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Vorsorgeuntersuchungen für Männer

Im Vergleich zu Frauen sind Männer recht zurückhaltend, wenn es um das Thema Vorsorgeuntersuchung geht. So drücken sich viele Männer vor einem regelmäßigen Checkup beim Arzt. Aber je eher eine Krankheit erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

Daher sollten Sie die jährlichen Termine für die Vorsorgeuntersuchung unbedingt wahrnehmen, denn vorbeugen ist besser als heilen! Vorsorgeuntersuchungen verschaffen nicht nur einen Überblick über den gesamten Gesundheitszustand, sondern sorgen vor allem für die Früherkennung von Krebserkrankungen, Herz-Kreislaufproblemen, Diabetes, Arteriosklerose, Bluthochdruck etc. 

Worauf Männer speziell achten müssen

Früherkennung bietet eine verbesserte Chance auf Heilung. Bereits ab der Pubertät wird jungen Männern empfohlen, ihre Hoden einmal im Monat abzutasten und auf Veränderungen zu achten. Das Risiko einer bösartigen Erkrankung steigt mit zunehmendem Alter an. Daher sollten sich Männer ab dem vierzigsten Lebensjahr einmal jährlich einer Vorsorgeuntersuchung unterziehen. Dieser Check wird beim Urologen in Form einer rektalen Tastuntersuchung durchgeführt. Dabei werden Konsistenz und Form der Prostata auf Veränderungen überprüft. Diese Untersuchung empfinden einige Männer als unangenehm, sie gilt aber als völlig schmerzfrei und dauert höchstens fünf Minuten. Zusätzlich werden bei dieser Untersuchung Harn und Blut getestet. Denken Sie daran: Die Früherkennung eines Karzinoms macht den Einsatz von Therapien möglich, die weniger belastend sind als eine Behandlung bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen.

Auch der Darm muss kontrolliert werden

Ab dem 50sten Lebensjahr erhöht sich die Gefahr, an Darmkrebs zu erkranken. Auch hier gilt: Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sie meistens völlig ausgeheilt werden. Die Voruntersuchung findet mittels des sogenannten Hämoccult-Tests statt, wobei eine Untersuchung des Stuhls auf Blut vorgenommen wird. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer Darmspiegelung – die in vielen Fällen kostenlos in Anspruch genommen werden kann.
Bei einer Darmspiegelung wird über den After ein schlauchartiges Instrument, ein sogenanntes Koloskop, eingeführt. Mit diesem Spiegelgerät, das über eine Optik und eine Lichtquelle verfügt, lässt sich der Darm genau untersuchen, es können sogar kleine Gewebeproben, sogenannte Biopsien, aus der Darmschleimhaut entnommen oder Polypen entfernt werden. Bei dieser Untersuchung können Sie sich auf Wunsch eine Schlafspritze geben lassen.

Blutbild: Diabetes und Cholesterin

Die Blutwerte geben unter anderem Aufschluss über einen zu hohen Cholesterinwert oder einen erhöhten Blutzuckerspiegel, der auf Diabetes hinweisen kann; eine der weltweit am weitesten verbreiteten Krankheiten. In vielen Fällen wird Diabetes nicht sofort erkannt, denn er entsteht meistens schleichend und verursacht zunächst keine Beschwerden. Umso wichtiger ist es, dass diese Krankheit durch eine Vorsorgeuntersuchung rechtzeitig erkannt wird. Dies ist bei Männern ab 35 Jahren alle zwei Jahre sinnvoll. Bei der Bestimmung des Blutzuckers müssen Sie nüchtern sein, das heißt, dass Sie mindestens acht Stunden vor der Untersuchung nichts essen dürfen, ansonsten kann das Ergebnis verfälscht sein. Zusätzlich wird meistens auch ein Harntest vorgenommen.

Da erhöhte Blutfette zur Arteriosklerose und damit zur Entstehung von Herz-Kreislauf, Herzinfarkt oder Schlaganfall beitragen können, wird auch das Cholesterin routinemäßig bei der Vorsorgeuntersuchung bestimmt. Wichtig ist hierbei, dass nicht zu viel Cholesterin im Blut enthalten und das sogenannte gute HDL-Cholesterin nicht zu niedrig ist.

Die Vorsorgeuntersuchungen im Überblick

Prostatakarzinom Selbstständiges Abtasten der Hoden (monatlich) ab der Pubertät
Diabetes Messung des Blutzuckerspiegels (alle 2 Jahre) ab 35 Jahre
Cholesterin Messung der Blutfette (alle 2 Jahre) ab 35 Jahre
Prostatakarzinom rektale Tastuntersuchung (jährlich) ab 40 Jahre
Darmkrebs Hämoccult-Test (jährlich) ab 50 Jahre

Welche Vorsorgeuntersuchungen Frauen wahrnehmen sollten, erfahren Sie hier.

Autorin: Dr. med. Iris Herscovici

Bildnachweis: Anna Nahabed | Bigstock

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