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Kurs Coronavirus und chronische Erkrankungen: Lektion 5 von 18

Coronavirus und Lungen- und Atemwegserkrankungen

Das Coronavirus löst derzeit bei vielen Menschen Unsicherheit und Besorgnis aus. Menschen mit einer chronischen Lungen- oder Atemwegserkrankung wie Asthma, COPD und Mukoviszidose bleiben davon keineswegs unberührt, zählen sie doch zu denen, die ein höheres Risiko haben.

Durch die Vorbelastung der Lunge sind sie empfänglicher für eine virale Infektion wie mit dem COVID-19 Coronavirus. Zudem verbreiten sich die Viren in einer vorbelasteten Lunge schneller und können größere Schäden anrichten. Aber welche PatientInnen sind besonders gefährdet und was sollten sie beachten?

Wir haben hier für Sie Fragen und Antworten für Menschen mit einer chronischen Lungen- oder Atemwegserkrankung aus verschiedenen vertrauenswürdigen Quellen zusammengestellt. Diese Fragen werden laufend erweitert. Worauf Sie als PatientIn achten sollten, erfahren Sie, indem Sie auf unten stehende Fragen klicken.

Da sich der Wissensstand momentan laufend ändert, bitten wir Sie, sich zudem über die Internetpräsenz von offiziellen Stellen in Ihrer Region über die aktuelle Situation zu informieren.

Die Informationen werden empfohlen von:

Bedeutung des Coronavirus bei Lungenkrankheiten

Warum zählen Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen, wie Asthma, COPD und Mukoviszidose, zur Risikogruppe bei Grippe und dem Coronavirus?

„Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen können Viren schlechter selbst bekämpfen, da die Lungenschleimhaut durch die bereits bestehende Erkrankung abwehrgeschwächt ist. Dies gilt gerade für Menschen mit Mukoviszidose, da hier bereits viele Bakterien ständig in der Lunge vorhanden sind, wodurch eine dauerhafte Lungenentzündung auf niedrigem Niveau besteht.

Das Coronavirus betrifft hauptsächlich die oberen und unteren Atemwege. Daher sind Patienten mit Lungenvorerkrankung besonders betroffen.

Aus welchem Grund der Coronavirus SARS-CoV-2 genau die Lunge befällt, ist meines Erachtens noch nicht sicher bekannt.Bekannt ist allerdings, dass Patienten mit Lungenvorerkrankungen bei einer Corona-Erkrankung leichter mit schweren Verläufen reagieren und leider auch häufiger versterben als Gesunde.“

– Prof. Dr. med. Rainald Fischer, Facharzt für Innere Medizin, Teilgebiet Lungen- und Bronchialheilkunde

Quelle: https://www.lungenarzt-pasing.de/coronavirus-und-grippe-bei-menschen-mit-chronischen-lungenkrankheiten/ | Stand 13.03.2020

Warum kommt es bei Lungenpatienten bei einer Infektion mit dem Coronavirus oder auch der Grippe häufiger zu Komplikationen und zu mehr Todesfällen?

„Wie bereits erwähnt ist die Schleimhaut der Lunge bei Patienten mit COPD oder auch Mukoviszidose dauerhaft entzündet und daher empfänglicher für eine virale Infektion. Zudem ist zeitgleich die Abwehrkraft in der Lungenschleimhaut verringert. Damit können sich die Viren leichter verbreiten und größere Schäden anrichten. Je beschädigter die Lungenschleimhaut ist, umso einfacher können auch andere Erreger, wie Bakterien, in die Schleimhaut eindringen.“

– Prof. Dr. med. Rainald Fischer, Facharzt für Innere Medizin, Teilgebiet Lungen- und Bronchialheilkunde

Quelle: https://www.lungenarzt-pasing.de/coronavirus-und-grippe-bei-menschen-mit-chronischen-lungenkrankheiten/ | Stand 13.03.2020

Welcher Virus ist gefährlicher für Lungenpatienten – der Grippe- oder der Corona-Virus?

„Der wesentliche Unterschied zwischen Grippe- und Corona-Viren liegt aktuell sicherlich in der Möglichkeit der Impfung. Gerade in der aktuellen Saison scheint der Grippeimpfstoff gut zu wirken und gegen die aktuelle Influenza gut zu schützen. Gegen den COVID-19 Virus gibt es derzeit noch keine Impfungsmöglichkeit.

Inwiefern sich die Letalität, also die Wahrscheinlichkeit an der Krankheit zu sterben, bei Grippe und Corona unterscheidet, kann man aktuell nicht mit Sicherheit sagen. Dies ist momentan aus den Zahlen des Robert-Koch-Institutes ganz schwer herauszulesen. Derzeit scheint es aber, dass die Letalität bei Corona gering erhöht ist.“

– Prof. Dr. med. Rainald Fischer, Facharzt für Innere Medizin, Teilgebiet Lungen- und Bronchialheilkunde

Quelle: https://www.lungenarzt-pasing.de/coronavirus-und-grippe-bei-menschen-mit-chronischen-lungenkrankheiten/ | Stand 13.03.2020

Sind alle Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen gleich stark gefährdet?

„Soweit wir derzeit wissen, sind nicht alle Lungenerkrankungen gleich zu werten. Vermutlich sind Patienten mit Asthma nicht so stark gefährdet, da deren Bronchialschleimhaut meist nur eine allergische Entzündung aufweist und in der Regel keine Lungenentzündungen entwickeln.. Patienten mit COPD und Mukoviszidose würde ich als stärker gefährdet einschätzen, weil es hier häufiger unabhängig von Viren zu Entzündungsvorgängen auch bakterieller Natur in der Lunge kommt. Daneben ist auch die Lungenfunktion ein mögliches Maß für die Gefährdung. Bei jemandem mit einem FEV1-Wert von unter 50%, würde ich einen höheren Gefährdungsgrad annehmen. Lungenpatienten mit einem FEV1-Wert von über 90% sind hingegen nur gering gefährdet.

Allerdings sind das nur Einschätzungen. Derzeit liegen noch zu wenige Fälle und Zahlen zum Coronavirus vor. Fundierte Aussagen werden sich leider erst in ein paar Wochen oder Monaten treffen lassen, wenn die aktuelle Corona-Epidemie vorbei und ausgewertet sein wird.“

– Prof. Dr. med. Rainald Fischer, Facharzt für Innere Medizin, Teilgebiet Lungen- und Bronchialheilkunde

Quelle: https://www.lungenarzt-pasing.de/coronavirus-und-grippe-bei-menschen-mit-chronischen-lungenkrankheiten/ | Stand 13.03.2020

Ich habe Bronchiektasen. Ist mein Risiko, an COVID-19 zu erkranken, erhöht gegenüber Menschen ohne Bronchiektasen?

„Nein – Jede und Jeder kann sich mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren. Bei Patienten mit Lungenerkrankungen ist es jedoch wahrscheinlicher, dass sie Symptome der Infektion zeigen oder eine schwerere Infektion haben als Andere.

Bislang haben die meisten Menschen, die COVID-19 bekommen, nur eine leichte Viruserkrankung. Einige entwickeln aber auch schwerere Symptome oder sogar Lungenentzündung.

Wir wissen auch noch nicht, ob Patienten mit Bronchiektasen im Rahmen einer COVID-19-Erkankung eher eine Atemwegsinfektion bekommen, aber es ist wahrscheinlich, da dies bei anderen Virusinfektionen wie der Grippe der Fall ist.“

– James Chalmers, Vorsitzender der Gruppe für Atemwegsinfektionen der European Respiratory Society (ERS)

Quelle: https://www.lungeninformationsdienst.de/aktuelles/news/alle-news-im-ueberblick/aktuelles/article/coronavirus-infos-fuer-menschen-mit-lungenkrankheiten//index.html | Stand 09.03.2020

Sterben Menschen mit einer Atemwegserkrankung häufiger an COVID-19 als Menschen ohne eine Vorerkrankung der Lunge?

„Bisher waren ein höheres Alter und das Vorhandensein von Grunderkrankungen – einschließlich Lungenerkrankungen – Risikofaktoren für einen schwereren Verlauf bis hin zum Tod. Dennoch ist es wichtig zu betonen, dass bislang die meisten Patienten, selbst diejenigen mit einer zugrundeliegenden Atemwegserkrankung, leichte Infektionen hatten und sich vollständig erholt haben.“

– James Chalmers, Vorsitzender der Gruppe für Atemwegsinfektionen der European Respiratory Society (ERS)
Quelle: https://www.lungeninformationsdienst.de/aktuelles/news/alle-news-im-ueberblick/aktuelles/article/coronavirus-infos-fuer-menschen-mit-lungenkrankheiten//index.html | Stand 09.03.2020

Therapien und Termine während der Corona-Pandemie

Was sollten PatientInnen mit Lungenfibrose jetzt beachten?

“Wesentlich für unsere HochrisikopatientInnen ist, den Kontakt zum behandelnden Arzt (über Telefon, Mail usw.) zu halten um Maßnahmen für Exazerbationen rasch zu setzen, keinesfalls in die Ordination oder Ambulanz kommen.

Die Ärzte sollten einen barrierefreien, niederschwelligen Zugang bereithalten.”
Quelle: Ing. Günther Wanke – Lungenfibrose Forum-Austria | Stand 18.03.2020

Kann ich als Mukoviszidose-PatientIn noch zur CF-Physiotherapie gehen?

für Deutschland gilt:

„Es gibt keine allgemeinen Empfehlungen für den Termin bei der Physiotherapie. Es empfiehlt sich, die CF-Physiotherapie-Praxis vorab telefonisch zu kontaktieren und möglichst in jeweilige bekannte Praxen zu gehen, die die CF-spezifischen sowie allgemein empfohlene Hygienemaßnahmen beachten. Bitte reisen Sie möglichst nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln an.

Grundsätzlich ist zu bedenken, dass es ja auch Ziel der Physiotherapie ist, den Patienten dahin zubringen die Therapie eigenständig durchzuführen. Je nach gesundheitlicher Situation könnte dann also vermehrt zuhause Physiotherapie gemacht werden. Lassen Sie sich in die Lage versetzen, für einen gewissen Zeitraum die notwenigsten Übungen selbst zuhause durchzuführen und sprechen Sie aktiv die Nutzung digitaler Kanäle für eine Behandlung an.

Nach den Empfehlungen für den Heilmittelbereich GKV Spitzenverbands aufgrund des Ausbruchs von SARS-CoV-2 (Corona) – Stand: 18. März 2020 / 18.00 Uhr ist es nämlich für den Physio-Praxis möglich, Videobehandlung mit vorheriger Einwilligung der Versicherten abzurechnen.

Es erscheint zurzeit sinnvoll, auch in Absprache mit Ihrem Therapeut und bei Unsicherheiten mit Ihrem behandelnden Arzt, gut zu überlegen, welche Therapietermine unbedingt notwendig sind. Sollten Sie sich entscheiden, Ihren Physiotherapie-Termin nicht wahrzunehmen, ist es wichtig für die Praxis, dass Sie den Termin rechtzeitig absagen.”
Quelle: https://www.muko.info/faqs-zum-coronavirus | Stand 30.03.2020

Kann ich als CF-Betroffener jetzt Kontrolltermine in meiner Ambulanz wahrnehmen?

für Deutschland gilt:

„Es zeigt sich, dass die meisten CF-Ambulanzen nach Kontaktaufnahme mit dem Patienten die Termine der stabilen Patienten umbestellen. Dabei ist es in der Regel nicht möglich, außer in Notfällen, einen Ersatztermin im selben Quartal anzubieten. Es ist im Einzelfall zu entscheiden, inwiefern Videosprechstunden eine Alternative sein können. Die KBV und der GKV-Spitzenverband haben angesichts der Corona-Krise für Videosprechstunden die Begrenzungsregeln aufgehoben. Damit sind Fallzahl und Leistungsmenge nicht limitiert. Das gilt zunächst für das zweite Quartal.”
Quelle: https://www.muko.info/faqs-zum-coronavirus | Stand 30.03.2020

Sollte bei Asthma-PatientInnen die Therapie mit inhalierbaren Steroiden (ICS) angepasst oder gar beendet werden?

“Aktuell finden sich Stimmen, die die Therapie mit inhalierbaren Steroiden (ICS) – das Kern-Element der Asthma-Therapie – vor dem Hintergrund der aktuellen Coronavirus-Epidemie in Frage stellen. So wies Professor Dr. med. Christian Drosten, Institut für Virologie der Charité Berlin, in seinem Podcast vom 13. März 2020 darauf hin, dass Asthma-Patienten mit ihrem Arzt darüber sprechen sollten, ein auf Kortison basierendes Asthma-Medikament durch ein Medikament zu ersetzen, welches das Immunsystem weniger angreife. Diese Aussage verunsichert Patienten und Behandler.

Die deutschen Asthma-Spezialisten empfehlen, bei Kindern und Erwachsenen mit Asthma

eine adäquate und individuell eingestellte antiasthmatische Inhalations-Therapie (insbesondere auch eine ICS-Therapie) nicht aus diesem Grund zu ändern oder gar zu beenden. Die Gefahr, dass sich das Asthma dadurch in bedrohlicher Weise verschlechtert und (ansonsten unnötige) Arztbesuche oder Krankenhaus-Aufenthalte erforderlich macht – einschließlich möglicher Kontakte mit COVID-19-Patienten – sei für den einzelnen AsthmaPatienten wesentlich bedrohlicher als ein mögliches, gleichwohl unbelegtes Risiko einer Förderung der Ansteckung mit dem Coronavirus (SARS-Cov-2). Eine erfolgreiche Inhalationstherapie bei Patienten mit Asthma sollte daher auch und gerade in der aktuellen Coronavirus-Pandemie unverändert fortgesetzt werden.

Alle übrigen, vom Robert Koch-Institut empfohlenen Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen, einschließlich der Meidung von Sozialkontakten, sind selbstverständlich auch von Patienten mit Asthma zu befolgen.”

Quelle: https://pneumologie.de/fileadmin/user_upload/Aktuelles/2020-03-16_Statement_Asthma_und_COVID-19_F.pdf | Stand 16.03.2020

Was kann ich tun, wenn ich in psychotherapeutischer Behandlung bin und Behandlungstermine nicht stattfinden können?

für Deutschland gilt:

„Suchen Sie in diesem Fall den Kontakt zu Ihrem Psychotherapeuten und besprechen Sie, ob derzeit eventuell andere Formen der Kommunikation möglich sind. Auch niedergelassene Psychotherapeuten können jetzt entsprechend der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Videobehandlungen abrechnen. In diesem Kontext können Sie auch die Verwendung von entsprechenden Online-Tools zum Selbstmanagement ansprechen. Für Menschen mit leichten Depressionsformen gibt es z.B. das Tool iFightDepression der Stiftung Depressionshilfe.

Bitte beachten Sie: Solche Tools dürfen nur unter professioneller Betreuung des behandelnden Psychotherapeuten oder Hausarztes begleitend angewendet werden und sind kein Ersatz für eine Behandlung. Sie sind weder für Menschen mit schweren Depressionsformen noch für die Allgemeinheit geeignet, um mit der aktuellen Corona-Situation und daraus resultierenden Ängsten und Sorgen umzugehen.

Wenn Sie (auch aufgrund der aktuellen Situation) an sich Symptome von Angst und Depression feststellen, wenden Sie sich an Ihre CF-Ambulanz oder Ihren betreuenden Psychotherapeuten.”
Quelle: https://www.muko.info/faqs-zum-coronavirus#c9324 | Stand 31.03.2020

Welche therapeutischen Maßnahmen werden ergriffen, wenn ein Lungenpatient an dem Coronavirus oder der Grippe erkrankt?

„Es gibt derzeit keine spezifische Behandlung bei einer Corona-Infektion. Wenn sich ein Patient, der an einer chronischen Lungenerkrankung leidet, mit Influenza oder Corona angesteckt hat oder dies vermutet, ist es sicher sinnvoll, die inhalative Therapie etwas zu intensivieren. […] Eine Feuchtinhalation mit Kochsalz ist sicherlich empfehlenswert, dies kann die Atemwege reinigen und die Infektion möglicherweise verlangsamen. Das gilt auch für Patienten, die möglicherweise ansonsten nicht feucht inhalieren, wie zum Beispiel viele COPD-Patienten. […] Lungenpatienten sollen sich bei einem Verdacht natürlich an ihren behandelnden Arzt wenden, am besten telefonisch. Das machen Patienten in der Regel aber sowieso.“

– Prof. Dr. med. Rainald Fischer, Facharzt für Innere Medizin, Teilgebiet Lungen- und Bronchialheilkunde

Quelle: https://www.lungenarzt-pasing.de/coronavirus-und-grippe-bei-menschen-mit-chronischen-lungenkrankheiten/ | Stand 13.03.2020

Tipps zum Schutz vor dem Coronavirus

Gibt es bestimmte zusätzliche Maßnahmen, die ich als Asthma-Patient ergreifen kann, um mich vor dem neuartigen Coronavirus zu schützen?

„Es gibt Dinge, die Jede und Jeder tun sollte, um sein Ansteckungsrisiko zu begrenzen. Für Menschen mit Asthma oder einer anderen Lungenerkrankung sind diese natürlich besonders wichtig.

Berühren Sie Mund, Nase oder Augen nicht mit ungewaschenen Händen.
Vermeiden Sie den Kontakt mit erkrankten Menschen
Waschen Sie Ihre Hände gründlich, nachdem Sie möglicherweise kontaminierte Oberflächen berührt haben.“

– James Chalmers, Vorsitzender der Gruppe für Atemwegsinfektionen der European Respiratory Society (ERS)
Quelle: https://www.lungeninformationsdienst.de/aktuelles/news/alle-news-im-ueberblick/aktuelles/article/coronavirus-infos-fuer-menschen-mit-lungenkrankheiten//index.html | Stand 09.03.2020

Ich habe eine Lungentransplantation gehabt. Haben Sie spezielle Ratschläge für mich?

„Möglicherweise haben Ihre behandelnden Transplantations-Ärzte bereits einen Plan mit Verhaltenstipps erstellt. Wenn ja, sollten Sie deren Rat befolgen.

Wenn Sie Symptome entwickeln, die auf eine Virusinfektion hindeuten, und Sie in den letzten 40 Tagen in ein betroffenes Land gereist sind, wäre es im Allgemeinen ratsam, sich zu Hause zu isolieren und Ihr Transplantationsteam vor Ort um Rat zu fragen.“

– James Chalmers, Vorsitzender der Gruppe für Atemwegsinfektionen der European Respiratory Society (ERS)

Quelle: https://www.lungeninformationsdienst.de/aktuelles/news/alle-news-im-ueberblick/aktuelles/article/coronavirus-infos-fuer-menschen-mit-lungenkrankheiten//index.html | Stand 09.03.2020

Ich habe COPD, sollte ich eine Atemschutzmaske tragen, um mich vor dem neuartigen Coronavirus zu schützen?

„Für die Allgemeinbevölkerung wird das Tragen einer Maske nur empfohlen, wenn Sie Symptome wie Husten oder Fieber haben oder wenn Sie jemanden mit diesen Symptomen pflegen.

Bei bereits bestehenden chronischen Atemwegserkrankungen wird das Tragen einer Maske nicht empfohlen, da dies das Atmen erschweren kann. Wenn Sie eine Lungenerkrankung haben und sich Sorgen machen, an COVID-19 zu erkranken, besprechen Sie dies bitte mit Ihrem behandelnden Arzt/ Ärztin.

Atemwegsmasken sind zudem gerade in vielen Regionen vergriffen. Um einem Mangel an Masken vorzubeugen, ist es wichtig, diese nur bei Bedarf zu tragen. Wenn Sie eine Maske tragen, ist es zudem wichtig, sie richtig zu verwenden und zu entsorgen. Die Weltgesundheitsorganisation hat dazu Informationen (in Englisch).“

– James Chalmers, Vorsitzender der Gruppe für Atemwegsinfektionen der European Respiratory Society (ERS)
Quelle: https://www.lungeninformationsdienst.de/aktuelles/news/alle-news-im-ueberblick/aktuelles/article/coronavirus-infos-fuer-menschen-mit-lungenkrankheiten//index.html | Stand 09.03.2020

Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen sind es unabhängig von der momentanen Corona-Epidemie gewohnt, die aktuellen Hygieneempfehlungen einzuhalten und Menschenmasse zu meiden. Wie können sie sich darüber hinaus schützen?

„Es ist sicher sinnvoll, sich an die empfohlenen Hygienerichtlinien zu halten. Ein Mundschutz ist für den Eigenschutz gegen Viren vermutlich nicht sehr wirksam. Hier wären FFP3-Masken mit Filterfunktion notwendig. Diese sind derzeit jedoch kaum zu bekommen. Außerdem dürfte das Tragen dieser Maske für Lungenpatienten auch unangenehm sein, da hierdurch die Atmung etwas erschwert wird.

Wichtig für Atemwegspatienten ist natürlich, die verordnete Inhalationstherapie und Medikamenteneinnahme konsequent durchzuführen. Das gilt aber immer und unabhängig vom Coronavirus. Weitere präventive Maßnahmen gibt es aus meiner Sicht nicht.

Das Wichtigste ist, sich bewusst zu machen, dass die Zahl der Infektionen derzeit sehr gering ist. Die tatsächliche Gefahr einer Infektion für den einzelnen Patienten mit dem Coronavirus ist nicht sehr hoch. Das höhere Ansteckungsrisiko besteht aktuell immer noch für die Influenza.“

– Prof. Dr. med. Rainald Fischer, Facharzt für Innere Medizin, Teilgebiet Lungen- und Bronchialheilkunde

Quelle: https://www.lungenarzt-pasing.de/coronavirus-und-grippe-bei-menschen-mit-chronischen-lungenkrankheiten/ | Stand 13.03.2020

Tipp für den Alltag während der Corona-Pandemie

Ich bin Raucher. Was muss ich beachten?

Laut einer chinesischen Studie im Chinese Medical Journal ist unter den Patienten mit einer fortgeschrittenen COVID-19 Erkrankung ein beträchtlich höherer Anteil an Rauchern. Diese Beobachtung deutet darauf hin, das Rauchen ein möglicher Risikofaktor für einen ungünstigen Verlauf der Erkrankung sein könnte.

Quelle: https://journals.lww.com/cmj/Abstract/publishahead/Analysis_of_factors_associated_with_disease.99363.aspx
(dazu auch: University of California San Francisco: https://tobacco.ucsf.edu/reduce-your-risk-serious-lung-disease-caused-corona-virus-quitting-smoking-and-vaping) | Stand laut Studie 15.01.2020

Kann ich als CF-Betroffener noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren?

„Von der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wird abgeraten. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sollte, wenn nicht anders möglich, nur unter strikter Einhaltung der Hygienemaßnahmen erfolgen, zu denen neben der Händehygiene auch ein Abstand von 1-2 Metern zu anderen Menschen zählt.”
Quelle: https://www.muko.info/faqs-zum-coronavirus | Stand 30.03.2020

Alle Fitnessstudios sind geschlossen. Wie kann ich mich dennoch bewegen und fit bleiben?

„Nutzen Sie das eigene Körpergewicht fürs Krafttraining. […] Stehen Ihnen zuhause Trainingsgeräte, z.B. Pezziball, Terrabänder, Hanteln etc. zur Verfügung, die Sie auch aus der Sport- oder Physiotherapie kennen? Nutzen Sie diese mit den Ihnen geläufigen Übungen. […] Machen Sie Spaziergänge draußen an der frischen Luft oder fahren Sie Rad, oder machen Sie – möglichst alleine –, was Ihnen sonst noch Spaß macht, mit Bewegung zu tun hat und Ihnen gesundheitlich möglich ist. Vielleicht sollte man darauf achten, keine unfallträchtigen Sportarten auszuüben. Zurzeit sollte man Krankenhäuser möglichst meiden […]

Handeln Sie dabei aber unbedingt verantwortlich! Meiden Sie möglichst jegliche Menschenansammlungen. Wenn Sie sich in Begleitung bewegen bzw. rausgehen, beschränken Sie diese möglichst auf eine Person aus dem häuslichen Umfeld.”
Quelle: https://www.muko.info/faqs-zum-coronavirus | Stand 27.03.2020

Ich bin CF-betroffen und traue mich gerade nicht mehr raus. Welche Hilfsmöglichkeiten gibt es für mich?

“Sprechen Sie Verwandte, Freunde, Nachbarn an. In einigen Regionen gibt es auch Nachbarschaftshilfen, oder Ehrenamtsorganisationen, die Sie ansprechen können. Sollte sich in räumlicher Nähe eine CF-Selbsthilfegruppe befinden, fragen Sie dort nach. Vielleicht gibt es hier Informationen zu weiteren Unterstützungsangeboten oder Kontakten vor Ort.”
Quelle: https://www.muko.info/faqs-zum-coronavirus | Stand 30.03.2020

Zusammengestellt von Dr. med. Iris Herscovici: Stand ist bei der jeweiligen Frage ersichtlich

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