Oberwasser behalten

Die Diagnose Krebs hinterlässt Gefühle der Wut und Ohnmacht. Diese werden durch Unwissenheit häufig verstärkt. Ein aktiver, offener Umgang erweist sich für viele Betroffene als hilfreich.

Die Zeiten, als Krebs als individuelle Krankheit mit persönlicher Schuld angesehen wurde, sind vorbei. Den vielen Selbsthilfegruppen, engagierten ÄrztInnen und Organisationen sei Dank, die sich öffentlichkeitswirksam dafür eingesetzt haben, dass über Krebs weitgehend ohne Tabu gesprochen werden kann. Doch die Scham schwingt beizeiten immer noch mit, die meist einen Rückzug aus der Öffentlichkeit, den Drang des Sich-Verkriechen-Wollens bedingt. Das muss und sollte nicht sein. Ein aktiver, offener Umgang mit der Erkrankung und ihren Folgen wirkt sich in jedem Fall auf den Erkrankten und sein Umfeld positiv aus. Vogel-Strauß-Politik war gestern.

Eigene Stärken aktivieren

Es ist bei einer schweren Krankheit zwar normal, dass negative Gefühle auftreten, wie zum Beispiel Wut oder Gereiztheit, Enttäuschung oder Niedergeschlagenheit. Umso mehr sollten Sie sich aber aufraffen, über diese mit Familienmitgliedern oder Freunden zu sprechen, um sich diese von der Seele zu reden. Entlastungsgespräche sind aber auch für viele Angehörige wichtig.

Studien haben gezeigt, dass die Lebensqualität von Menschen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen vor allem davon abhängt, wie es Betroffenen gelingt, mit der Krankheit zurechtzukommen. Das Standardrezept für eine ideale Krankheitsbewältigung gibt es allerdings nicht. Grundsätzlich gilt: Hören Sie auf Ihre Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen. Genießen Sie das Hier und Jetzt — niemand, auch gesunde Menschen nicht, weiß, was das Morgen bringt. Bauen Sie auf bestehende Ressourcen und greifen Sie auf Fähigkeiten zurück, die Ihnen schon früher im Leben im Umgang mit schwierigen Situationen geholfen haben. So können Sie die Belastungen, die Sie durch die Krankheit und deren Behandlung erleben, besser in den Griff bekommen. Und finden Sie heraus, was Sie letztlich im Leben hält.

Nach dem ersten Schock:

  • Informieren Sie sich gründlich über die Erkrankung.
  • Nehmen Sie sich bewusst Zeit, um aufkommende Gefühle zuzulassen.
  • Nehmen Sie zu Arztgesprächen eine Begleitperson mit. Vier Ohren hören mehr.
  • Sprechen Sie mit Familie, Freunden oder professionellen HelferInnen über Ihre Ängste.
  • Holen Sie eventuell eine Zweitmeinung ein.
  • Die Arbeiterkammer ist Anlaufstelle für arbeitsrechtliche Fragen.
  • Legen Sie ein Patiententagebuch an.
  • Verlieren Sie Ihre Lebensqualität nicht aus den Augen.

Autorin: Mag. Dina Elmani-Zanka

Bildnachweis: Wavebreak Media Ltd | Bigstock

© Copyright  2018 - selpers

selpers Gesundes Lernen

Immer informiert

Ja, ich möchte den Newsletter von selpers abonnieren und regelmäßig über Blogbeiträge, Online-Kurse und Veranstaltungen informiert werden.