1. Schizophrenie verstehen

Diagnose Schizophrenie

Die Diagnose Schizophrenie ist sehr breit gefasst und beinhaltet zahlreiche verschiedene Ausprägungsformen und Schweregrade.

Was ist Schizophrenie?

Im Großen und Ganzen ist unter Schizophrenie eine Verkennung der Wirklichkeit zu verstehen. Das bedeutet, dass die Betroffenen die reale Welt, in der wir Menschen uns bewegen, anders wahrnehmen. Für sie sind ihre Gedanken wahr und nicht korrigierbar. Es kommt zu einer Verschiebung der Realität.

Die Wahrscheinlichkeit, einmal im Leben eine kurze schizophrene Episode zu erleiden, ist gar nicht so selten. Grob geschätzt erkrankt eine von 100 Personen an Schizophrenie.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Die Geschlechterverteilung liegt bei 2:1. Das bedeutet, dass zweimal so viele männliche Personen von einer Schizophrenie betroffen sind wie weibliche. Die Erkrankung beginnt im Schnitt meist im jungen Erwachsenenalter, also etwa zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr. Weibliche Personen können auch später, um die Zeit ihrer Menopause, an Schizophrenie erkranken.

Menopause und Schizophrenie

Die Menopause ist der Zeitraum nach der letzten Menstruation und das Ende der Fruchtbarkeit der Frau. In diesen Monaten verändern sich die weiblichen Geschlechtshormone stark. Das hormonelle Ungleichgewicht im Körper erhöht die Wahrscheinlichkeit für psychotische Schübe.

Schizophrenie und das Gehirn

Die Schizophrenie ist eine Erkrankung, die Auswirkungen auf die Gehirnstruktur hat. Auch wichtige Botenstoffe werden beeinflusst.

Ist die Schizophrenie eine psychische Erkrankung?

Die Schizophrenie gehört zu den psychiatrischen Erkrankungen und wird deshalb als psychische Krankheit gewertet. Die Schwere der Ausprägung sowie die Behandlungsmöglichkeiten sind je nach PatientIn unterschiedlich.

Was passiert bei der Schizophrenie im Gehirn?

Bei der Schizophrenie lassen sich organische, also direkte Veränderungen im Gehirn feststellen. Eine MRT-Untersuchung kann hier Aufschluss geben. MRT steht für Magnetresonanztomographie und ist ein diagnostisches Verfahren in der Medizin, um den Körper bildhaft darzustellen. Im Gegensatz zum Röntgen werden bei der MRT keine Röntgenstrahlen benötigt. Bei der Schizophrenie kann die MRT-Untersuchung Veränderungen gewisser Hirnareale sichtbar machen.

Auch der Hirnstoffwechsel kann bei der Schizophrenie auffällig sein. Dieser lässt sich mithilfe einer sogenannten PET-CT-Untersuchung überprüfen. Unter den Begriff des Hirnstoffwechsels fallen alle im Gehirn ablaufenden Reaktionen, also zum Beispiel die Kommunikation zwischen Nervenzellen mithilfe von Botenstoffen. Eine PET-CT-Untersuchung ist eine Kombination aus Positronenemissionstomographie und Computertomographie.

Was ist Dopamin und was macht es im Gehirn?

Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff im Gehirn und koordiniert viele lebensnotwendige Abläufe im Hirnstoffwechsel. Bei einer Schizophrenie kann es zu einem Ungleichgewicht von Dopamin und somit zu einer Fehlsteuerung von Gehirnaktivitäten kommen. Die Folge sind viele verschiedene psychische und körperliche Symptome.

Arten der Schizophrenie

Die Schizophrenie lässt sich in unterschiedliche Arten einteilen, die sich je nach Ausprägungsart und Schwere unterscheiden.

Welche unterschiedlichen Arten von Schizophrenie gibt es?

Folgende Arten der Schizophrenie sind am häufigsten:

  • Paranoide Schizophrenie
  • Hebephrene Schizophrenie
  • Katatone Schizophrenie
  • Undifferenzierte Schizophrenie (unklare Schizophrenieform)
  • Schizophrenes Residuum

Wie unterscheiden sich die verschiedenen Arten?

Paranoide Schizophrenie

  • Häufigste Form der Schizophrenie
  • Typische Symptome: Halluzinationen, Wahn (Verfolgungswahn etc.)
    Mehr zu den Symptomen der Schizophrenie erfahren Sie in Lektion 3.

Hebephrene Schizophrenie

  • Tritt bereits früh im Jugend- und jungen Erwachsenenalter auf.
  • Schwerer, chronischer Verlauf typisch
  • Oftmals Begleitung notwendig, z.B. durch betreutes Wohnen

Katatone Schizophrenie

  • Akuter psychiatrischer Notfall, behandlungsnotwendig
  • PatientIn ist nicht ansprechbar und reagiert nicht auf äußere Reize.
  • Starke Muskelanspannung typisch, die zum Nierenversagen führen kann 

Schizophrenes Residuum

  • Jahrelange Schizophrenie
  • Depressive Komponenten
  • Wenig Wahn und Halluzinationen
  • Konzentrationsstörungen

Ist die Behandlung je nach Art unterschiedlich?

Grundsätzlich ist die Behandlung der Schizophrenie relativ einheitlich und besteht aus mehreren therapeutischen Komponenten. Die Behandlung der Schizophrenie umfasst folgendes:

  • Antipsychotika
  • Psychotherapie
  • Psychoedukation
  • Soziotherapie

Die katatone Schizophrenie benötigt zusätzlich noch:

  • Beruhigungsmittel
  • Infusionen, die dem Körper bei der Entgiftung schädlicher Stoffe helfen

Sind Psychosen und Schizophrenie das Gleiche?

Psychose ist ein Überbegriff für eine Reihe von verschiedenen psychotischen Erkrankungen.
Schizophrenie Erkrankte können zwar unter anderem an Psychosen leiden, diese können aber auch bei anderen Krankheitsbildern, z.B. Epilepsie, auftreten.

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