5. Tiefe Hirnstimulation (THS) bei Morbus Parkinson

Was ist eine Tiefe Hirnstimulation?

Die Tiefe Hirnstimulation zählt zu den operativen Therapiemaßnahmen bei Morbus Parkinson. Diese wird vor allem in fortgeschrittenen Stadien eingesetzt, wenn die Patient:innen stark unter den Beschwerden leiden und eine medikamentöse Therapie nicht mehr dauerhaft zu einer Besserung führt. Ein weiterer Grund für diese Therapie ist ein sehr starkes, dauerhaftes Zittern (Tremor ). Bereits in einem frühen Krankheitsstadium kann durch diese Operation das Zittern deutlich reduziert werden und somit die Lebensqualität wiederhergestellt werden.

Wie läuft eine Tiefe Hirnstimulation ab?

Bei der Tiefen Hirnstimulation werden Elektronen an das Gehirnareal eingesetzt, das bei Morbus Parkinson geschädigt ist, also dort wo die Symptome ihren Ursprung haben (den Basalganglien). Die Elektroden können dieses Areal sehr zielgenau stimulieren. Somit können besonders die körperlichen Symptome, wie Rigor (Muskelsteifigkeit), Tremor (Zittern) und Verlangsamung von Bewegungen (Akinese ) reduziert werden. Eine Besonderheit bei dieser Operation ist, dass Sie bei dieser meistens wach sind. Dadurch kann während der Operation kontrolliert werden, ob die Elektroden richtig platziert wurden. Alle Bereiche werden jedoch örtlich betäubt, sodass Sie währenddessen keinerlei Schmerzen verspüren. Das Gehirn selbst ist schmerzunempfindlich!

Welche Nebenwirkungen und Risiken birgt die Tiefe Hirnstimulation?

Da es sich bei der Tiefen Hirnstimulation um eine Operation handelt, gelten auch hier die allgemeinen Risiken einer Operation. Hierzu zählen Blutungen, Schädigung von umliegendem Gewebe oder auch Infektionen der Operationsstelle. Da die Operation unter sterilen und standardisierten Bedingungen im Operationssaal stattfindet, sind Komplikationen sehr selten. Sollte es jedoch zu einer kommen, können diese erkannt und schnell behandelt werden. Um Komplikationen durch eine falsche Lage der Elektronen zu vermeiden, sind die Patient:innen während der Operation wach. Dadurch ist es möglich diese direkt zu erkennen und die Elektrode anders zu positionieren.

Welche Ergebnisse kann ich von der Tiefen Hirnstimulation erwarten?

Die Entdeckung und stetige Weiterentwicklung der Tiefen Hirnstimulation ist einer der größten Erfolge der Parkinson-Forschung. Diese Operation kann in einem Drittel der Fälle die typischen Symptome deutlich und langfristig lindern, wodurch sich zugleich auch der Nachtschlaf bessert. Hierzu zählen:

  • Bewegungsverlangsamung (=Akinese)
  • Muskelsteifigkeit (=Rigor)
  • Zittern (=Tremor)

Wichtig ist zu wissen, dass sich bereits vorbestehende Einschränkungen der Gehirnleistung (Demenz) sowie durch L-Dopa nicht beeinflussbare Sprech-, Gang- und Gleichgewichtsstörungen durch die Operation nicht verbessert werden können.

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Geprüft OÄin Dr.in Mariella Kögl und Assoz. Prof.in Priv.-Dozin Dr.in Petra Schwingenschuh: Stand Dezember 2023 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.
(Zirkardianer Rhythmus )
Biologisches Phänomen, das in einem Rhythmus von ungefähr 24-Stunden bestimmte körperliche Funktionen beeinflusst.  Ein Beispiel ist der Schlaf-Wach-Zyklus durch die Freisetzung des Schlafhormons.
Akinese
Medizinischer Fachbegriff für eine Verlangsamung der Bewegungen. Es beschreibt die für Parkinson typische Bewegungsarmut.
Elektroden
Eine Elektrode ist ein elektrisch leitendes Objekt. Diese kann sowohl außerhalb des Körpers angebracht werden, wie beim EKG, oder im Körper.
Rigor
Dies ist der medizinische Fachausdruck für eine anhaltende Muskelstarre.
Tremor
Dies ist die medizinische Bezeichnung für das unwillkürliche Zittern eines oder mehrere Körperteile.