Zurück zur Kursübersicht

Kurs Coronavirus und chronische Erkrankungen: Lektion 10 von 17

Coronavirus und chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Das Coronavirus löst derzeit bei vielen Menschen Unsicherheit und Besorgnis aus. Menschen mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED), wie z.B. Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, bleiben davon keineswegs unberührt.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand sind CED-Erkrankte durch die Erkrankung selbst grundsätzlich nicht stärker gefährdet als gleichartige gesunde Personen. Allerdings können manche zur Therapie einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung eingesetzten Medikamente die Aktivität des Immunsystem verringern. Somit kann sich das Risiko an COVID-19 zu erkranken erhöhen.

Wir haben hier für Sie Fragen und Antworten für Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen aus verschiedenen vertrauenswürdigen Quellen zusammengestellt. Diese Fragen werden laufend erweitert. Nachfolgend erfahren Sie, was Sie beachten sollten. Klicken Sie auf eine Frage, um mehr zu erfahren.

Da sich der Wissensstand momentan laufend ändert, bitten wir Sie, sich zudem über die Internetpräsenz von offiziellen Stellen in Ihrer Region über die aktuelle Situation zu informieren.

Die Informationen werden empfohlen von:

Gehöre ich als CED-PatientIn grundsätzlich zu einer Risikogruppe bei einer Infektion mit dem Coronavirus?

„Allein die Diagnose „chronisch entzündliche Darmerkrankung“ (CED) bedeutet nicht, dass die Abwehr von Virusinfekten durch das Immunsystem beeinträchtigt ist. Das Risiko am Coronavirus zu erkranken, ist also nicht allein deshalb erhöht, weil man die Diagnose CED erhalten hat.

Allerdings erhöht sich das Risiko, wenn man aufgrund der CED eine medikamentöse Therapie erhält, die das Immunsystem in seiner Virenabwehr einschränkt. Das Risiko erhöht sich auch, wenn aufgrund der CED eine Mangelernährung und damit eine körperlich schlechtere Verfassung einhergeht.

Wenn dies nicht gegeben ist, dann liegen keine Hinweise dazu vor, dass die Immunabwehr von viralen Infekten (wie dem Coronavirus) durch CED negativ beeinflusst ist.“

– Prof. Dr. Eduard Stange, ehemaliger Leiter der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie am Robert-Bosch-Krankenhaus, Beirat der DCCV e.V.
Quelle: https://www.dccv.de/betroffene-angehoerige/leben-mit-einer-ced/infektionskrankheitenimpfen/ced-patientin-risikogruppe-coronavirus/ | Stand: 13.03.2020

Was bedeutet die unterschiedlich Wirkung der CED-Medikamente auf die Immunabwehr für die Ansteckung mit COVID-19?

“Die Behandlung mit immunsuppressiven Medikamenten, z.B. Kortison, Azathioprin, TNF-Antikörper und anderen Biologika hat einen festen Stellenwert in der Therapie der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Generell gilt: Therapien, die die Arbeit des Immunsystems herabsetzen, erhöhen in unterschiedlichem Maße die Anfälligkeit für verschiedene Infekte.

Wer nun aber eine laufende wirkungsvolle immunsupprimierende Therapie absetzt, riskiert einen Schub, der womöglich dann noch viel intensiver behandelt werden muss und den Körper schwächt, was ebenfalls zu einer höheren Infektanfälligkeit führt.

Zudem muss man sagen: Bisher gibt es keine gesicherten Informationen zu CED-Therapien und ihrer Auswirkung auf die Ansteckung mit COVID-19. Auch über den Verlauf einer Corona-Erkrankung unter diesen Voraussetzungen gibt es bisher keine wissenschaftlich fundierten Informationen. Dafür ist das Virus zu neu und so bleiben viele Fragen offen.

Für eine Einschätzung auf die Auswirkungen der Medikamente muss man deshalb momentan auf die Informationen zurückgreifen, die zu CED-Medikamenten und anderen Virus-Infektionen vorliegen. Die untenstehenden Aussagen beziehen sich dabei auf die Therapie mit den jeweiligen Einzelwirkstoffen. Bei einer Kombinationstherapie von Medikamenten kann das Risiko der Infektanfälligkeit weiter ansteigen. Die Hinweise hier können nur als allgemeine Informationen und Einschätzungen verstanden werden. Ob es bei Ihnen angezeigt ist, Ihre CED-Therapie zu verändern, sollten Sie immer in Absprache mit Ihrer*Ihrem behandelnden Ärzt*in entscheiden.

Bitte setzen Sie auf keinen Fall Ihre Medikamente ab, ohne mit Ihrer*Ihrem behandelnden Ärzt*in Rücksprache zu halten!

Auf Basis einer Empfehlung der Europäischen Medizinischen Fachgesellschaft für Crohn und Colitis (ECCO) wird grundsätzlich festgelegt – zum Schutz der Patient*innen und des medizinischen Personals: Es werden nur Patient*innen gesehen, bei denen die telefonische Beratung nicht ausreicht!

“Eine generelle Empfehlung, immunsuppressive Therapien abzusetzen oder beizubehalten ist nicht möglich. Für alle Therapien gilt, dass eine Veränderung/Absetzen immer in Absprache mit der*dem behandelnden Ärzt*in erfolgen sollte unter Berücksichtigung weiterer wichtiger Aspekte und Risikofaktoren (z. B. Alter, andere individuelle Risikofaktoren, Ansteckungsrisiko), sowie der Besonderheiten der Medikamente und Ihres bisherigen Krankheitsverlaufs.”

Quelle: https://www.dccv.de/betroffene-angehoerige/leben-mit-einer-ced/infektionskrankheitenimpfen/ced-patientin-risikogruppe-coronavirus/ | Stand: 13.03.2020

Was bedeutet eine Therapie mit Aminosalicylat Präperaten (Mesalazin/Sulfasalazin) für die Ansteckung mit COVID-19?

“Diese Wirkstoffe werden bei einer leichten bis mittelschweren Colitis ulcerosa empfohlen. Sie greifen nicht in die Abwehr von Virusinfekten/Infekten ein.”

“Diese Aussage bezieht sich auf die Therapie mit den jeweiligen Einzelwirkstoffen. Bei einer Kombinationstherapie von Medikamenten kann das Risiko der Infektanfälligkeit weiter ansteigen. Die Hinweise hier können nur als allgemeine Informationen und Einschätzungen verstanden werden. Ob es bei Ihnen angezeigt ist, Ihre CED-Therapie zu verändern, sollten Sie immer in Absprache mit Ihrer*Ihrem behandelnden Ärzt*in entscheiden.”
Quelle: https://www.dccv.de/betroffene-angehoerige/leben-mit-einer-ced/infektionskrankheitenimpfen/wirkungen-ced-medikamente-auf-die-immunabwehr-ansteckung-mit-covid-19/ | Stand: 13.03.2020

Was bedeutet eine Therapie mit Thiopurinen (Azathioprin, 6-Mercaptopurin) für eine Ansteckung mit COVID-19?

“Sie schränken die Abwehr des Immunsystems ein. Es ist bekannt, dass gerade die Abwehr von Viren durch die Thiopurine besonders eingeschränkt wird, sodass es zu schweren Infekten kommen kann (z. B. mit dem EBV-Virus). In Anlehnung daran und unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Gegebenheiten (z. B. andere Risikofaktoren, Alter, Risiko einer Ansteckung, bisheriger Krankheitsverlauf) können Sie bei Thiopurinen gemeinsam mit Ihrer*Ihrem behandelnden Ärzt*in überlegen, ob Sie die Therapie (vorübergehend) verändern.”

“Diese Aussage bezieht sich auf die Therapie mit den jeweiligen Einzelwirkstoffen. Bei einer Kombinationstherapie von Medikamenten kann das Risiko der Infektanfälligkeit weiter ansteigen. Die Hinweise hier können nur als allgemeine Informationen und Einschätzungen verstanden werden. Ob es bei Ihnen angezeigt ist, Ihre CED-Therapie zu verändern, sollten Sie immer in Absprache mit Ihrer*Ihrem behandelnden Ärzt*in entscheiden.”
Quelle: https://www.dccv.de/betroffene-angehoerige/leben-mit-einer-ced/infektionskrankheitenimpfen/wirkungen-ced-medikamente-auf-die-immunabwehr-ansteckung-mit-covid-19/ | Stand: 13.03.2020

Was bedeutet eine Therapie mit Steroiden/Kortison für eine Ansteckung mit COVID-19?

“Sie schränken die Abwehr des Immunsystems ein. Der Einsatz von Kortison sollte, wenn möglich, nach Absprache mit Ihrem*Ihrer Ärzt*in eingeschränkt werden. Die Europäische Medizinische Fachgesellschaft für Crohn und Colitis (ECCO) gibt die Empfehlung, die Therapie mit Kortison in Absprache mit den Ärzt*innen auszusetzen, wenn eine Infektion mit COVID-19 vorliegt. Sie bezieht sich dabei auf die Erfahrungen mit Influenza-Viren, SARS-CoV und MERS-CoV. Wichtig ist, eine Therapie mit Kortison nicht selbstständig und ohne Rücksprache mit Ihrem*Ihrer Ärzt*in einfach abzusetzen, da diese langsam abgesetzt werden MÜSSEN (ausschleichen).

Hintergrund ist, dass der Körper in den Nebennieren eigenes Kortison (Cortisol) herstellt. Wird dies von außen über längere Zeit hinzugeführt, dann wird die eigene Produktion reduziert. Die eigenen Nebennieren müssen sich daran gewöhnen, wieder selber die relevanten Mengen zu produzieren. Dies geht nur über das langsame Absetzen. Ansonsten kann es zu gravierenden Nebenwirkungen kommen.”

“Diese Aussage bezieht sich auf die Therapie mit den jeweiligen Einzelwirkstoffen. Bei einer Kombinationstherapie von Medikamenten kann das Risiko der Infektanfälligkeit weiter ansteigen. Die Hinweise hier können nur als allgemeine Informationen und Einschätzungen verstanden werden. Ob es bei Ihnen angezeigt ist, Ihre CED-Therapie zu verändern, sollten Sie immer in Absprache mit Ihrer*Ihrem behandelnden Ärzt*in entscheiden.”
Quelle: https://www.dccv.de/betroffene-angehoerige/leben-mit-einer-ced/infektionskrankheitenimpfen/wirkungen-ced-medikamente-auf-die-immunabwehr-ansteckung-mit-covid-19/ | Stand: 13.03.2020

Was bedeutet eine Therapie mit Methotrexat für eine Ansteckung mit COVID-19?

“Methotrexat MTX schränkt ebenfalls die Abwehr des Immunsystems ein. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie mit Ihrem*Ihrer Ärzt*in.”

“Diese Aussage bezieht sich auf die Therapie mit den jeweiligen Einzelwirkstoffen. Bei einer Kombinationstherapie von Medikamenten kann das Risiko der Infektanfälligkeit weiter ansteigen. Die Hinweise hier können nur als allgemeine Informationen und Einschätzungen verstanden werden. Ob es bei Ihnen angezeigt ist, Ihre CED-Therapie zu verändern, sollten Sie immer in Absprache mit Ihrer*Ihrem behandelnden Ärzt*in entscheiden.”
Quelle: https://www.dccv.de/betroffene-angehoerige/leben-mit-einer-ced/infektionskrankheitenimpfen/wirkungen-ced-medikamente-auf-die-immunabwehr-ansteckung-mit-covid-19/ | Stand: 13.03.2020

Was bedeutet eine Therapie mit Anti-TNF-Alpha (Adalimumab/Infliximab/Golimumab) für eine Ansteckung mit COVID-19?

“Anti-TNF-Alpha (Adalimumab/Infliximab/Golimumab) schränken die Abwehrfähigkeit des Immunsystems ein. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie mit Ihrem*Ihrer Ärzt*in.

Wenn bei Ihnen eine notwendige (Infliximab-)Infusion ansteht, dann werden von der Europäischen Medizinischen Fachgesellschaft für Crohn und Colitis (ECCO) folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Infusionsstühle sind einen 1 Meter voneinander getrennt
  • ein Mundschutz für Patient*innen während der Infusion”

“Diese Aussage bezieht sich auf die Therapie mit den jeweiligen Einzelwirkstoffen. Bei einer Kombinationstherapie von Medikamenten kann das Risiko der Infektanfälligkeit weiter ansteigen. Die Hinweise hier können nur als allgemeine Informationen und Einschätzungen verstanden werden. Ob es bei Ihnen angezeigt ist, Ihre CED-Therapie zu verändern, sollten Sie immer in Absprache mit Ihrer*Ihrem behandelnden Ärzt*in entscheiden.”
Quelle: https://www.dccv.de/betroffene-angehoerige/leben-mit-einer-ced/infektionskrankheitenimpfen/wirkungen-ced-medikamente-auf-die-immunabwehr-ansteckung-mit-covid-19/ | Stand: 13.03.2020

Was bedeutet eine Therapie mit Ustekinumab für eine Ansteckung mit COVID-19?

“Nach bisherigen Daten ist die Infektanfälligkeit unter Ustekinumab nicht so hoch wie unter TNF-alpha-Blockern. Allerdings liegen zu diesem Wirkstoff bisher nur begrenzte Daten vor, da er noch nicht so lange auf dem Markt ist und es deshalb weniger Erfahrungen gibt. Niemals sollten die Medikamente ohne Rücksprache mit Ihrem*Ihrer Ärzt*in einfach abgesetzt werden.”

“Diese Aussage bezieht sich auf die Therapie mit den jeweiligen Einzelwirkstoffen. Bei einer Kombinationstherapie von Medikamenten kann das Risiko der Infektanfälligkeit weiter ansteigen. Die Hinweise hier können nur als allgemeine Informationen und Einschätzungen verstanden werden. Ob es bei Ihnen angezeigt ist, Ihre CED-Therapie zu verändern, sollten Sie immer in Absprache mit Ihrer*Ihrem behandelnden Ärzt*in entscheiden.”
Quelle: https://www.dccv.de/betroffene-angehoerige/leben-mit-einer-ced/infektionskrankheitenimpfen/wirkungen-ced-medikamente-auf-die-immunabwehr-ansteckung-mit-covid-19/ | Stand: 13.03.2020

Was bedeutet eine Therapie mit Vedolizumab für eine Ansteckung mit COVID-19?

“Der Wirkmechanismus beschränkt sich auf die Blockade der Immunzellen, die aus der Blutbahn in die Entzündungsstellen im Darm einwandern und dort die Entzündung weiter vorantreiben. Man erwartet keine Einschränkung der Immunabwehr von Infekten, die nicht im Darm vorliegen. Allerdings liegen zu diesem Wirkstoff bisher nur begrenzte Daten vor, da er noch nicht so lange auf dem Markt und es deshalb weniger Erfahrungen gibt.”

“Diese Aussage bezieht sich auf die Therapie mit den jeweiligen Einzelwirkstoffen. Bei einer Kombinationstherapie von Medikamenten kann das Risiko der Infektanfälligkeit weiter ansteigen. Die Hinweise hier können nur als allgemeine Informationen und Einschätzungen verstanden werden. Ob es bei Ihnen angezeigt ist, Ihre CED-Therapie zu verändern, sollten Sie immer in Absprache mit Ihrer*Ihrem behandelnden Ärzt*in entscheiden.”
Quelle: https://www.dccv.de/betroffene-angehoerige/leben-mit-einer-ced/infektionskrankheitenimpfen/wirkungen-ced-medikamente-auf-die-immunabwehr-ansteckung-mit-covid-19/ | Stand: 13.03.2020

Was bedeutet eine Therapie mit JAK-Inhibitoren (Tofacitinib) für eine Ansteckung mit COVID-19?

“JAK-Inhibitoren (Tofacitinib) schränken ebenfalls die Abwehr des Immunsystems ein.”

“Diese Aussage bezieht sich auf die Therapie mit den jeweiligen Einzelwirkstoffen. Bei einer Kombinationstherapie von Medikamenten kann das Risiko der Infektanfälligkeit weiter ansteigen. Die Hinweise hier können nur als allgemeine Informationen und Einschätzungen verstanden werden. Ob es bei Ihnen angezeigt ist, Ihre CED-Therapie zu verändern, sollten Sie immer in Absprache mit Ihrer*Ihrem behandelnden Ärzt*in entscheiden.”
Quelle: https://www.dccv.de/betroffene-angehoerige/leben-mit-einer-ced/infektionskrankheitenimpfen/wirkungen-ced-medikamente-auf-die-immunabwehr-ansteckung-mit-covid-19/ | Stand: 13.03.2020

Sollten sich Menschen mit CED jetzt gegen Grippe oder andere Erkrankungen impfen lassen?

“Es ist zu betonen, dass das regelmäßige und vollständige Impfen gegen zahlreiche Infektionskrankheiten schützt.

So ist auch jetzt noch die Grippeimpfung für nicht geimpfte CED-Patient*innen sinnvoll. Auch wenn diese nicht vor dem neuen Coronavirus schützt, ist ein Schutz vor der Grippe, die ebenfalls in dieser Jahreszeit häufig auftritt und eine schwere, die Atemwege betreffende Infektionskrankheit ist, sinnvoll. Bei der Grippeimpfung gibt es die Möglichkeit, sich mit einem Totimpfstoff impfen zulassen, was generell auch für Menschen möglich ist, die eine immunsuppressive Therapie erhalten.

Auch eine Impfung gegen Pneumokokken wird empfohlen, die ebenfalls als Totimpfstoff verfügbar ist. Unter Pneumokokken werden verschiedene Bakterienarten zusammengefasst, die den Nasenrachenraum des Menschen besiedeln und bei dem Großteil der Menschen dabei keine Symptome verursachen.

Allerdings können sie, wenn sie sich doch einmal in bestimmten Bereichen des Körpers massiv vermehren, unter anderem Lungen- und Ohrenentzündungen aber auch eine Gehirnhautentzündung (Meningitis) auslösen. Sie werden ebenfalls über Tröpfcheninfektion (Niesen und Husten, feuchtes Sprechen) weitergegeben.”

Quelle: https://www.dccv.de/betroffene-angehoerige/leben-mit-einer-ced/infektionskrankheitenimpfen/gegen-grippe-impfen/ | Stand: 13.03.2020

Kann das Coronavirus COVID-19 einen IBD-Flare nachahmen oder auslösen?

Klinischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge sind die häufigsten Symptome von COVID-19 Fieber und Müdigkeit, trockener Husten, Myalgie und Dyspnoe. Dennoch können auch Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auftreten, allerdings deutlich seltener.

Die Familie der Coronaviren verursacht sowohl Magen-Darm- als auch Atemwegserkrankungen. SARS-CoV-2 ist in erheblichen Mengen im Stuhl von COVID-19-Patienten vorhanden. Ein aktueller Fallbericht zeigte, dass Durchfall das erste Symptom von COVID-19 bei einem jungen männlichen Patienten war. Dieser Fall hob die mögliche Beteiligung des Magen-Darm-Systems an der Übertragung von SARS-CoV-2 hervor.

Die derzeitigen Daten unterstützen nicht die COVID-19-Infektion als Ursache von CBD-Flares. Allerdings wäre diese Situation nicht unerwartet, da H1N1v, auch ohne eine gastrointestinale Infektion zu verursachen, mit leichten Schüben in der ersten Woche der Virusinfektion einherging, meist bei Patienten mit Colitis ulcerosa.

– Prof. Dr. Abreu, Department für Infektionskrankheiten, Universidade do Porto, im Auftrag der COVD-19 ECCO Taskforce

Übersetzt aus dem Englischen | Quelle: https://www.ecco-ibd.eu/images/6_Publication/6_8_Surveys/1st_interview_COVID-19%20ECCOTaskforce_published.pdf Stand: 13.03.2020

Zusammengestellt von Dr. med. Iris Herscovici: Stand ist bei der jeweiligen Frage ersichtlich

Bewerten

Ihr Feedback hilft anderen Nutzern die für sie passenden Kurse zu finden.

Würden Sie diesen Online-Kurs empfehlen?

4.5/5 (222)

Zur Kursübersicht
Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.