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Kurs Coronavirus und chronische Erkrankungen: Lektion 5 von 17

Coronavirus bei Rheuma und anderen Autoimmunerkrankungen

Das Coronavirus löst derzeit bei vielen Menschen Unsicherheit und Besorgnis aus. Menschen mit einer rheumatoiden Arthritis, Schuppenflechte (Psoriasis), Lupus erythematodes oder einer anderen Autoimmunerkrankung bleiben davon keineswegs unberührt, zählen sie doch zu denen, die ein höheres Risiko haben.

PatientInnen mit einer Autoimmunerkrankung sind durch die Grunderkrankung an sich, aber auch durch die eingenommene Medikation einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Eine Therapie mit Immunsuppressiva sollte jedoch keinesfalls ohne Rücksprache mit der behandelnden Ärztin / dem behandelnden Arzt abgesetzt werden.

Wir haben hier für Sie Fragen und Antworten für Menschen mit einer rheumatischen Erkrankung aus verschiedenen vertrauenswürdigen Quellen zusammengestellt. Diese Fragen werden laufend erweitert. Nachfolgend erfahren Sie, was Sie beachten sollten. Klicken Sie auf eine Frage um mehr zu erfahren.

Die Informationen werden empfohlen von:

Bin ich mit Autoimmunerkrankungen besonders gefährdet?

„Patienten mit Autoimmunerkrankungen, zum Beispiel entzündlichem Rheuma, sind bekanntermaßen durch die Grunderkrankung an sich, aber auch durch die eingenommene Medikation einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Da das Virus neu aufgetreten ist, kann man viele Fragen zu dieser komplexen Lage aktuell noch nicht beantworten.“ Quelle: https://www.rheuma-liga.de/aktuelles/detailansicht/coronavirus-infos-fuer-menschen-mit-rheuma | Stand 13.03.2020


„Bisherige Studien zum Infektionsrisiko bei autoimmunen Erkrankungen belegen ein bis zweifach erhöhtes Risiko für Infektionskrankheiten, z.B. Infektionen der Atemwege, aber auch die Schwere und der Verlauf der Erkrankung sind massiver.“ Quelle: https://www.rheumaliga.ch/blog/2020/infektionen-immunsuppression-impfungen | Stand: 24.2.2020

Haben Personen mit Autoimmunerkrankungen, die Immunsuppressiva einnehmen, bei einer Infektion mit dem Coronavirus ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf?

„Das Robert Koch-Institut zählt Betroffene mit Autoimmunerkrankungen, die Immunsuppressiva einnehmen, zu den Personengruppen, die im Fall einer Infektion nach bisherigen Erkenntnissen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Das Robert Koch-Institut empfiehlt für diese Personengruppe u.a. eine Reduzierung der Außenkontakte und ggf. eine frühzeitige telefonische Kontaktaufnahme mit dem Hausarzt, wenn Symptome einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus auftreten.“ Quelle: https://www.rheuma-liga.de/aktuelles/detailansicht/coronavirus-infos-fuer-menschen-mit-rheuma | Stand 13.03.2020

Kann ich meine Immunsuppressiva absetzen, um mich zu schützen?

„Immunsuppressiva (z.B. Kortison, Methotrexat, Biologika, JAK-Inhibitoren) sollten keinesfalls ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt abgesetzt werden! Die aktive, entzündliche Rheumaerkrankung selbst ist in der Regel für eine Ansteckung durch Virusinfektionen gefährlicher als die Therapie dieser Erkrankung. Wenn eine Infektion bei Ihnen bestätigt wurde, setzen Sie sich telefonisch mit dem behandelnden Rheumatologen in Verbindung.“ Quelle: https://www.rheuma-liga.de/aktuelles/detailansicht/coronavirus-infos-fuer-menschen-mit-rheuma | Stand 13.03.2020


„Die Antwort lautet nach Ansicht der Experten nein. Es gibt keine Hinweise darauf, dass ein Absetzen von Therapien mit Immunsuppressiva das Ansteckungsrisiko verringert. Eine schlecht kontrollierte entzündlich-rheumatische Erkrankung – z.B. nach Absetzen der Basistherapie – ist an sich auch ein Risiko für infektiöse Komplikationen.“ Quelle: https://www.rheumaliga.ch/blog/2020/coronavirus-haeufig-gestellte-fragen | Stand 13.03.2020


Immunsuppressiva sind hilfreich um einer Verschlechterung Ihrer rheumatischen oder Muskel-Skelett-Erkrankung vorzubeugen. Wenn Sie diese Medikamente absetzen, kommt es möglicherweise zu einem Krankheitsschub. Über die Auswirkung dieser Medikamente auf eine mögliche Corona-Infektion wissen wir derzeit noch nicht genug, um Ihnen in dieser Hinsicht offizielle Empfehlungen anbieten zu können. Deshalb raten wir Ihnen, Ihre Medikation zu diesem Zeitpunkt nicht auszusetzen oder zu reduzieren, außer Sie erhalten von Ihre Ärztin / Ihr Arzt aus einem bestimmten Grund andere Anweisungen. Übersetzt aus dem Englischen | Quelle: https://www.eular.org/eular_guidance_for_patients_covid19_outbreak.cfm | Stand 17.03.2020

Ich hätte demnächst eine Rheuma-Routineuntersuchung, soll ich diese absagen?

Falls Sie eine Rheuma-Routineuntersuchung vereinbart haben, wäre es sinnvoll, Ihre Ärztin / Ihren Arzt oder Ihre Rheumatologin / Ihren Rheumatologen zu fragen, ob dieser Termin unbedingt erforderlich ist, ob er ohne Bedenken verschoben werden kann, oder ob der Termin über das Telefon oder ein anderes Remote-Gerät durchgeführt werden kann. Die Verfügbarkeit solcher Einrichtungen variiert möglicherweise in verschiedenen Bereichen der Gesundheitsversorgung.Übersetzt aus dem Englischen | Quelle: https://www.eular.org/eular_guidance_for_patients_covid19_outbreak.cfm | Stand 17.03.2020

Sind Impfungen gegen Influenza und Pneumokokken sinnvoll?

„Grundsätzlich ist für Betroffene von Autoimmunerkrankungen ein umfassender Impfschutz von hoher Bedeutung, um beispielsweise das Risiko für Influenza- und Pneumokokken-Infektionen (Lungenentzündung) zu reduzieren.“ Quelle: https://www.rheuma-liga.de/aktuelles/detailansicht/coronavirus-infos-fuer-menschen-mit-rheuma | Stand 13.03.2020


Soweit noch nicht geschehen, sollten Sie sicherstellen, dass Ihr Impfschutz den EULAR Empfehlungen und/oder Ihren nationalen Richtlinien entspricht. Gegenwärtig sollten dabei besonders Impfungen gegen Influenza, aber auch Keuchhusten und Pneumokokken, mit Priorität behandelt werden. Übersetzung aus dem Englischen | Quelle: https://www.eular.org/eular_guidance_for_patients_covid19_outbreak.cfm | Stand 17.03.2020

Habe ich als PsoriatikerIn ein höheres Ansteckungsrisiko?

„Fakt ist: grundsätzlich ist das Risiko einer Infektion mit dem SARS-CoV-2 nicht höher als das derzeitige Ansteckungsrisiko für andere respiratorische Keime (z.B. Influenza), denn wir haben derzeit ohnehin Grippewelle. Insofern gelten für Psoriasis-Patienten, die ansonsten gesund sind, die gleichen Vorsichtsmaßregeln wie für Alle: Händehygiene, Abstand halten von Erkrankten (1-2 m), sowie die Beachtung der Husten- und Nießetikette (in den Ellbogen, Gebrauch von Einmaltaschentücher und diese gleich nach dem Gebrauch entsorgen)“

Mehr Informationen zur richtigen Hygiene erfahren Sie in der Lektion Hygiene zum Schutz vor dem Coronavirus

Quelle: https://www.bvdd.de/aktuelles-presse/newsroom/hautarztnews/details/news/corona-infektion-selbst-bei-psoriasis-unter-systemtherapie-kein-grund-zur-panik/ | Stand: 17.3.2020

Sollte ich meine Psoriasis-Medikamente absetzen?

„Die Frage, ob eine Psoriasis-Systemtherapie [Anm.: Tabletten] prophylaktisch abgesetzt werden sollte, ist nur im Einzelfall zu beantworten. Bei den alljährlichen Grippewellen der letzten Jahre haben wir bislang nicht dazu geraten. Letztlich hängt es vom Gesundheitszustand des Einzelnen und von den Wirkstoffen ab: für Patienten, die unter ihrer Immuntherapie auch bislang häufiger Infekte erlitten und/oder eine zusätzliche Lungenerkrankung haben, kommt eine Therapiepause ggfs. in Betracht. […]

Insgesamt sei im Rahmen der Fragestellung Psoriasis-Systemtherapie und SARS-CoV-2-Infektion auch darauf hingewiesen, dass nicht bekannt ist, ob ein nach Absetzen der Immuntherapie wieder „fehlgesteuertes“ Immunsystem überhaupt einen besseren Ansteckungsschutz darstellt.“

Quelle: https://www.bvdd.de/aktuelles-presse/newsroom/hautarztnews/details/news/corona-infektion-selbst-bei-psoriasis-unter-systemtherapie-kein-grund-zur-panik/ | Stand: 17.3.2020

Zusammengestellt von Dr. med. Iris Herscovici: Stand ist bei der jeweiligen Frage ersichtlich

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