1. Was ist Lungenkrebs?

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Was genau ist Lungenkrebs?

Durch Faktoren wie zum Beispiel Zigarettenrauch oder durch andere genetische Veränderungen kann es dazu kommen, dass sich normal wachsende Zellen durch regelmäßige chronische Entzündungen oder durch irgendwelche andere Einflussfaktoren genetisch verändern und dadurch nicht mehr so wachsen, wie sie wachsen sollten, auch nicht mehr erkennen, ob eine anliegende Zelle vorhanden ist, und einfach dann Zellen, Tumorzellen, dann in gesundes Lungengewebe einwachsen können. Und dadurch entsteht Krebs.

Welche Arten von Lungenkrebs gibt es und welche ist am häufigsten?

Wir unterscheiden beim Lungenkrebs zwei unterschiedliche Typen:

  • einerseits das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom; das macht ungefähr 85 Prozent der Patienten aus,
  • auf der anderen Seite das kleinzellige Lungenkarzinom, das macht ungefähr 15 Prozent der Patienten aus.

Das kleinzellige Lungenkarzinom ist ein Tumortyp, der relativ schnell wächst, vor allem nur beim Raucher auftritt und sehr stark auf Chemotherapie und Strahlentherapie reagiert beziehungsweise aber leider Gottes recht rasch versteht, wie er einer Therapie ausweichen kann und bald wieder leider Gottes Resistenzen entwickeln kann.

Auf der anderen Seite haben wir das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom. Das macht die größte Gruppe der Patienten aus. Hier unterscheiden wir vier Kerngruppen:

  • Das ist einerseits das Adeno-Karzinom, das mit zirka 60 Prozent die größte Gruppe darstellt, sowohl beim Nichtraucher als auch beim Raucher auftreten kann.
  • Dann haben wir das Plattenepithel-Karzinom, eine typische Rauchererkrankung,
  • und das großzellige Karzinom. Das großzellige unterscheiden wir wieder zwischen einem neuroendokrinen und nicht-neuroendokrinen, aber das ist eine prinzipiell sehr kleine Gruppe von Patienten.

Wenn wir den Tumor nicht irgendwo zuordnen können zu dem Platten-, Adeno-Karzinomen oder zu den großzelligen Karzinomen, bezeichnen wir ihn als NOS, „not otherwise specified“ aus dem Englischen, also wo man nicht zuordnen kann, zu welcher Gruppe die Patienten gehören. Da können wir nur sagen: „nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom NOS“.

Die Erkrankung "Bronchialkarzinom"

Von Lungenkrebs spricht man bei allen bösartigen Tumoren, die von der Lunge ausgehen. Die Lunge besteht aus unterschiedlichen Strukturen und Zelltypen und die Tumorentwicklung kann verschiedene Entstehungsorte haben. Deshalb können sich Symptome und Krankheitsverläufe unterscheiden.

Die Arten von Lungenkrebs

Die häufigste Lungenkrebsart sind Bronchialkarzinome, andere Formen treten wesentlich seltener auf.

Was ist ein Bronchialkarzinom?

Die Bronchien sind baumartige Verzweigungen der Luftröhre, durch die die Atemluft in die Lungen gelangt. Diese sind von Schleimhaut ausgekleidet. Die oberste Deckschicht der Schleimhaut wird Epithel genannt und von Epithelzellen gebildet. Bronchialkarzinome entstehen aus diesen Epithelzellen.

Folgende Tumorarten werden unterschieden:

Nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom
Etwa 80 Prozent aller Lungentumore sind nicht-kleinzellige Lungenkarzinome. Häufig wird für diese Art von Lungenkrazinomen die Abkürzung NSCLC für die englische Bezeichnung “Non Small Cell Lung Cancer” verwendet.

Kleinzelliges Bronchialkarzinom
Etwa 15 Prozent aller Lungentumore sind kleinzellige Lungenkarzinome. Häufig wird für diese Art von Lungenkarzinomen die Abkürzung SCLC für die englische Bezeichnung “Small Cell Lung Cancer” verwendet.

Vorstufen
Vorstufen von bösartigen Tumoren bezeichnet man als Metaplasien. Sie können sich zu gesundem Gewebe zurückbilden, aber auch zu einem Tumor entwickeln.Tumor in situ (wörtlich: Tumor am Ursprungsort) nennt man einen bösartigen Tumor, der noch gänzlich auf die Epithelschicht der Bronchien begrenzt ist. Ein Tumor in situ (abgekürzt Tis) kann noch keine Metastasen verbreiten und ist vollständig heilbar.

Seltenere Lungentumoren
Als Mesotheliome bezeichnet man Tumoren, die vom Lungenfell ausgehen. Sie sind überwiegend durch Asbestbelastung bedingt. In der Lunge können auch Lymphome und Weichteilsarkome vorkommen. Letztere gehen aus Muskel- oder Bindegewebe hervor. Karzinoide nennt man Tumore aus hormonbildenden Zellen. Sie sind selten und zumeist nicht sehr bösartig.

Wussten Sie schon

Karzinome in anderen Organen (wie z. B. Niere, Brust, Leber) können über den Blut- oder Lymphweg auch in die Lunge streuen. In etwa einem Drittel aller Krebserkrankungen wird die Lunge zum Absiedelungsort von Metastasen. Solche Lungenmetastasen anderer Tumore werden nicht als Lungenkrebs bezeichnet.

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Was ist ein kleinzelliges Bronchialkarzinom?

Das kleinzellige Lungenkarzinomen ist die typische Raucher-Krebserkrankung. Es handelt sich hier um einen Tumortyp, der eine sehr hohe oder sehr rasche Tumorverdoppelungszeit aufweist. Das heißt: Nach der Diagnosesicherung ist es wichtig, sehr rasch eine Therapie diesbezüglich auch einzuleiten.

Dieser Tumor hat die Eigenschaft, relativ schnell auch über die Blutbahn Metastasen zu machen. Darum ist eine Ganzkörperuntersuchung hier unbedingt wichtig. Diese sollte inkludieren den Kopf, einen Knochenscan und verschiedenste Organe dargestellt wie Lunge, Leber, Nebenniere.

Die Erkrankung spricht sehr gut auf die Chemotherapie an, wo wir auch jetzt eine Zulassung später beim fortgeschrittenen Karzinom auch für die Immuntherapie haben. Also hier wird die Chemotherapie plus/minus Immuntherapie gegeben bzw. sprechen die Tumore auch gut auf die Strahlentherapie an. Und es wird auch hier überlegt, wenn der Patient geheilt wird oder ein sehr gutes Ansprechen hat, den Kopf sicherheitshalber zu bestrahlen oder zumindest mit dem Patienten zu diskutieren, weil auch hier Metastasen bei einer guten Tumorkontrolle auftreten können. Darum ist auch diese Ganzhirnbestrahlung, die prophylaktische Ganzhirnbestrahlung ohne Vorhandensein von Hirnmetastasen mit dem Patienten zu diskutieren.

 

Was ist ein nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom?

Das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom ist die größte Gruppe. Der stärkste Vertreter hieß hier das Adeno-Karzinomen, das schleimbildende Karzinom, das sowohl beim Raucher- als auch beim Nichtraucher-Patienten auftreten kann. Früher hat man gesagt: „Das ist das typische Karzinom der nie rauchenden Frau.“ Das hat sich aber geändert, weil jetzt genauso Frauen wie auch Männer leider Gottes gleich häufig rauchen und auch der Anteil der Männer und Frauen nahezu ident ist, die zu uns kommen mit dem Lungenkarzinom.

  • Hier ist das Adeno-Karzinom der häufigste Vertreter, wo es auch am meisten Entwicklungen in Bezug auf zielgerichtete Therapie, Immuntherapie in der letzten Zeit gegeben hat. Diese Therapien sind großteils bei lokal fortgeschrittenen oder beim fortgeschrittenen Karzinom derzeit zugelassen. Aber das Adeno-Karzinom eben hier die größte Gruppe, wo wir am meisten Entwicklungen haben.
  • Dann haben wir die zweite größere Gruppe. Es sind die Plattenepithel-Karzinome. Die Plattenepithel-Karzinome sind Erkrankungen, die vor allem beim Raucher auftreten, Tumore, die jetzt nicht direkt irgendwo hineinwachsen, aber eher expansiv und verdrängend wachsen, typischerweise bei Patienten, die starke Zigaretten geraucht haben und diese tief inhaliert haben. Zum Unterschied das Adeno-Karzinom, das in der Peripherie entsteht, wenn man leichtere Zigaretten raucht, wieder den Rauch tiefer inhaliert. Dadurch entsteht hier das Karzinom eher außen. Also das Plattenepithel-Karzinom typischerweise zentraler gelegen, das Adeno-Karzinom an der Peripherie.
  • Die dritte Gruppe ist die Gruppe des NOS, not otherwise specified, wenn man die nicht zu einer dieser genannten Gruppen zuordnen kann.
  • Und sehr selten zum nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom ist noch das großzellige Karzinom, eine sehr kleine Gruppe mit zwei bis drei Prozent dieser Gruppe, die auch zu dieser Gruppe zählen.

Kleinzelliger und nicht-kleinzelliger Lungenkrebs

Die Begriffe „nicht-kleinzellig“ und “kleinzellig” basieren auf der Histologie (Gewebelehre). Nicht-kleinzellig umfasst alle Bronchialkarzinome, die sich im Mikroskop nicht durch kleine Tumorzellen auszeichnen. Kleinzellig ist ein Tumor, wenn im Mikroskop kleine Tumorzellen sichtbar sind.

Das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom

Sehr häufig wird für diese Lungentumoren auch im deutschen Sprachraum die Abkürzung „NSCLC“ verwendet, für die englische Bezeichnung „Non Small Cell Lung Cancer“.

Nicht-kleinzellige Lungenkarzinome machen rund 80 Prozent der Krebserkrankungen der Lunge aus.

Je nachdem, von welcher Art Epithelzellen der Tumor ausgeht, unterscheidet man:

  • Das Plattenepithelkarzinom: Eine Erkrankung, die vorwiegend bei RaucherInnen zu finden ist.
  • Das Adenokarzinom (aus Drüsenzellen der Schleimhaut hervorgehend): Es ist das häufigste Bronchialkarzinom bei RaucherInnen sowie bei NichtraucherInnen und tritt bei Frauen und Männern gleich häufig auf.
  • Weiters werden zwei seltenere Lungenkrebsarten unterschieden: Das großzellige Karzinom und sogenannte neuroendokrine Karzinome.

Das kleinzellige Bronchialkarzinom

Damit werden alle Lungenkarzinome zusammengefasst, bei denen im Mikroskop kleinzelliges Gewebe nachgewiesen werden kann. Das kleinzellige Bronchialkarzinom wird nach dem englischen Begriff „Small Cell Lung Cancer“ mit „SCLC“ abgekürzt. Kleinzellige Lungenkarzinome machen circa 15 Prozent der Lungentumore aus. Diese Tumorart kann rasch wachsen und früh Absiedelungen in anderen Körperregionen bilden (Metastasen).

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Wo kann Lungenkrebs in der Lunge auftreten?

Wo kann Lungenkrebs auftreten? – Prinzipiell ist zu sagen, dass wir auf der rechten Seite der Lunge drei Lappen haben, auf der linken Seite zwei Lappen. Also dort, wo die Herzseite ist, ist ein Lappen weniger. Das Lungenkarzinom kann prinzipiell überall in der Lunge auftreten.

  • Früher war das Plattenepithel-Karzinom, das sehr zentral lokalisiert war, die typischste Erkrankung. Hier hat man vor allem das zurückgeführt auf Zigaretten, die ohne Filter geraucht worden sind, starke Zigaretten, die nicht sehr tief inhaliert worden sind. Darum ist das Karzinom eher in der sehr zentralen Region entstanden.
  • Die Adeno-Karzinome, die durch die Leicht-Zigaretten jetzt häufiger zu finden sind, sind eher in der Peripherie zu finden. Peripherie heißt also weiter außen, brustwandnäher als die Plattenepithel-Karzinome, weil der Rauch tiefer inhaliert wird. Und hier entsteht das Adeno-Karzinom, das schleimbildende Karzinom, üblicherweise auch weiter außen.

Von der Lokalisation her oder von der Größe etc ausgehend müssen wir immer eine individuelle Therapieentscheidung treffen. Ob das jetzt im Oberlappen, Unterlappen, Mittellappen zu finden ist, hat auf die therapeutische Entscheidung individuell nur einen Einfluss.

Lage des Lungentumors

Wo in der Lunge kann Lungenkrebs auftreten? Entsteht ein Tumor eher mittig um die großen Bronchien, spricht man von einer zentralen (auch hilären) Lage. Wächst er eher in den äußeren Lungenbereichen oder an den Lungenrändern, nennt man das eine periphere Lokalisation.

Grundsätzlich können Lungentumore überall in der Lunge auftreten. Manche Subgruppen entstehen jedoch vorwiegend an bestimmten Lokalisationen.

  • Das kleinzellige Bronchialkarzinom und das Plattenepithelkarzinom sind häufig zentral um die großen Bronchien gelegen.
  • Adenokarzinome entstehen meistens eher am Lungenrand (peripher).
  • Der Pancoast-Tumor ist eine Sonderform des Bronchialkarzinoms, der in den obersten Spitzen der Lunge (etwa auf Höhe des Schlüsselbeins) auftritt.

Für die genaue Lagebestimmung werden Lungentumoren den entsprechenden Lungenlappen und Lungensegmenten sowie Bronchialästen zugeordnet.

Wussten Sie schon

Die Lage des Tumors hat Auswirkung auf die Therapie. Sie ist mitentscheidend dafür, ob eine operative Entfernung möglich ist. Wenn eine Operation durchgeführt wird ist sie aber auch mitentscheidend dafür, welche Art der Operation gewählt wird. Mehr zu Therapiemöglichkeiten von Lungenkrebs erfahren Sie im Online-Kurs zur Behandlung von Lungenkrebs.

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  • Fragen an die Ärztin/den Arzt bei Lungenkrebs Im hektischen Klinikalltag bleibt häufig kaum Zeit für ausführliche Unterhaltungen. Um sicherzugehen, dass Sie nichts vergessen, können Sie sich mit dieser Fragenliste schon zu Hause auf das Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt vorbereiten und die wichtigsten Fragen schriftlich festhalten.

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Geprüft OA Dr. Maximilian Hochmair: Stand 08.09.2020 | AT-3781 | Quellen und Bildnachweis

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