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Verstopfte Nase: Ursachen erkennen und wieder frei durchatmen

Eine verstopfte Nase gehört zu den häufigsten Beschwerden im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Viele Menschen denken dabei zunächst an eine Erkältung. Hält die eingeschränkte Nasenatmung jedoch über mehrere Wochen an oder tritt sie immer wieder auf, können auch andere Ursachen dahinterstecken. Eine freie Nasenatmung ist nicht nur für das Wohlbefinden wichtig, sondern auch für einen erholsamen Schlaf, den Geruchssinn und die Gesundheit der Nasennebenhöhlen.

Mögliche Ursachen einer verstopften Nase

Eine verstopfte Nase kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Häufig steckt ein viraler Infekt dahinter, der nach einigen Tagen wieder abklingt. Halten die Beschwerden jedoch an, kommen auch andere Auslöser infrage.

Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Erkältungen und andere Virusinfektionen
  • Allergien, beispielsweise gegen Pollen oder Hausstaubmilben
  • Eine verbogene Nasenscheidewand (Nasenseptumdeviation) oder eine Schiefnase
  • Vergrößerte Nasenmuscheln
  • Chronische Entzündungen der Nase und Nasennebenhöhlen
  • Nasenpolypen (gutartige Schleimhautwucherungen)
  • Langfristiger Gebrauch abschwellender Nasensprays
  • Seltener hormonelle Veränderungen oder bestimmte Medikamente

Da sich die Behandlung je nach Ursache deutlich unterscheidet, ist eine gezielte Diagnose entscheidend.

Schulungsreihe Nasenpolypen

Die Diagnose Nasenpolypen erklärt oft Jahre voller Atembeschwerden und Geruchsverlust. Da diese chronische Erkrankung den Alltag stark belastet, ist ein klares Verständnis der Diagnose der erste Schritt zu mehr Lebensqualität. Diese Schulungen geben Ihnen einen Überblick über Therapien wie Nasensprays, Operationen oder moderne Biologika. Zudem erhalten Sie praktische Tipps zur täglichen Pflege, um Symptome zu lindern und Rückfällen aktiv vorzubeugen. Hier geht es zur Schulungsreihe.

Welche Beschwerden können auftreten?

Neben der eingeschränkten Nasenatmung berichten Betroffene häufig über:

  • Mundatmung
  • Schnarchen oder unruhigen Schlaf
  • Druck- oder Schmerzgefühl im Gesicht
  • Wiederkehrende Nasennebenhöhlenentzündungen
  • Kopfschmerzen
  • Verminderten oder Geruchsverlust
  • Eingeschränkten Geschmackssinn

Gerade ein anhaltender Verlust des Geruchssinns wird häufig unterschätzt und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Wie wird die Ursache festgestellt?

Am Beginn stehen ein ausführliches Gespräch und eine HNO-ärztliche Untersuchung. Mithilfe einer Nasenendoskopie kann das Innere der Nase schmerzarm beurteilt werden. So lassen sich beispielsweise Schleimhautschwellungen, Nasenpolypen oder anatomische Veränderungen erkennen.

Je nach Fragestellung können ergänzende Untersuchungen sinnvoll sein. Dazu gehören insbesondere Allergietests oder eine Computertomographie (CT) der Nasennebenhöhlen, wenn chronische Beschwerden bestehen oder eine Operation geplant wird.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung richtet sich immer nach der zugrunde liegenden Ursache.

Je nach Befund kommen unter anderem folgende Maßnahmen infrage:

  • Kochsalzspülungen zur Reinigung und Befeuchtung der Nase
  • Kortisonhaltige Nasensprays oder  zur Behandlung chronischer Entzündungen
  • Antiallergische Medikamente oder eine spezifische Immuntherapie bei Allergien
  • Kurzfristig Kortison-Tabletten in ausgewählten Fällen
  • Minimalinvasive endoskopische Operation der Nase und Nasennebenhöhlen, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen oder anatomische Veränderungen beziehungsweise Nasenpolypen die Nasenatmung beeinträchtigen
  • Septumplastik oder funktionelle Septorhinoplastik, wenn eine Nasenatmungsbehinderung aufgrund anatomischer Gegebenheiten besteht – beispielsweise durch eine Schiefnase, eine verkrümmte Nasenscheidewand und/oder einer engen inneren Nasenklappe
  • Moderne Biologika für ausgewählte Patientinnen und Patienten mit schwerer chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen

Welche Therapie sinnvoll ist, sollte individuell gemeinsam mit einer HNO-Fachärztin oder einem HNO-Facharzt entschieden werden.

Wann sollten Sie eine HNO-ärztliche Abklärung in Anspruch nehmen?

Eine verstopfte Nase ist häufig harmlos. Bestehen die Beschwerden jedoch länger oder treten zusätzliche Warnzeichen auf, sollte die Ursache abgeklärt werden.

Eine HNO-ärztliche Untersuchung ist insbesondere empfehlenswert bei:

  • einer verstopften Nase, die länger als vier Wochen anhält,
  • wiederkehrenden oder chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen,
  • einem deutlich verminderten oder fehlenden Geruchssinn,
  • Druck- oder Schmerzgefühl im Gesicht,
  • einer überwiegend einseitigen Nasenatmungsbehinderung,
  • wiederkehrendem Nasenbluten,
  • Schnarchen oder ausgeprägter Mundatmung aufgrund der eingeschränkten Nasenatmung,
  • regelmäßigem Gebrauch abschwellender Nasensprays über mehr als wenige Tage.

Fazit

Eine dauerhaft verstopfte Nase sollte nicht einfach hingenommen werden. Häufig steckt mehr dahinter als eine gewöhnliche Erkältung. Dank moderner diagnostischer Möglichkeiten lässt sich die Ursache in den meisten Fällen rasch feststellen. Je früher die richtige Diagnose gestellt wird, desto gezielter kann behandelt werden – häufig mit einer deutlichen Verbesserung der Nasenatmung, des Geruchssinns und der Lebensqualität.

Autoren: Ap. Prof. Priv.-Doz. DDr. David Liu & Priv.-Doz. DDr. Faris Brkić
Fachärzte für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

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