oder familiärer Lungenkrebsbelastung, jährliche CT- Untersuchungen anzuraten. In Österreich gibt es noch kein Screening-Programm zur Früherkennung.

Wegen mangelnder Treffsicherheit oder unverhältnismäßiger Belastung nicht empfohlen werden Lungenröntgen, Zelluntersuchung des Auswurfs, endoskopische Untersuchung der Bronchien (Bronchoskopie) und die Bestimmung von Tumormarkern.

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  • Fragen an die Ärztin/den Arzt bei Lungenkrebs Im hektischen Klinikalltag bleibt häufig kaum Zeit für ausführliche Unterhaltungen. Um sicherzugehen, dass Sie nichts vergessen, können Sie sich mit dieser Fragenliste schon zu Hause auf das Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt vorbereiten und die wichtigsten Fragen schriftlich festhalten.

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Geprüft OA Dr. Maximilian Hochmair: Stand 08.09.2020 | AT-3781 | Quellen und Bildnachweis

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