1. Therapieoptionen bei Multipler Sklerose

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei der Multiplen Sklerose?

Die Behandlungsmöglichkeiten haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Therapie der Multiplen Sklerose (MS) stützt sich vor allem auf drei  Säulen:

  • Schubtherapie: Darunter ist die akute, sofortige Behandlung während eines MS-Schubs gemeint. Dabei werden in erster Linie Glukokortikoide (Kortison) eingesetzt.
  • Intervalltherapie: Ziel ist es, durch eine langfristige Anwendung den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen. Das Immunsystem soll so verändert werden, dass Entzündungen bzw. Schübe gar nicht erst entstehen. Dazu werden Medikamente eingesetzt, die das Immunsystem direkt beeinflussen (Immunmodulatoren). Die Forschung hat in diesem Bereich in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte erzielt und zahlreiche neue Medikamente hervorgebracht. MS-Betroffene können daher im besten Falle heutzutage ein fast normales Leben führen.
  • Symptomatische Therapie: Damit sind alle Maßnahmen gemeint, die zur Besserung verschiedener Krankheitssymptome beitragen. Symptome wie erhöhte Muskelspannung (Spastik), Schmerzen und Erschöpfung sollen durch Medikamente und physiotherapeutische Maßnahmen gelindert werden. Ziel ist es, die Lebensqualität zu verbessern und zu erhalten.
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Können unterschiedliche Behandlungen kombiniert werden?

Unterschiedliche Behandlungsformen der drei verschiedenen Therapiesäulen können miteinander kombiniert werden. Dadurch soll der Zeitraum der Beschwerdefreiheit möglichst lange ausgedehnt werden. Die symptomatische Therapie richtet sich nach den einzelnen Beschwerden. Hier kann es sinnvoll sein, verschiedene Medikamente zu kombinieren, um unterschiedliche Beschwerden zu lindern.

Die Intervalltherapie ist eine sogenannte Monotherapie, das heißt es wird nur ein Medikament zur Beeinflussung des Immunsystems zur gleichen Zeit eingenommen. Bei der Umstellung von Therapien auf andere Medikamente sind gegebenenfalls Wartezeiten zu beachten.

Wie lange dauert eine Behandlung bei Multipler Sklerose?

Die Behandlungsdauer hängt von der jeweiligen Therapieform ab. Der akute Schub wird im Rahmen der Schubtherapie in der Regel über drei bis fünf Tage behandelt. Diese Kurztherapie soll vor allem die Dauer des Schubes abdecken und höchstens ein bis zwei Wochen darüber hinaus angewendet werden.

Die Intervalltherapie hingegen ist eine Langzeittherapie, die eine Reduktion der Schübe bewirken soll. In Abhängigkeit vom Alter und dem Krankheitsverlauf dauert diese Behandlung daher meist mehrere Jahrzehnte. Ob eine lebenslange Therapie nötig und sinnvoll ist, wird aktuell noch untersucht.

Die symptomatische Therapie richtet sich nach der Ausprägung der Symptome und kann sowohl als Kurztherapie akute Beschwerden lindern, als auch begleitend als Langzeittherapie eingesetzt werden.

Wie oft sollte ich zu Kontrolluntersuchungen gehen?

Mindestens einmal im Jahr sollten Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt über die persönliche Situation, Symptome und Therapieeffekte sprechen. Nach einem Schub oder wenn eine Therapie begonnen oder verändert wird, können zusätzliche Untersuchungen notwendig sein. Welche Untersuchungen das sind, ist abhängig von der jeweiligen Therapie. In der Regel erfolgt eine körperliche Untersuchung, eine MRT-Untersuchung und eine Liquor-Untersuchung.

Geprüft Priv. Doz. Dr. Gabriel Bsteh: Stand Dezember 2022 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.