3 Buchempfehlungen von Krebspatientinnen

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Wir haben drei Frauen gefragt, welches Buch ihnen im Umgang mit dem Krebs am meisten geholfen hat. Dabei sollten die Buchtipps nicht nur auf Bücher beschränkt sein, die sich direkt dem Umgang mit Krebs widmen, sondern Bücher, die für sie persönlich am hilfreichsten waren:

Kreativität als Heilung – Jana Momeni

Jana Momeni ist Brustkrebspatientin, Mutter und Bloggerin. Auf Instagram gibt sie Einblicke in ihren Alltag. Sie beschreibt sich selbst als Mutmacherin. 

Die Frage, welches Buch mich in besonderer Weise durch meine Krankheit begleitet hat, kann ich gar nicht so leicht beantworten. Schon seit meiner Kindheit bin ich das, was man schlicht als Leseratte bezeichnet. Ich liebe Bücher, darin zu blättern und mich auf ganz besondere Weise von einem Buchcover oder Titel inspirieren zu lassen. Dabei bin ich, was das Genre angeht, nie festgelegt gewesen. Je nach Stimmung und Laune beame ich mich mit einem Buch in meine eigene Welt. Als mir die Diagnose Brustkrebs zu Beginn des Jahres die Füße unter dem Boden weggerissen hat, begann für mich eine Zeit des intensiven Lebens. Ich habe versucht, jeden Tag zu einem besonderen zu machen. Durch diese Zeit haben mich viele kleine Reisebücher begleitet. Träumen – von fernen Ländern und schönen Zielen, die ich unbedingt noch bereisen möchte. Es war schwer für mich, intensiv in Geschichten einzutauchen, da ich mich schlecht auf ein Buch konzentrieren konnte und meine Gedanken immer wieder abgeschweift sind und ich abgelenkt war. Das Wort Krebs zog sich durch meinen Kopf wie ein Krake um meinen Körper. Aber ein Buch hat es geschafft, mich ins Leben zurückzuholen.

Schon lange wollte ich lernen, schöne Buchstaben zu schreiben. Ich habe es endlich geschafft, einen Handlettering-Workshop zu besuchen und fühle Leichtigkeit beim Schreiben und Gestalten eigener kleiner kreativer Arbeiten. Das ist etwas, was bleibt und womit ich anderen eine Freude bereiten kann. Immer, wenn es mir einmal nicht so gut geht, blättere ich in meinem Buch und beginne zu schreiben. Ich bin sehr dankbar für diese schönen Momente und hoffe, noch viel zu lernen und dabei einfach glücklich zu sein. Danke an meine Freundin Kirsten, die mit a.good.feeling.after eine der Herausgeberinnen dieses schönen „Das große Buch der Alphabete“ ist. „Kreativität ist ein mächtiges Werkzeug, durch welches wir sowohl Heilung als auch Bereicherung im Leben erfahren.“

Zwischendurch an andere Dinge denken – Paulina Ellerbrock

Paulina ist Mutter eines fünfjährigen Sohnes und berufstätig. Normalerweise. Im November 2017 erhielt sie die Diagnose Brustkrebs und nimmt die Menschen von Anfang an auf ihrem Blog www.paulinapaulette.com mit sie zu begleiten. Auch auf Instagram ist sie sehr aktiv. Ihr Ziel: “…irgendwann über ‘das Leben nach dem Krebs’ berichten zu können.”

Auf die Frage nach einem hilfreichen Buch während meiner Erkrankung, musste ich erstmal etwas stocken. Ich habe Brustkrebs. Ich habe viel gelesen- zu Beginn viele Arztberichte, Fachartikel, Berichte von Betroffenen, Studien und andere Literatur, die unmittelbar mit dem Thema Krebs zu tun hat. War es hilfreich? Definitiv. Ich wollte alles wissen und sog es auf wie ein Schwamm. Aber es war nicht heilsam. Es war mehr wie Vokabeln lernen. Mit der Zeit merkte ich, wie meine Aufmerksamkeit immer kürzer würde und es mir immer schwerer fiel, längere Texte zu lesen.

Deshalb folgt hier eine ungewöhnliche Buchempfehlung.

Dieses Buch lese ich nicht, weil ich vorhabe demnächst einen Einstellungstest zu machen- im Gegenteil. Es sind winzige Übungseinheiten. Manchmal mache ich 10 Fragen, manchmal nur eine. Manchmal muss ich etwas nachgoogeln und anderes wusste ich schon. Ich muss mich in keinen Kontext einlesen- das Buch liegt seit Monaten neben meinem Bett. Manche Passagen überfliege ich, über manches denke ich nochmal nach. Warum ich es empfehle? Weil es mich beschäftigt. Während der Therapie konnte ich mir damit etwas Gutes tun: Nicht an Krebs zu denken, sondern an viele, viele andere Dinge. Und das ist neben der Krebsdiagnose auch mal eine Wohltat…

Vertrauen und Mut – Alisa Hagemann

Alisa Hagemann ist im Juni 2018 an Brustkrebs erkrankt. Auf Instagram erzählt sie von ihren Erfahrungen mit Krebs. 

Meine Selbstständigkeit als Inhaberin einer Tanzschule habe ich aufgegeben um einen Neustart zu machen. Es ist wichtig in dieser Phase eine positive Einstellung zu Entwickeln und zu behalten. Ich selbst bezeichne mich als Mutmacherin. Mit jedem Ende beginnt ein neuer Anfang. Manchmal ist das Leben wirklich nicht leicht. Alles kommt anders als geplant. Und manche Krisen ereilen uns aus heiterem Himmel. In dem Buch, das ich empfehle, berichten Frauen davon, wie ihr Lebenstraum platzt und sie eine neue Perspektive für ihr Leben bekommen. Oder wie sie mit schwerer Krankheit umgegangen sind. Manche erleben, wie ihre Gebete für ein krankes Baby erhört werden, andere erleben Trost nach einem großen Verlust. Vertrauen und Mut sind meine zwei besten Freunde geworden. Und einen starken Glauben zu haben. Das hilft positiv in die Zukunft zu schauen und gibt Kraft

Redaktion: selpers

Bildnachweis: beigestellte Fotos / Sarah Drölle

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