Gesundes Schlafen – Welche Schlafmythen stimmen wirklich?

Schlafmythen-und-chronische-Krankheiten

Schlafen hat einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden und je wichtiger ein Thema ist, desto mehr Mythen ranken sich darum. Wir klären Sie über gängige Schlafmythen auf und beleuchten diese aus medizinischer Sicht.

 

Mythos 1: Jede/r braucht mindestens 8 Stunden Schlaf.

Mythos! Das Schlafbedürfnis jedes Menschen ist individuell wie auch die Forschung bestätigt. Das Alter spielt dabei eine zentrale Rolle. Laut dem Zentrum für Schlafmedizin in Zürich brauchen Säuglinge und Kleinkinder zwischen 12 und 16 Stunden Schlaf, während Erwachsene zwischen 7 und 8 Stunden schlafen. Extreme KurzschläferInnen fühlen sich bereits nach 4 bis 5, LangschläferInnen nach 10 und mehr Stunden ausgeschlafen. Je nach Ihrer Diagnose kann auch Ihre Krankheit Einfluss auf Ihr Schlafbedürfnis haben.

Mythos 2: Ältere Menschen brauchen weniger Schlaf

Auch das ist ein Mythos, wie das Schweizer Zentrum für Schlafmedizin bestätigt. Laut den ExpertInnen nimmt die Dauer des Nachtschlafs im höheren Alter zwar ab. Die Gesamtschlafzeit auf Grund von Nickerchen untertags etc. bleibt über den ganzen Tag verteilt jedoch unverändert.

Mythos 3: Ausreichend Schlaf ist wichtig für die Gesundheit

Stimmt! Wer ausreichend schläft, sieht nicht nur vitaler aus, sondern ist es auch. Doch Vorsicht: Zu viel Schlaf kann ungesund sein. ForscherInnen der McMaster Universität in Kanada und des Peking Union Medical College in China haben in einer aktuellen Studie belegt: Ein gesunder Mensch braucht täglich zwischen 6 und 8 Stunden Schlaf, doch wer mehr als 8 Stunden schläft, kann ein um 5 Prozent höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder frühzeitigen Tod haben. Bei einer Schlafdauer von 9 bis 10 Stunden steigerten die ProbandInnen der Studie ihr Risiko um 17, mit mehr als 10 Stunden sogar auf 41 Prozent.

Mythos 4: Alkohol hilft beim Schlafen

Mythos! Ein Glas Bier oder Wein ist eine beliebte Art, sich am Abend zu entspannen. Doch dass Alkohol auch die Schlafqualität verbessert, ist ein Irrglaube, wie eine aktuelle Studie aus Finnland belegt. Daten von über 4.000 Personen wurden im Zuge dieser Studie untersucht. Das Ergebnis: Schon ein einziger Drink hat einen negativen Einfluss auf die Qualität des Schlafes.

Konsum von Alkohol reduziert die Regeneration vor allem in den ersten drei Stunden Schlaf massiv. Besonders interessant: Auch die jungen, sportlichen Personen waren nicht gefeit vor dem Stress, dem ihr Köper durch Alkohol ausgesetzt war.

Mythos 5: Der Schlaf vor Mitternacht ist der gesündeste.

Stimmt, wenn es nach Dr. Matt Walker geht, einem britischen Wissenschaftler und Professor für Neurowissenschaften und Psychologie an der University of California, Berkeley. Der Experte unterstreicht in einem Interview mit dem amerikanischen Nachrichtenmagazin Time, wie wichtig der Schlaf in der Nacht ist. Unser Schlaf charakterisiere sich durch einen 90-Minuten-Rhythmus, während sich unser Gehirn zwischen einem tiefen, non-REM-Schlaf (non rapid eye movement) und einem leichterem, traumintensiven REM Schlaf bewege. Er erklärt, dass der besagte erholsame non-REM-Schlaf in den ersten Stunden in der Nacht überwiegt.

Impulse für einen besseren Schlaf

Es sind schon kleine Umstellungen, die Großes bewirken können und Ihnen einen gesunden Schlaf bescheren. Mehr unter:

https://selpers.com/impulse-fuer-besseren-schlaf/

Autorin: Dr. med. Iris Herscovici

Bildnachweis: jirkaejc| Bigstock

© Copyright 2019 - selpers

selpers Gesundes Lernen

Immer informiert

Ja, ich möchte den Newsletter von selpers abonnieren und regelmäßig über Blogbeiträge, Online-Kurse und Veranstaltungen informiert werden.