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Inkontinenz

Von Harninkontinenz sind Frauen und Männer aller Altersgruppen betroffen, auch Kinder können darunter leiden. Mediziner schätzen, dass im deutschsprachigen Raum jeder Achte bist Zehnte von einer Form der Inkontinenz betroffen ist. Hier soll es darum gehen, was Männer tun können, die mit Inkontinenz leben.

Inkontinenz bedeutet, medizinisch gesprochen, einen unwillkürlichen Harnabgang. Beim Sport oder etwa beim Husten verlieren Betroffene einige Tröpfchen Urin.

Volkskrankheit Inkontinenz

Aufgrund ihrer Häufigkeit bezeichnen Mediziner und Selbsthilfegruppen die Inkontinenz unter Männern als „Volkskrankheit“. Nach wie vor ist sie tabuisiert. Wie so oft in der Medizin sind solche Sprechverbote ein Hindernis bei der Therapie von Inkontinenz. Schweigen bedeutet für die Betroffenen, dass unnötig viel Zeit bis zur richtigen Behandlung vergeht. Denn Behandlungsoptionen gibt es viele, die Chancen, dass sich die Symptome bessern stehen sehr gut.

Inkontinenz hat viele Ursachen

Funktionsstörungen der Blase bei Männern können viele verschiedene Ursachen haben. Das Inkontinenzrisiko steigt mit dem Alter. Das hängt vor allem damit zusammen, dass auch Urologische Krankheiten häufiger werden, die Inkontinenz zur Folge haben können. Die regelmäßige Kontrolle beim Urologen für Männer ab 45 ist jedenfalls die beste Vorsorge. Denn oft hängt eine beginnende Inkontinenz mit der Prostata zusammen. Männer, die manchmal tröpfchenweise Urin verlieren sollten sich nicht scheuen, mit einem Urologen darüber zu sprechen.

Prostata und Inkontinenz

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, befindet sich, wie ihr Name sagt, direkt vor der Harnblase. Eine ansonsten harmlose Vergrößerung der Prostata ist ein häufiger Grund für eine Funktionsstörung der Blase. Prostataoperationen, zum Beispiel um einen Tumor zu entfernen, sind bei Männern häufig angstbesetzt. Inkontinenz als Nebenerscheinung einer Prostata OP hat jedoch stark abgenommen. Neue Operationsmethoden, darunter auch der Einsatz von Robotern, hat die Ergebnisse verbessert. Dass Männer nach einer Prostata OP mit Inkontinenz einfach leben müssen, stimmt schon lange nicht mehr. Sprechen Sie mit einem Urologen oder wenden Sie sich an eine Selbsthilfegruppe. Inkontinenz ist häufig und gut behandelbar: aber nur wenn Sie bereit sind, darüber zu sprechen.

Autorin: Dr. med. Iris Herscovici

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