Wann sind ADHS-Medikamente sinnvoll und was solle ich während der Therapie beobachten?
Für viele Erwachsene mit ADHS können Medikamente eine wirksame Unterstützung sein.
Ob sie infrage kommen, hängt davon ab, wie stark die Beschwerden das Leben beeinträchtigen, welche Unterstützung bisher geholfen hat und welche Ziele Sie mit der Behandlung verbinden. Wichtig sind außerdem Begleiterkrankungen, Vorerkrankungen, andere Medikamente, persönliche Erwartungen und mögliche Sorgen.
Die Entscheidung sollte gemeinsam mit dem Behandlungsteam getroffen werden: Was spricht in Ihrer Situation für Medikamente, was dagegen – und welche Alternativen oder ergänzenden Maßnahmen gibt es?
Bei ADHS kommen unterschiedliche Medikamentengruppen infrage, darunter Stimulanzien und Nichtstimulanzien. Welche Option geeignet ist, wird individuell entschieden. Denn während der Therapie geht es nicht nur darum, ob Sie sich „konzentrierter“ fühlen. Entscheidend ist, ob die Behandlung in Ihrem Alltag hilfreich und gut verträglich ist: Fällt es Ihnen leichter, mit Aufgaben anzufangen? Können Sie besser dranbleiben? Passt die Wirkdauer zu Ihrem Tag – also wie lange die Wirkung im Alltag anhält? Besprechen Sie auch, wenn sich Schlaf, Appetit, Stimmung oder Ihr körperliches Befinden verändern. Je nach Situation können Kontrollen von Blutdruck, Puls und Gewicht wichtig sein. Fragen zu Herzerkrankungen bei Ihnen oder in Ihrer Familie, Wechselwirkungen, Substanzkonsum, Kinderwunsch oder Schwangerschaft können ebenfalls wichtig sein. Auch Sorgen vor Missbrauch oder Abhängigkeit können sachlich eingeordnet werden.
Stimulanzien und Nichtstimulanzien - was ist der Unterschied?
Stimulanzien
Sie können bei ADHS Aufmerksamkeit, Antrieb und Impulskontrolle unterstützen. Die Wirkung setzt häufig vergleichsweise rasch ein. Wie lange sie anhält, hängt vom jeweiligen Präparat ab.
Nichtstimulanzien
Sie wirken über einen anderen Ansatz und brauchen häufig länger, bis sich eine Wirkung zeigt. Sie können zum Beispiel infrage kommen, wenn Stimulanzien nicht passend oder nicht gut verträglich sind.