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Kurs Coronavirus und chronische Erkrankungen: Lektion 2 von 17

Wie können sich Risikogruppen vor dem Coronavirus schützen?

Das neue Coronavirus ist für ältere Personen und für Menschen mit verschiedenen Vorerkrankung besonders gefährlich. Sie haben ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Wenn Sie zu einer Corona-Risikogruppe gehören, ist es besonders wichtig, dass Sie das Risiko für eine Infektion so gering wie möglich halten, indem Sie sich schützen.

Wir haben in dieser Lektion die wichtigsten Fragen und Antworten von Menschen, die Teil der Risikogruppen sind, aus verschiedenen vertrauenswürdigen Quellen zusammengestellt. Diese Fragen werden laufend erweitert. Klicken Sie auf eine Frage, um mehr zu erfahren.

Da sich der Wissensstand momentan laufend ändert, bitten wir Sie, sich zudem über die Internetpräsenz von offiziellen Stellen in Ihrer Region über die aktuelle Situation zu informieren.

Die Informationen werden empfohlen von:

Welche Personengruppen haben nach bisherigen Erkenntnissen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf?

“Obwohl schwere Verläufe häufig auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten, haben die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren)
  • Raucher
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
    • des Herzens (z.B. koronare Herzerkrankung),
    • der Lunge (z.B. Asthma, chronische Bronchitis),
    • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen)
    • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit einer Krebserkrankung.
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z.B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Cortison)”

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html | Stand 23.03.2020

Warum ist bei älteren Menschen das Risiko erhöht?

„Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt ab 50 bis 60 Jahren stetig mit dem Alter an. Insbesondere ältere Menschen können, bedingt durch das weniger gut reagierende Immunsystem, nach einer Infektion schwerer erkranken (Immunseneszenz). Da unspezifische Krankheitssymptome wie Fieber die Antwort des Immunsystems auf eine Infektion sind, können diese im Alter schwächer ausfallen oder fehlen, wodurch Erkrankte dann auch erst später zum Arzt gehen.“
Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html | Stand 23.03.2020

Was ist, wenn mehrere Risikofaktoren zusammenkommen?

„Bei älteren Menschen mit vorbestehenden Grunderkrankungen ist das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf höher als wenn nur ein Faktor (Alter oder Grunderkrankung) vorliegt; wenn mehrere Grunderkrankungen vorliegen (Multimorbidität) dürfte das Risiko höher sein als bei nur einer Grunderkrankung. […] Welche Kombination von Risikofaktoren mit weiteren (Lebens-)Umständen ein besonders hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei COVID-19 darstellen, ist noch nicht hinreichend bekannt.“
Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html | Stand 23.03.2020

Wie kann man sich bzw. seine Mitmenschen vor einer Ansteckung schützen?

“Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen schützen die Husten- und Niesregeln, gute Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten (mindestens 1,5 Meter) auch vor einer Übertragung des neuen Coronavirus. Auch aufs Händeschütteln sollte verzichtet werden. Generell sollten Menschen, die Atemwegssymptome haben, zu Hause bleiben.

Personen, die erkrankt sind, sollten darauf achten, dass sie zum Schutz ihrer Mitmenschen die ungehinderte Freisetzung von Tröpfchen möglichst unterbinden. Dies geschieht z.B. durch Umsetzung der bekannten Hustenregeln oder durch eine physische z.B. textile Barriere (z.B. eines Mund-Nasen-Schutzes). Dabei ist unbedingt zu beachten, dass die anderen oben genannten Maßnahmen nicht vernachlässigt werden.”

Quelle: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html | Stand: 23.03.2020

Was sollten Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf beachten?

  • “Besonders wichtig ist die größtmögliche Minderung des Risikos einer Infektion, zum Beispiel durch allgemeine Verhaltensregeln (Hände waschen, Abstand halten zu Erkrankten) und weitere Maßnahmen der Kontaktreduktion […].
  • Wichtig ist auch eine aktive Information über das Krankheitsbild, die bei der frühzeitigen Selbsterkennung von Symptomen helfen kann.
  • Erkrankte sollten rasch Kontakt aufnehmen zur Hausarztpraxis oder telefonisch zu anderen beratenden Stellen:
    • Beratung hinsichtlich individueller Maßnahmen
    • Beratung hinsichtlich labordiagnostischer Abklärung von COVID-19
  • Wenn in der näheren Umgebung (z.B. im privaten oder beruflichen Umfeld) Fälle von COVID-19 bekannt werden, sollte dies ebenfalls entsprechend mitgeteilt werden, um gezielte diagnostische Maßnahmen zu beschleunigen.”

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html | Stand 23.03.2020

Kann man sich gegen COVID-19 impfen lassen?

“Momentan steht kein Impfstoff zur Verfügung, der vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus schützt. Weltweit wird intensiv an solchen Impfstoffen gearbeitet. Wann ein Impfstoff zum Schutz vor COVID-19 verfügbar sein wird, ist derzeit noch nicht zu sagen.

Während der aktuellen COVID-19-Pandemie wird das Gesundheitssystem stark belastet. Es ist daher wichtig, einen möglichst guten allgemeinen Gesundheitszustand in der Bevölkerung zu erhalten, damit möglichst wenig zusätzliche ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden muss. Ein umfassender Impfschutz gemäß den aktuellen STIKO-Empfehlungen kann dazu beitragen.”
Quelle: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html | Stand: 24.03.2020

Was bringt die Pneumokokken-Impfung in der aktuellen COVID-19-Pandemie?

“Die Pneumokokken-Impfung schützt nicht vor COVID-19. Allerdings können Pneumokokken-Infektionen zu schweren Lungenentzündungen und Sepsis führen und die Versorgung der Patienten auf einer Intensivstation ggf. mit Beatmung erfordern. Dies gilt es gerade bei einem ohnehin schon über die Maßen belasteten Gesundheitssystem zu vermeiden. Die STIKO empfiehlt – unabhängig von der COVID-19-Pandemie – für alle Personen, die ein erhöhtes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben, eine entsprechende Impfung. Es ist zudem plausibel, dass die Pneumokokken-Impfung eine bakterielle Superinfektion durch Pneumokokken bei Patienten mit COVID-19 verhindern kann. Bei Influenza-Erkrankungen sind bakterielle Superinfektionen durch Pneumokokken eine bekannte Komplikation. Die aktuelle Datenlage ist jedoch unzureichend um einzuschätzen, wie häufig solche Superinfektionen bei COVID-19 Patienten vorkommen.

Aktuell sind Pneumokokken-Impfstoffe in Deutschland nur sehr eingeschränkt verfügbar. Daher sollten zur Zeit prioritär Personen geimpft werden, die ein besonders hohes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben.

Prioritär geimpft werden sollen:

  • Säuglinge und Kleinkinder bis zum Alter von 2 Jahren […]
  • Personen mit Immundefizienz, Senioren ab 70 Jahren und Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma oder COPD) […]

Oberste Priorität für Senioren und Personen mit chronischen Grunderkrankungen hat im Moment die Kontaktreduzierung (z.B. zu Hause bleiben). Diese schützt nicht nur vor COVID-19, sondern auch vor der Übertragung anderer Infektions­erkrankungen, wie zum Beispiel Pneumokokken-Infektionen. Es kann daher individuell Sinn machen, Impfungen zu verschieben. Das Vorgehen wird unter Abwägung des individuellen Risikos und der lokalen Gegebenheiten geplant […].

Bei der Terminvereinbarung muss bereits organisiert sein, dass Impfstoffe für die geplanten Impfungen verfügbar sind und der Praxisbesuch nicht zu einer Übertragung von SARS-CoV-2 führen kann.”

Quelle: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html | Stand: 24.03.2020

Gelten für Rezepte, Bewilligungen, Arbeitsunfähigkeitsmeldungen etc. weiterhin die gleichen bürokratischen Vorgaben?

Für die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) gilt:

  • “Für die Dauer der Pandemie können Medikamentenverordnungen auch nach telefonischer Kontaktaufnahme zwischen Arzt/Ärztin und PatientIn erfolgen. Die Abholung in der Apotheke erfordert nicht mehr unbedingt ein Papierrezept. Die Übermittlung des Rezepts von Arzt/Ärztin an die Apotheke kann auch auf anderem Weg erfolgen. Die Medikamente können in den Apotheken auch an andere Personen, sofern sie Namen und die SV-Nummer des Patienten/der Patientin kennen, abgegeben werden.
  • Über den Zeitraum der Pandemie fällt zudem die Bewilligungspflicht bei den meisten Medikamenten.
  • Bei Medikamenten kann der Bedarf für 1 Monat abgegeben werden, nur bei speziellen Fällen (bei Neueinstellungen) muss eine direkte Kommunikation mit dem Arzt/der Ärztin stattfinden.
  • Krankentransporte sind bis auf weiteres bewilligungsfrei.
  • Gleiches gilt für Heilbehelfe und Hilfsmittel bis zu einem Gesamtausmaß von 1.500 Euro sowie Röntgen und Schnittbilduntersuchungen.
  • Arbeitsunfähigkeitsmeldungen (AU) sind während dieser Phase ebenfalls telefonisch möglich.
  • Telemedizinische Krankenbehandlung (Skype, Videokonferenz, Telefon) können soweit sie notwendig sind, wie eine in der Ordination erbrachte Leistung abgerechnet werden. Diese Regelung gilt für Ärzte, Hebammen, Psychotherapeuten und Psychologen.”

https://www.gesundheitskasse.at/cdscontent/?contentid=10007.857717&portal=oegkportal&viewmode=content | Stand 13.03.2020

Ich brauche Medikamente - was muss ich tun?

für Österreich gilt:

  1. Ich rufe den Arzt an oder schreibe dem Arzt per E-Mail oder per Fax, welches Medikament ich brauche. Ich muss nicht persönlich zum Arzt gehen.
  2. Der Arzt schreibt ein Rezept in elektronischer Form. Das heißt, das Rezept wird nicht auf Papier gedruckt. Es ist nur im Computer gespeichert.
  3. Der Arzt kann das Rezept auch per Fax in meine Apotheke schicken. Ich frage beim Arzt nach, wie lange es braucht, bis das Rezept in der Apotheke ist.
  4. Ich gehe in die Apotheke und sage meinen Namen und meine Sozialversicherungsnummer. Ich kann aber auch eine andere Person bitten, für mich in die Apotheke zu gehen.
  5. Der Apotheker kann im Computer das Rezept vom Arzt sehen.
  6. Der Apotheker gibt mir mein Medikament.

Quelle: https://www.marienapo.eu/gut-zu-wissen/corona-virus/2020/einfach-erklaert-elektronische-rezepte-in-zeiten-des-coronavirus/ | Stand 23.03.2020

Wann sollte ich den Arzt per Telefon, Fax oder E-Mail um ein Rezept bitten?

Für Österreich gilt:

Vor allem ältere Menschen, Menschen, die ein schwaches Immunsystem haben und Menschen, die chronisch krank sind. Chronisch krank heißt, wenn jemand körperlich, geistig oder seelisch eingeschränkt ist. Chronische Krankheiten sind zum Beispiel Diabetes, HIV, Multiple Sklerose, Migräne oder Epilepsie.
Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen.
Quelle: https://www.marienapo.eu/gut-zu-wissen/corona-virus/2020/einfach-erklaert-elektronische-rezepte-in-zeiten-des-coronavirus/ | Stand 23.03.2020

Was muss ich tun, wenn ich nicht selbst in die Apotheke gehen kann?

für Österreich gilt:

  • Wenn ich Husten oder Fieber habe oder mich schwach fühle, darf ich nicht selbst in die Apotheke gehen.
  • Ich kann eine andere Person darum bitten, mein Medikament abzuholen.
  • Die Person, die für mich meine Medikamente abholt, muss meinen Namen und meine Sozialversicherungsnummer wissen und das in der Apotheke sagen.
  • In manchen Fällen kann die Apotheke meine Medikamente auch zu mir nach Hause bringen. Wenn ich das möchte, muss ich vorher bei der Apotheke anrufen und fragen, ob das geht. Wenn ich nicht anrufen kann, kann ich auch ein E-Mail oder ein Fax schicken.

Quelle: https://www.marienapo.eu/gut-zu-wissen/corona-virus/2020/einfach-erklaert-elektronische-rezepte-in-zeiten-des-coronavirus/ | Stand 23.03.2020

Zusammengestellt von Dr. med. Iris Herscovici: Stand ist bei der jeweiligen Frage ersichtlich

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