Impotenz

Fast jeder Mann kennt das: die Stimmung ist romantisch, alle Zeichen stehen auf Intimität, doch der Körper spielt „ihm“ einen Streich. Schließlich ist Mann ja keine Maschine.

Damit eine Erektion zu Stande kommt, müssen eine Reihe von psychischen und physiologischen Faktoren zusammenspielen. Sowohl der Körper als auch die Psyche spielen eine Rolle. Wenn die Erektionsstörung länger andauert und Geschlechtsverkehr nicht möglich ist, kann man von einer Krankheit sprechen. Und diese Krankheit ist gar nicht so selten. Gesprochen wird darüber aber von vielen nicht.

Impotenz: häufige Störung

Die Häufigkeit der Erektilen Dysfunktion steigt mit dem Alter. Im deutschsprachigen Raum ist jeder Dritte über 40 Jährige von einer mehr oder weniger schweren Form der Erektilen Dysfunktion betroffen. Eine US Studie fand sogar heraus, dass jeder Zweite Mann von 40 bis 70 schon einmal Probleme mit der Erektion hatte. Eine komplette Dysfunktion kommt viel seltener vor. Männer mit Erektionsstörungen sind nicht alleine, Schuld am Schweigen über sexuelle Probleme ist das gesellschaftliche Tabu.

Tabus brechen: reden über Erektionsstörungen

Das müsste nicht sein, denn die Behandlungserfolge sind groß: wenn Arzt und Patient einmal ins Gespräch gekommen sind. Immer noch kommt die Sexualmedizin in der Praxis zu kurz. Männer, die immer wieder Schwierigkeiten mit der Erektion haben, führen am besten ein offenes Gespräch mit einem Urologen. Diese Fachärzte sind am besten ausgestattet um Erektionsstörungen zu behandeln. Wenn es nötig ist, wir der Urologe einen Neurologen oder Kardiologen beiziehen. Denn die Erektile Dysfunktion kann viele Ursachen haben.

Körper oder Geist?

Der Urologe wird eine körperliche Untersuchung durchführen und versuchen eine Ursache für die Erektionsstörung zu finden. Dabei ist die Anamnese, also das offene Gespräch besonders wichtig. Medikamente, Vorerkrankungen oder Operationen können eine Ursache sein. In vielen Fällen liegt gar keine körperliche Ursache vor. Auch Stress, private oder berufliche Probleme, Selbstbeobachtung oder Unsicherheiten können der Lust im Weg stehen. In solchen Fällen hilft Beratung durch Sexualmediziner, einige Stunden Psychotherapie oder Paarberatung.

Autorin: Dr. med. Iris Herscovici

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