2. Nervenschmerzen durch Grunderkrankungen

Nervenschmerzen und Krebserkrankung

Neben Schmerzen durch den Tumor selbst kann es bei Krebserkrankungen auch zu Nervenschmerzen kommen. Wenn ein Tumor in ein Nervengeflecht einwächst oder Nervenbahnen einklemmt, werden diese geschädigt und Nervenschmerzen entstehen. Eine weitere häufige Ursache für Nervenschmerzen bei TumorpatientInnen sind Nebenwirkungen von Krebstherapien.

Erste Anzeichen von Nervenschmerzen während der Chemotherapie

Nervenschmerzen durch Chemotherapie verlaufen sehr unterschiedlich. Am häufigsten sind Nerven betroffen, die für Tastempfinden, Temperaturwahrnehmung und Schmerzweiterleitung zuständig sind. Um auf Nervenschmerzen während und nach Ihrer Chemotherapie aufmerksam zu werden, können Sie auf folgende Anzeichen achten:

  • Kribbeln und Brennen in Fingerspitzen und Zehen mit handschuh- bzw. strumpfförmiger Ausbreitung
  • Berührungs- und gesteigerte Schmerzempfindlichkeit

Sollten Sie diese Symptome bemerken, sprechen Sie mit Ihrer Onkologin/Ihrem Onkologen. Heilungen der Nervenschmerzen nach Abschluss der Chemotherapie sind möglich. Oft ist auch eine langfristige Therapie zur Linderung der Beschwerden erforderlich.

Genauere Informationen zu Nervenschmerzen in Händen und Füßen bei Krebs erhalten Sie in unserer kostenlosen Online-Schulung Polyneuropathie bei Krebs verstehen.

Nervenschmerzen und Diabetes mellitus

Diabetes mellitus führt unbehandelt zu einem dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel. Die dadurch ausgelösten Stoffwechselvorgänge schädigen die Nerven und bewirken Schmerzen.

In welchen Regionen können Nervenschmerzen bei Diabetes auftreten?

Die Nervenschädigung bei Diabetes mellitus kann die Nerven der inneren Organe und der Extremitäten betreffen. Man unterscheidet deshalb zwei Formen diabetischer Nervenschmerzen – die autonome und die periphere diabetische Neuropathie:

  • Bei der autonomen diabetischen Neuropathie erkranken Nerven, die innere Organe versorgen. Wenn das Herz-Kreislaufsystem betroffen ist, kann der Puls erhöht sein, sich bei Anstrengung nicht mehr gut anpassen und es können Herzrhythmusstörungen auftreten. Bedingt durch die Schädigung von Nervenfasern des Herzens kann es vorkommen, dass Schmerzen, die im Rahmen eines Herzinfarktes auftreten nicht oder abgeschwächt wahrgenommen werden und dadurch die Diagnostik verzögert wird. PatientInnen leiden unter Völlegefühl, Durchfall und Verstopfung bei Schädigung der Nerven des Verdauungstraktes.  Zu Entleerungsstörungen der Harnblase kommt es, wenn der Harntrakt betroffen ist.
  • Die periphere diabetische Polyneuropathie betrifft Nerven, die für die Wahrnehmungen von Berührungen, Hitze, Kälte sowie Schmerz zuständig sind. PatientInnen spüren in Füßen oder – deutlich weniger häufig – in Händen ein Kribbeln oder brennende Schmerzen. Diese treten seitengleich an Händen oder Füßen auf. Manchmal werden diese Empfindungen als „Burning Feet Syndrom“ bezeichnet.

Wenn Sie DiabetikerIn sind und diese Symptome bemerken, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt. So können ein Fortschreiten verhindert und Ihre Schmerzen behandelt werden.

Wussten Sie schon

Nervenschmerzen als Folge des Diabetes mellitus können durch einen gut eingestellten Blutzuckerspiegel vorgebeugt werden. Deshalb ist es wichtig, dass Sie auf Ihren Blutzuckerspiegel achten und regelmäßig Kontrolltermine bei Ihrer Ärztin/ Ihrem Arzt wahrnehmen.

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  • Glossar Hier finden Sie begleitend zur Online-Kursreihe "Schmerzen erfolgreich bewältigen" alle wichtigen Begriffe gesammelt.

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Geprüft: Dr. Gabriele Grögl: Stand November 2020 | Quellen und Bildnachweis

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