1. Was ist Lungenkrebs?

Die Erkrankung "Bronchialkarzinom"

Von Lungenkrebs spricht man bei allen bösartigen Tumoren, die von der Lunge ausgehen. Die Lunge besteht aus unterschiedlichen Strukturen und Zelltypen und die Tumorentwicklung kann verschiedene Entstehungsorte haben. Deshalb können sich Symptome und Krankheitsverläufe unterscheiden.

Die Arten von Lungenkrebs

Die häufigste Lungenkrebsart sind Bronchialkarzinome, andere Formen treten wesentlich seltener auf.

Was ist ein Bronchialkarzinom?

Die Bronchien sind baumartige Verzweigungen der Luftröhre, durch die die Atemluft in die Lungen gelangt. Diese sind von Schleimhaut ausgekleidet. Die oberste Deckschicht der Schleimhaut wird Epithel genannt und von Epithelzellen gebildet. Bronchialkarzinome entstehen aus diesen Epithelzellen.

Folgende Tumorarten werden unterschieden:

Nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom
Etwa 80 Prozent aller Lungentumore sind nicht-kleinzellige Lungenkarzinome. Häufig wird für diese Art von Lungenkrazinomen die Abkürzung NSCLC für die englische Bezeichnung “Non Small Cell Lung Cancer” verwendet.

Kleinzelliges Bronchialkarzinom
Etwa 15 Prozent aller Lungentumore sind kleinzellige Lungenkarzinome. Häufig wird für diese Art von Lungenkarzinomen die Abkürzung SCLC für die englische Bezeichnung “Small Cell Lung Cancer” verwendet.

Vorstufen
Vorstufen von bösartigen Tumoren bezeichnet man als Metaplasien. Sie können sich zu gesundem Gewebe zurückbilden, aber auch zu einem Tumor entwickeln.Tumor in situ (wörtlich: Tumor am Ursprungsort) nennt man einen bösartigen Tumor, der noch gänzlich auf die Epithelschicht der Bronchien begrenzt ist. Ein Tumor in situ (abgekürzt Tis) kann noch keine Metastasen verbreiten und ist vollständig heilbar.

Seltenere Lungentumoren
Als Mesotheliome bezeichnet man Tumoren, die vom Lungenfell ausgehen. Sie sind überwiegend durch Asbestbelastung bedingt. In der Lunge können auch Lymphome und Weichteilsarkome vorkommen. Letztere gehen aus Muskel- oder Bindegewebe hervor. Karzinoide nennt man Tumore aus hormonbildenden Zellen. Sie sind selten und zumeist nicht sehr bösartig.

Wussten Sie schon

Karzinome in anderen Organen (wie z. B. Niere, Brust, Leber) können über den Blut- oder Lymphweg auch in die Lunge streuen. In etwa einem Drittel aller Krebserkrankungen wird die Lunge zum Absiedelungsort von Metastasen. Solche Lungenmetastasen anderer Tumore werden nicht als Lungenkrebs bezeichnet.

Kleinzelliger und nicht-kleinzelliger Lungenkrebs

Die Begriffe „nicht-kleinzellig“ und “kleinzellig” basieren auf der Histologie (Gewebelehre). Nicht-kleinzellig umfasst alle Bronchialkarzinome, die sich im Mikroskop nicht durch kleine Tumorzellen auszeichnen. Kleinzellig ist ein Tumor, wenn im Mikroskop kleine Tumorzellen sichtbar sind.

Das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom

Sehr häufig wird für diese Lungentumoren auch im deutschen Sprachraum die Abkürzung „NSCLC“ verwendet, für die englische Bezeichnung „Non Small Cell Lung Cancer“.

Nicht-kleinzellige Lungenkarzinome machen rund 80 Prozent der Krebserkrankungen der Lunge aus.

Je nachdem, von welcher Art Epithelzellen der Tumor ausgeht, unterscheidet man:

  • Das Plattenepithelkarzinom: Eine Erkrankung, die vorwiegend bei RaucherInnen zu finden ist.
  • Das Adenokarzinom (aus Drüsenzellen der Schleimhaut hervorgehend): Es ist das häufigste Bronchialkarzinom bei RaucherInnen sowie bei NichtraucherInnen und tritt bei Frauen und Männern gleich häufig auf.
  • Weiters werden zwei seltenere Lungenkrebsarten unterschieden: Das großzellige Karzinom und sogenannte neuroendokrine Karzinome.

Das kleinzellige Bronchialkarzinom

Damit werden alle Lungenkarzinome zusammengefasst, bei denen im Mikroskop kleinzelliges Gewebe nachgewiesen werden kann. Das kleinzellige Bronchialkarzinom wird nach dem englischen Begriff „Small Cell Lung Cancer“ mit „SCLC“ abgekürzt. Kleinzellige Lungenkarzinome machen circa 15 Prozent der Lungentumore aus. Diese Tumorart kann rasch wachsen und früh Absiedelungen in anderen Körperregionen bilden (Metastasen).

Lage des Lungentumors

Wo in der Lunge kann Lungenkrebs auftreten? Entsteht ein Tumor eher mittig um die großen Bronchien, spricht man von einer zentralen (auch hilären) Lage. Wächst er eher in den äußeren Lungenbereichen oder an den Lungenrändern, nennt man das eine periphere Lokalisation.

Grundsätzlich können Lungentumore überall in der Lunge auftreten. Manche Subgruppen entstehen jedoch vorwiegend an bestimmten Lokalisationen.

  • Das kleinzellige Bronchialkarzinom und das Plattenepithelkarzinom sind häufig zentral um die großen Bronchien gelegen.
  • Adenokarzinome entstehen meistens eher am Lungenrand (peripher).
  • Der Pancoast-Tumor ist eine Sonderform des Bronchialkarzinoms, der in den obersten Spitzen der Lunge (etwa auf Höhe des Schlüsselbeins) auftritt.

Für die genaue Lagebestimmung werden Lungentumoren den entsprechenden Lungenlappen und Lungensegmenten sowie Bronchialästen zugeordnet.

Wussten Sie schon

Die Lage des Tumors hat Auswirkung auf die Therapie. Sie ist mitentscheidend dafür, ob eine operative Entfernung möglich ist. Wenn eine Operation durchgeführt wird ist sie aber auch mitentscheidend dafür, welche Art der Operation gewählt wird. Mehr zu Therapiemöglichkeiten von Lungenkrebs erfahren Sie im Online-Kurs zur Behandlung von Lungenkrebs.

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Geprüft OA Dr. Maximilian Hochmair: Stand 08.09.2020 | AT-3781 | Quellen und Bildnachweis

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