4. Bewegung bei MS unterstützt das Gehirn

Ist es möglich durch Muskelaufbau bei MS die kognitive Leistungsfähigkeit zu unterstützen?

Muskeltraining hat indirekt positive Effekte auf die Hirnleistung bei Multipler Sklerose (MS). Eine erhöhte Fitness kurbelt den Stoffwechsel an. Es wird mehr Blut durch den Körper gepumpt, wodurch mehr Sauerstoff zu den Organen gelangt. Auch das Gehirn braucht Sauerstoff, um gut funktionieren zu können. Wenn Sie sich regelmäßig bewegen, wird Ihr Gehirn also besser versorgt. Außerdem hilft Ihnen der Aufbau von Muskeln, die körperlichen Einschränkungen durch MS abzuschwächen.

Welche Sportarten sind bei Multipler Sklerose besonders geeignet?

Grundsätzlich gilt: Jeder Sport ist besser als kein Sport. Achten Sie auf Ihre Körpersignale, damit Sie sich nicht überanstrengen. Falls Sie doch über Ihre Leistungsgrenze gehen, können sich Symptome für einen kurzen Zeitpunkt verschlechtern. Sie können trotzdem beruhigt sein, der Verlauf Ihrer Erkrankung wird dadurch nicht negativ beeinflusst.

Ein Mix aus vielen unterschiedlichen Sport- und Bewegungsarten ist für die Unterstützung ihrer kognitiven Gesundheit optimal.

Passende Sportarten bei Multipler Sklerose

  • Besonders hilfreich:
    • Ausdauertraining: Joggen, Walken oder Gehen
    • Koordinationstraining: Ballspiele, Tanzen
    • Teamsport
  • Weniger hilfreich: wenn Sie ausschließlich einseitiges Krafttraining durchführen

Wie finde ich einen passenden Sport-Kurs?

Wenn Ihnen Sport in einer Gruppe Spaß macht, können Sie nach Kursen suchen, die in Ihrer Umgebung stattfinden.

  • Fragen Sie nach kostenlosen Schnupperstunden.
  • Bei vielfältigen Angeboten: Lassen Sie sich von den Kursveranstaltern beraten, welcher Kurs am besten zu Ihnen passt.
  • Ein Training soll fordernd sein. Achten Sie aber darauf, dass es Ihre Grenzen nicht überschreitet.

Was sollte ich beim Training oder Üben bei Multipler Sklerose beachten?

Bewegung und Sport langfristig in Ihre Routine einzubauen, gelingt dann besonders gut, wenn Sie Freude daran haben. Wählen Sie also Sportarten aus, die Ihnen Spaß machen. Oft ist es auch erfrischend und motivierend, immer wieder neue Aktivitäten auszuprobieren. Beachten Sie für ein unterstützendes Training folgende Tipps:

  • Trainieren Sie bewusst auch beeinträchtigte Funktionen.
    • Regelmäßige Übung kann Bewegungsabläufe wieder verbessern.
  • Vermeiden Sie einseitige Routinen.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Freude an der Bewegung erhalten bleibt.

Geprüft Univ.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Christian Enzinger: Stand Jänner 2023 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.