Zurück zur Kursübersicht

Kurs Coronavirus und chronische Erkrankungen: Lektion 1 von 19

Das Wichtigste zum Coronavirus für chronisch Kranke

Das Coronavirus löst derzeit bei vielen Menschen Unsicherheit und Besorgnis aus. Chronisch kranke Menschen bleiben davon keineswegs unberührt, zählen sie doch zu denen, die ein höheres Risiko haben.

Wir haben in dieser Lektion die wichtigsten allgemeinen Fragen und Antworten aus verschiedenen vertrauenswürdigen Quellen zusammengestellt. Diese Fragen werden laufend erweitert. Klicken Sie auf eine Frage, um mehr zu erfahren. Spezifische Fragen und Antworten zu verschiedenen chronischen Erkrankungen erhalten Sie in den nächsten Lektionen.

Da sich der Wissensstand momentan laufend ändert, bitten wir Sie, sich zudem über die Internetpräsenz von offiziellen Stellen in Ihrer Region über die aktuelle Situation zu informieren.

Die Informationen werden empfohlen von:

Übertragung des Coronavirus

Wie werden Coronaviren am häufigsten übertragen?

„Der Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2 ist die respiratorische Aufnahme virushaltiger Flüssigkeitspartikel, die beim Atmen, Husten, Sprechen und Niesen entstehen. Je nach Partikelgröße unterscheidet man zwischen Tröpfchen (größer als 5 µm) und Aerosolen (feinste luftgetragene Flüssigkeitspartikel und Tröpfchenkerne, kleiner als 5 µm), wobei der Übergang zwischen beiden Formen fließend ist. Während insbesondere größere respiratorische Tröpfchen schnell zu Boden sinken, können Aerosole auch über längere Zeit in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen. Ob und wie schnell die Tröpfchen und Aerosole absinken oder in der Luft schweben bleiben, ist neben der Größe der Partikel von einer Vielzahl weiterer Faktoren, u. a. der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit, abhängig.
Beim Atmen und Sprechen, aber noch stärker beim Schreien und Singen, werden Aerosole ausgeschieden; beim Husten und Niesen entstehen zusätzlich deutlich mehr Tröpfchen. Neben der steigenden Lautstärke können auch individuelle Unterschiede zur verstärkten Freisetzung beitragen. Grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit einer Exposition gegenüber infektiösen Tröpfchen und Aerosolen im Umkreis von 1-2 m um eine infizierte Person herum erhöht.
Bei längerem Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen kann sich die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über eine größere Distanz als 2 m erhöhen, insbesondere dann, wenn eine infektiöse Person besonders viele kleine Partikel (Aerosole) ausstößt und exponierte Personen besonders tief einatmen. Durch die Anreicherung und Verteilung der Aerosole im Raum ist das Einhalten des Mindestabstandes zur Infektionsprävention ggf. nicht mehr ausreichend. Ein Beispiel dafür ist das gemeinsame Singen in geschlossenen Räumen über einen längeren Zeitraum, wo es z. T. zu hohen Infektionsraten kam, die sonst nur selten beobachtet werden. Auch schwere körperliche Arbeit bei mangelnder Lüftung hat, beispielsweise in fleischverarbeitenden Betrieben, zu hohen Infektionsraten geführt. Ein effektiver Luftaustausch kann die Aerosolkonzentration in einem Raum vermindern. Übertragungen im Außenbereich kommen insgesamt selten vor. Bei Wahrung des Mindestabstandes ist die Übertragungswahrscheinlichkeit im Außenbereich aufgrund der Luftbewegung sehr gering.“
Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html | Stand 04.09.2020

Können Coronaviren auch über Oberflächen, Nahrungsmittel, von der Mutter auf das Kind etc. übertragen werden?

  • “Kontaktübertragung
    Eine Übertragung durch kontaminierte Oberflächen ist insbesondere in der unmittelbaren Umgebung der infektiösen Person nicht auszuschließen, da vermehrungsfähige SARS-CoV-2-Viren unter Laborbedingungen auf Flächen einige Zeit infektiös bleiben können. Bei COVID-19-Patienten wurden auch PCR-positive Stuhlproben (24-26) identifiziert. Für eine Ansteckung über Stuhl müssen Viren jedoch vermehrungsfähig sein. Dies wurde in Studien bisher nur selten gezeigt.
  • Konjunktiven [Anmerkung selpers: die Bindehaut] als Eintrittspforte
    In drei (von 63 untersuchten) Patienten mit COVID-19-Pneumonie waren Konjunktivalproben PCR-positiv. Dies ist jedoch kein Beleg, dass Konjunktiven als Eintrittspforte fungieren können.
  • Übertragungen durch Nahrungsmittel
    Nach jetzigem Wissensstand sind bislang keine Übertragungen durch den Verzehr kontaminierter Nahrungsmittel nachgewiesen.
  • Vertikale Übertragung von der (erkrankten) Mutter auf ihr Kind (vor und während der Geburt sowie über die Muttermilch)
    Nur wenige Studien haben diese Fragestellung untersucht. Basierend auf bisher vorliegenden Untersuchungen und Fallberichten, auch zu Immunreaktionen bei Neugeborenen, wird seit längerem die Möglichkeit einer Übertragung im Mutterleib vermutet, allerdings konnte eine intra- oder postpartale Infektion nicht sicher ausgeschlossen werden. Ein Fallbericht aus Frankreich unterstützt die Vermutung einer Übertragung im Mutterleib: bei einer erkrankten Schwangeren erfolgte der Nachweis von SARS-CoV-2-Genmaterial in der Amnionflüssigkeit und der Plazenta. Durch umgehende Trennung von Mutter und Kind schließen die Autoren eine postpartale Infektion aus. Das Neugeborene, das in verschiedenen Proben (BAL, Abstriche, Blut) PCR positiv war, entwickelte im Verlauf neurologische, mit COVID-19 vereinbare, Symptome, von denen es sich erholte. Bislang sind nur einzelne Erkrankungsfälle als mögliche Folge einer Infektion im Mutterleib beschrieben , meist zeigen Kinder SARS-CoV-2-positiver Mütter nach der Geburt keine Krankheitszeichen.
    In mehreren Studien wurde die Muttermilch auf SARS-COV-2 untersucht, ohne dass ein Nachweis erfolgte, in einem Fall gelang der Nachweis von Virus RNA. Eine erfolgreiche Virusanzucht aus Muttermilch ist bislang nicht beschrieben, daher ist nicht abschließend geklärt, ob COVID-19 durch Muttermilch übertragbar ist.
  • Medizinischer Sektor
    Im medizinischen Sektor sind alle potenziellen Übertragungswege von Bedeutung und müssen durch entsprechende Maßnahmen verhindert werden. Ein Hochrisikosetting sind Aerosol-produzierende Vorgänge, wie z. B. Intubation, Bronchoskopie oder bestimmte zahnärztliche Prozeduren. Zur Verhinderung einer Übertragung werden bei diesen Tätigkeiten spezielle Atemschutzmasken durch die betroffenen Berufsgruppen getragen.“

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html | Stand 04.09.2020

Wie lange überleben Coronaviren auf Oberflächen?

“In mehreren Untersuchungen wurde SARS-CoV-2-RNA auf verschiedenen Flächen in der Umgebung von COVID-19-Patienten gefunden. In keinem Fall gelang bisher die Anzucht des Virus, so dass nicht geklärt ist, ob das Virus von diesen realen Flächen übertragen werden kann.
Beide Viren (SARS-CoV und SARS-CoV-2) sind auf glatten Oberflächen wie Plastik oder Edelstahl in Laborversuchen deutlich stabiler als auf porösen Oberflächen. Für die glatten Flächen wird für SARS-CoV-2 eine Stabilität von 3 bis 7 Tagen angegeben. Auf porösen Oberflächen wie z.B. Einweg- und Baumwollkitteln und Papier wurde die Abhängigkeit des Infektiositätsverlustes von Virusmenge und Zeit für SARS-CoV gezeigt. Geringere Virusmengen (104/ml) konnten bis zu 5 Minuten, höhere Virustiter (106/ml) bis zu 24 Stunden, bzw. auf Einwegkitteln bis zu 2 Tagen nachgewiesen werden. Auf Baumwollkleidung und auf Papier war SARS-CoV-2 bis zu 4 Tage infektiös.
Auf Oberflächen ändert sich die Infektiosität von SARS-CoV-2 bis 30°C nicht. Wurde zusätzlich zur Temperatur die Luftfeuchtigkeit stark erhöht (38°C, <95% r.F.), wurde SARS-CoV bereits innerhalb von 24 Stunden inakiviert.”
Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText2 | Stand 04.09.2020

Was sollte ich bei der Reinigung oder Desinfektion von Oberflächen beachten?

“Eine routinemäßige Flächendesinfektion in häuslichen und öffentlichen Bereichen, auch der häufigen Kontaktflächen, wird auch in der jetzigen COVID-Pandemie nicht empfohlen. Hier ist die angemessene Reinigung das Verfahren der Wahl. Davon unbenommen sind Situationen, in denen an COVID-Erkrankte im häuslichen Umfeld versorgt werden.
Wird eine Desinfektion im Einzelfall als notwendig erachtet, so sollte diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion, d.h. die Benetzung der Oberfläche ohne mechanische Einwirkung, ist weniger effektiv und auch aus Arbeitsschutzgründen bedenklich, da Desinfektionsmittel eingeatmet werden können.”
Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Reinigung_Desinfektion.html | Stand 03.07.2020

Wann ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit zum Schutz vor SARS-CoV-2 sinnvoll?

“Um sich selbst und andere vor einer Ansteckung mit respiratorischen Erregern zu schützen, sind eine gute Händehygiene, Einhalten von Husten- und Niesregeln und das Abstandhalten (mindestens 1,5 Meter) die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen.

Durch einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) oder bei der gegenwärtigen Knappheit eine textile Barriere im Sinne eines MNS (sogenannte community mask oder Behelfsmaske) können Tröpfchen, die man z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, abgefangen werden. Das Risiko, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, kann so verringert werden (Fremdschutz). Hingegen gibt es keine hinreichenden Belege dafür, dass ein MNS oder eine Behelfsmaske einen selbst vor einer Ansteckung durch andere schützt (Eigenschutz).  Es ist zu vermuten, dass auch Behelfsmasken das Risiko verringern können, andere anzustecken, weil sie die Geschwindigkeit der Tröpfchen, die durch Husten, Niesen oder Sprechen entstehen, reduzieren können. Eine solche Schutzwirkung ist bisher nicht wissenschaftlich belegt […].

Bei Personen, die an einer akuten respiratorischen Infektion erkrankt sind, kann das Tragen eines MNS oder einer Behelfsmaske durch diese Person dazu beitragen, das Risiko einer Ansteckung anderer Personen zu verringern.

Nicht jeder, der mit SARS-CoV-2 infiziert ist, bemerkt das auch. In der Regel sind Betroffene bereits mit sehr leichten Symptomen ansteckend. Manche Infizierte erkranken gar nicht (asymptomatische Infektion), könnten den Erreger aber trotzdem ausscheiden. In diesen Fällen könnte das vorsorgliche Tragen von Behelfsmasken dazu beitragen, das Übertragungsrisiko zu vermindern. Deshalb könnte das Tragen von Behelfsmasken durch Personen, die öffentliche Räume betreten, in denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, z.B. ÖPNV, Lebensmittelgeschäften oder auch ggf. am Arbeitsplatz, dazu beitragen, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen. Darüber hinaus könnten Behelfsmasken das Bewusstsein für „physical distancing“ und gesundheitsbewusstes Verhalten unterstützen.

Für die optimale Wirksamkeit ist es wichtig, dass ein MNS oder die Behelfsmaske korrekt sitzt (d.h. eng anliegend getragen wird), bei Durchfeuchtung gewechselt wird, und dass während des Tragens keine (auch keine unbewussten) Manipulationen daran vorgenommen werden.

Auf keinen Fall sollte das Tragen eines MNS oder einer Behelfsmaske dazu führen, dass Abstandsregeln nicht mehr eingehalten oder Husten- und Niesregeln bzw. die Händehygiene nicht mehr umgesetzt werden.

Hinweise zur Handhabung und Pflege von Behelfsmasken gibt auch das BfArM.

Nicht zu verwechseln mit einfachem Mund-Nasen-Schutz bzw. Behelfsmasken sind der mehrlagige medizinische (chirurgische) Mund-Nasen-Schutz oder medizinische Atemschutzmasken, z.B. FFP-Masken.  Diese sind für den Schutz von medizinischem und pflegerischem Personal essentiell und müssen dieser Gruppe vorbehalten bleiben. Der Schutz von Fachpersonal ist von gesamtgesellschaftlichem Interesse.”

Quelle: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html | Stand 01.04.2020

Was sollte ich beim Tragen von Behelfsmasken bzw. selbstgemachten Masken beachten?

“Den besten Schutz vor einer potentiellen Virusübertragung bietet nach wie vor das konsequente Distanzieren von anderen, potentiell virustragenden Personen. Dennoch kann die physische Barriere, die das richtige Tragen einer Community-Maske darstellt, eine gewisse Schutzfunktion vor größeren Tröpfchen und Mund-/Nasen-Schleimhautkontakt mit kontaminierten Händen bieten.

Personen, die eine entsprechende Maske tragen möchten, sollten daher unbedingt folgende Regeln berücksichtigen:

  • Die Masken sollten nur für den privaten Gebrauch genutzt werden.
  • Die gängigen Hygienevorschriften, insbesondere die aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind weiterhin einzuhalten.
  • Auch mit Maske sollte der von der WHO empfohlene Sicherheitsabstand von mindestens 1.50 m zu anderen Menschen eingehalten werden.
  • Beim Anziehen einer Maske ist darauf zu achten, dass die Innenseite nicht kontaminiert wird. Die Hände sollten vorher gründlich mit Seife gewaschen werden.
  • Die Maske muss richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen, um das Eindringen von Luft an den Seiten zu minimieren.
  • Bei der ersten Verwendung sollte getestet werden, ob die Maske genügend Luft durchlässt, um das normale Atmen möglichst wenig zu behindern.
  • Eine durchfeuchtete Maske sollte umgehend abgenommen und ggf. ausgetauscht werden.
  • Die Außenseite der gebrauchten Maske ist potentiell erregerhaltig. Um eine Kontaminierung der Hände zu verhindern, sollte diese möglichst nicht berührt werden.
  • Nach Absetzen der Maske sollten die Hände unter Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln gründlich gewaschen werden (mindestens 20-30 Sekunden mit Seife).
  • Die Maske sollte nach dem Abnehmen in einem Beutel o.ä. luftdicht verschlossen aufbewahrt oder sofort gewaschen werden. Die Aufbewahrung sollte nur über möglichst kurze Zeit erfolgen, um vor allem Schimmelbildung zu vermeiden.
  • Masken sollten nach einmaliger Nutzung idealerweise bei 95 Grad, mindestens aber bei 60 Grad gewaschen und anschließend vollständig getrocknet werden. Beachten Sie eventuelle Herstellerangaben zur maximalen Zyklusanzahl, nach der die Festigkeit und Funktionalität noch gegeben ist.
  • Sofern vorhanden, sollten unbedingt alle Herstellerhinweise beachtet werden.”

Quelle: https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Medizinprodukte/DE/schutzmasken.html | Stand: 26.06.2020

Ist der Einsatz von Visieren anstatt einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum sinnvoll?

“Die Verwendung von Visieren anstelle von MNB wird derzeit bereits von verschiedenen Herstellern beworben, ohne dass Belege für die Äquivalenz dieser Ersatzmaßnahme vorliegen. Gemäß den Hinweisen des BfArM für Anwender zur Handhabung von „Community-Masken“ (MNB) muss die MNB richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen, um das Vorbeiströmen von Luft an den Seiten zu minimieren. Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass fest gewebte Stoffe in diesem Zusammenhang besser geeignet sind als leicht gewebte Stoffe.

Durch das Tragen einer MNB können gemäß BfArM die Geschwindigkeit des Atemstroms oder des Speichel-/Schleim-Tröpfchenauswurfs reduziert werden. Visiere dagegen könnten i.d.R. maximal die direkt auf die Scheibe auftretenden Tröpfchen auffangen.

Die Verwendung von Visieren kann daher nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand nicht als Alternative zur MNB angesehen werden. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass die Rückhaltewirkung von Visieren auf ausgestoßene respiratorische Flüssigkeitspartikel deutlich schlechter ist.”
Quelle: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste_Infektionsschutz.html | Stand: 04.09.2020

Was kann ich tun, wenn mich das Tragen der Maske stresst?

“Das Tragen einer Maske ist meist Gewöhnungssache und wird mit der Zeit einfacher. Zu Beginn sollte alles etwas langsamer angegangen werden. Hilfreich ist es, möglichst ruhig und eher flach zu atmen – am besten in den «Bauch» hinein. Oft ist es nützlich, sich auf etwas Anderes zu konzentrieren und sich mit anderen Dingen zu beschäftigen.”

– Dr. med. Lukas Jörg, stellvertretender Leiter der Allergologisch-Immunologischen Poliklinik am Inselspital Bern

“Wir raten Ihnen darum, die Hygienemaske zu Hause in Ruhe auszuprobieren.”

– Sereina de Zordo, Leiterin Fachdienstleitungen bei aha! Allergiezentrum Schweiz

Quelle: https://www.aha.ch/allergiezentrum-schweiz/home/news/?oid=1450&lang=de&news_eintragId=1235&utm_source=Newsletter&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=aha!newsletter%20Mono-Newsletter%20Corona%20Mai%202020 | Stand: 20.05.2020

Was sollte ich beachten, wenn ich husten oder niesen muss?

“Beim Husten oder Niesen sollte möglichst kein Speichel oder Nasensekret in die Umgebung versprüht werden. Sich beim Husten oder Niesen die Hand vor den Mund zu halten, wird oft für höflich gehalten. Aus gesundheitlicher Sicht aber ist dies keine sinnvolle Maßnahme: Dabei gelangen Krankheitserreger an die Hände und können anschließend über gemeinsam benutzte Gegenstände oder beim Hände schütteln an andere weitergereicht werden.

Um keine Krankheitserreger weiterzuverbreiten und andere vor Ansteckung zu schützen, sollten Erkrankte die Regeln der sogenannten Husten-Etiquette beachten, die auch beim Niesen gilt:

  • Halten Sie beim Husten oder Niesen mindestens einen Meter Abstand von anderen Personen und drehen Sie sich weg.
  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch. Verwenden Sie dies nur einmal und entsorgen es anschließend in einem Mülleimer mit Deckel. Wird ein Stofftaschentuch benutzt, sollte dies anschließend bei 60°C gewaschen werden.
  • Und immer gilt: Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen!
  • Ist kein Taschentuch griffbereit, sollten Sie sich beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase halten und ebenfalls sich dabei von anderen Personen abwenden.”

Quelle: https://www.infektionsschutz.de/hygienetipps/hygiene-beim-husten-und-niesen.html | Stand 16.03.2020

Ansteckung mit dem Coronavirus

Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung?

“Die Inkubationszeit gibt die Zeit von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung an. Die mediane Inkubationszeit wird in den meisten Studien mit 5 Tagen angegeben. In verschiedenen Studien wurde berechnet, zu welchem Zeitpunkt 95% der Infizierten Symptome entwickelt hatten, dabei lag die 95. Perzentile der Inkubationszeit bei 10-14 Tagen ”
Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText5 | Stand 04.09.2020

Welche Krankheitszeichen werden durch das neuartige Coronavirus ausgelöst?

“Als häufigste Krankheitszeichen werden in Deutschland Husten und Fieber berichtet. Es sind aber auch eine Reihe weiterer Krankheitszeichen wie beispielsweise Schnupfen, Verlust des Geruchs-/Geschmackssinns, Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeine Schwäche möglich.

Eine Infektion kann ohne Krankheitszeichen bleiben, es sind aber auch Krankheitsverläufe mit schweren Lungenentzündungen bis hin zu Lungenversagen und Tod möglich.”
Quelle: https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/fragen-und-antworten/krankheitsverlauf-und-immunitaet.html#faq3758 | Stand 14.09.2020


“Zu den im deutschen Meldesystem am häufigsten erfassten Symptomen zählen Husten, Fieber, Schnupfen, sowie Geruchs- und Geschmacksverlust. Der Krankheitsverlauf variiert in Symptomatik und Schwere, es können symptomlose Infektionen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod auftreten.”
Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText7 | Stand: 04.09.2020

Wie lange sind erkrankte Personen ansteckend?

“Basierend auf realen Daten wurde geschätzt, dass eine relevante Infektiosität bereits zwei Tage vor Symptombeginn vorhanden ist und die höchste Infektiosität am Tag vor dem Symptombeginn liegt. In einer Studie mit neun Patienten wurde die Ausscheidungsdynamik vermehrungsfähiger Viren aus Proben von Rachen und Sputum untersucht. Abstrichproben vom Rachen enthielten vermehrungsfähige Viren bis zum vierten Tag nach Symptombeginn, aus dem Sputum bis zum achten Tag nach Symptombeginn. Weder im Stuhl (verfügbare Proben ab dem sechsten Tag nach Symptombeginn), noch im Urin oder Serum konnten vermehrungsfähige Viren (im Urin und Serum auch keine SARS-CoV-2-RNA) nachgewiesen werden. In einer ähnlichen Untersuchung von 26 kultur-positiven nasopharyngeal und endotracheal gewonnenen Proben wurden bis zum siebten Tag nach Symptombeginn vermehrungsfähige Viren nachgewiesen. In einer Studie aus den USA mit 43 Pflegeheimbewohnern, für die das Datum des Symptombeginns bekannt war, wurden bis zu sechs Tagen vor und bis zu neun Tagen nach dem Symptombeginn vermehrungsfähige Viren im Nasen- bzw. Mund-Rachenraum nachgewiesen.”

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText10 | Stand 04.09.2020

Tests und Diagnose des Coronavirus

Wer sollte getestet werden?

“Das RKI empfiehlt eine niederschwellige Testung aller Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung. Konkret bedeutet dies:

  • Akute respiratorische Symptome jeder Schwere und/oder Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn bei ALLEN Patienten unabhängig von Risikofaktoren
  • Kontakt zu laborbestätigtem COVID-19-Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn UND jegliche mit COVID-19 vereinbare Symptome
  • Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie UND Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in einer Pflegeeinrichtung/Krankenhaus”

Quelle: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste_Diagnostik.html | Stand 03.07.2020


“Grundsätzlich ist bei allen Personen, bei denen wegen der klinischen Symptomatik ein Verdacht auf COVID-19 vorliegt, eine frühzeitige labordiagnostische Abklärung mittels PCR anzustreben. […]
Zudem sollten im Zuge der Ausbruchsdiagnostik auch enge Kontaktpersonen getestet werden, auch wenn diese keine Symptome aufweisen. Da ein PCR Test allerdings nur eine Momentaufnahme darstellt und sich die Person in Inkubationszeit befinden könnte, verkürzt sich durch ein negatives Testeregbniss die Quarantäne nicht.”
Quelle: https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus—Haeufig-gestellte-Fragen/FAQ–Testungen-und-Quarantaene.html | Stand: 17.09.2020

Ich gehöre einer Risikogruppe an und fühle mich gesund – brauche ich einen Test?

“Nein.
Ein PCR-Test sollte nur bei Krankheitszeichen zur Klärung der Ursache durchgeführt werden, bei einer gesunden Person hat ein PCR-Test nur eine sehr begrenzte Aussagekraft. (Auch ein negatives Ergebnis kann eine Infektion nicht mit Sicherheit ausschließen.)
Wenn man gesund ist, sich aber noch in der Inkubationszeit befindet, sagt ein negativer Test auf COVID-19 nichts darüber aus, ob man doch noch krank werden kann. Ein PCR-Test stellt daher keinesfalls eine Schutzmaßnahme dar.
Personen, die der Risikogruppe angehören, brauchen daher nicht getestet werden, wenn sie sich gesund fühlen. Das gilt auch für deren Bezugspersonen.
Schutzmaßnahmen, wie z.B. regelmäßiges Händewaschen, auf Händeschütteln und Umarmen verzichten und Abstand halten, sind unbedingt zu beachten!”
Quelle: https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus—Haeufig-gestellte-Fragen/FAQ–Testungen-und-Quarantaene.html | Stand 17.09.2020

Ich gehöre einer Risikogruppe an und habe Symptome – brauche ich einen Test?

“Bei jeder Form einer akuten respiratorischen Infektion (mit oder ohne Fieber) mit mindestens einem der folgenden Symptome, für das es keine andere plausible Ursache gibt, sollte eine Abklärung erfolgen:

  • Husten,
  • Halsschmerzen,
  • Kurzatmigkeit,
  • plötzlicher Verlust des Geschmacks-/Geruchssinnes.

Wenn Sie befürchten, erkrankt zu sein, bleiben Sie zu Hause und kontaktieren Sie die telefonische Gesundheitsberatung 1450 [Anmerkung: in Österreich] oder Ihre betreuende Hausärztin/Ihren Hausarzt. Durch beide Wege kann eine Testung eingeleitet werden.”
Quelle: https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus—Haeufig-gestellte-Fragen/FAQ–Testungen-und-Quarantaene.html | Stand 17.09.2020

Wie wird eine Infektion mit SARS-CoV-2 labordiagnostisch nachgewiesen?

“Die Feststellung einer akuten Infektion mit dem SARS-CoV-2 erfolgt mittels direktem Erregernachweis (z.B. Genomnachweis mittels PCR, Antigennachweise, Virusisolierung):

PCR-Test: Das Virusgenom wird über hoch-sensitive, molekulare Testsysteme nachgewiesen (real-time PCR). Die reine Testzeit beträgt etwa 4 bis 5 Stunden. Die Zeit zwischen Probenentnahme und Ergebnismitteilung kann ein bis zwei Tage betragen, je nach Probenaufkommen kann die Ergebnismitteilung länger dauern.

In der frühen Phase sind Abstriche aus den oberen Atemwegen als Probenmaterial besonders geeignet (Rachenabstriche bzw. Nasopharyngealabstriche). In späteren Phasen können außerdem Sekrete aus den unteren Atemwegen (z.B. Sputumproben) zur Untersuchung genutzt werden. In Einzelfällen konnte virales Erbmaterial bis zum Tag 42 nach Symptombeginn nachgewiesen werden. Der Nachweis von SARS-CoV-2 ist auch im Stuhl und seltener im Blut möglich; zur Wertung der Aussagekraft dieser Nachweise fehlen umfassende Untersuchungen.

Antigen-Test: Ein Test, der innerhalb von wenigen Minuten eine akute Infektion mit SARS-CoV-2 aus einem Rachenabstrich identifizieren soll. Allerdings weisen bisherige Testverfahren eine Infektion lange nicht so zuverlässig nach wie ein PCR-Test.

Virusanzucht: Für Forschungszwecke spielt die Virusanzucht aus Patientenmaterialien in Zellkultursystemen eine große Rolle, da sie zur Einschätzung der Infektiosität des Patienten herangezogen werden kann. Die Virusanzucht setzt sowohl eine besondere Expertise als auch dafür ausgelegte Labore voraus (in Deutschland ein Labor der Sicherheitsstufe 3). In publizierten Forschungsstudien konnte infektiöses Virus aus Abstrichen bis Tagen 8-9 nach Symptombeginn angezüchtet werden.

Indirekte Nachweise erfassen die Reaktion des Körpers auf die Infektion (Immunsystem, z.B. Bildung von Antikörpern, Entzündungsreaktionen):

Antikörper-Test: Ein Test auf SARS-CoV-2-spezifische Antikörper im Blut/Serum ist derzeit insbesondere für epidemiologische Fragestellungen zur Klärung der Verbreitung des Virus sinnvoll. Zwischen Beginn der Symptomatik und der Nachweisbarkeit spezifischer Antikörper vergehen ca. ein bis zwei Wochen (in Einzelfällen auch mehr). SARS-CoV-2 spezifische Antikörper können sowohl während der akuten Infektionsphase als auch nach Abklingen von Symptomen bzw. Eliminierung des Virus aus dem Körper nachgewiesen werden. Antikörperteste sind daher zur Feststellung einer aktuellen Infektion nicht geeignet, können aber die Diagnostik ergänzen, insbesondere, wenn zwei aufeinanderfolgende Blutproben untersucht werden und Antikörperverläufe (IgM, IgA, IgG) analysiert werden. Die vorliegenden Validierungsdaten von Antikörpernachweisen reichen noch nicht aus, um einen einmaligen IgM-Nachweis zur Feststellung einer aktuellen Infektion als ausreichend betrachten zu können. Bei negativer PCR und fortbestehendem klinischem Verdacht kann der Nachweis einer Serokonversion für die Feststellung einer stattgefundenen Infektion hilfreich sein.

Bildgebende Diagnostik: Zur Ergänzung der molekularen Diagnostik sollte bei schweren Krankheitsverläufen auch eine radiologische/bildgebende Diagnostik der Atemwege erfolgen.”

Quelle: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste_Diagnostik.html | Stand 22.05.2020

Behandlung und Langzeitfolgen des Coronavirus

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen für das neuartige Coronavirus zur Verfügung?

“Nur ein Teil der COVID-19-Erkrankungen verläuft schwer. Im Zentrum der Behandlung der Infektion stehen die optimalen unterstützenden Maßnahmen entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes.

Verschiedene spezifische Therapieansätze wurden und werden im Verlauf der SARS-CoV-2-Pandemie in Studien untersucht. Zwei Arzneimittel erwiesen sich jeweils in einer bestimmten Gruppe von COVID-19-Erkrankten als wirksam.

Als Arzneimittel, welches sich direkt gegen das Virus richtet, erhielt Remdesivir am 03. Juli 2020 eine bedingte Zulassung durch die Europäische Kommission zur Anwendung bei schwer erkrankten Patientinnen und Patienten. Das Arzneimittel Dexamethason, welches imunmodulatorisch wirkt, d. h. über das körpereigene Abwehrsystem, erhielt eine positive Bewertung durch die Europäische Kommission für die Anwendung bei bestimmten Patientengruppen mit einer Infektion durch SARS-CoV-2.”

Quelle: https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/fragen-und-antworten/krankheitsverlauf-und-immunitaet.html | Stand 06.10.2020


“Alle Schutzmaßnahmen und Vorkehrungen, die weltweit im Kampf gegen COVID-19 getroffen werden, stellen in erster Linie eine Überbrückung dar, bis eine Impfung und/oder wirksame Medikamente gegen COVID-19 entwickelt werden. Und obwohl die Entwicklung von Impfstoffen gegen das neue Coronavirus rasant voranschreitet, wird es noch einige Zeit dauern, bis ein Impfstoff zugelassen und in benötigter Menge vorhanden sein wird.

Umso wichtiger ist die Behandlung der Erkrankung. Und angesichts der beispiellosen globalen Anstrengungen und erster vielversprechender Erfolge stehen die Chancen gut, vielleicht schon im ersten Quartal des kommenden Jahres einen Durchbruch in der medikamentösen Therapie von COVID-19 zu erlangen.

Das Hauptaugenmerk wird dabei auf Medikamente gerichtet, die für andere Indikationen zugelassen und gut bekannt sind und die nun „umfunktioniert“ werden können (Repurposing).

Die bisher erfolgversprechendsten Medikamenten sind folgende drei.

Remdesivir. Wirkweise: Antiviral. Ursprünglich gegen Ebola entwickelt, richtet sich das Medikament direkt gegen das Virus, in dem es die Virusreplikation, also die Vermehrung der Viren, weitgehend unterbindet. Remdesivir ist geeignet, die Krankheitsdauer um einige Tage zu verkürzen. Remdesivir ist von FDA (USA) und EMA (Europa) zur Therapie von COVID-19 zugelassen. Dieses Medikament wird in der Frühphase der Erkrankung kritisch kranken Patienten, die sauerstoffpflichtig sind, intravenös verabreicht. Patienten, die nicht auf der Intensivstation betreut werden, erhalten das Medikament für 5 Tage, jene, die auf der Intensivstation liegen, meist über 10 Tage.

Dexametason. Wirkweise: Entzündungshemmend. Dieses Kortisonpräparat kommt in der zweiten Phase der Erkrankung zum Einsatz. Ein Grund für gefährliche COVID-19-Verläufe ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems, bei der Zytokine (Proteine, die die Abwehr von Krankheitserregern steuern, vorwiegend Interleukine) unkontrolliert freigesetzt werden. Um diesen „Zytokinsturm“ zu dämpfen, kommt Dexametason zum Einsatz. Erste Daten deuten darauf hin, dass der Einsatz dieses Medikamentes die Sterblichkeit von kritisch Kranken, die auf der Intensivstation liegen und Sauerstoff benötigen, reduzieren kann. Allerdings sind hier noch nicht alle Fragen beantwortet, zumal unlängst eine Arbeit aus Brasilien ausschließlich bei älteren Erwachsenen einen Vorteil zeigen konnte. Zurzeit werden in Österreich COVID-19-Patienten mit passender Indikation rund eine Woche mit diesem Medikament behandelt.

APN01. „Penninger-Medikament“. Wirkweise: Antiviral. „Wir versperren dem Virus die Tür und schützen die Organe“, erläutert der nun in Kanada tätige Österreicher Prof. Dr. Josef Penninger die zugrundliegende Idee. Bei dem im Rahmen der Forschung um die Coronaviruserkrankungen SARS und MERS entwickelten Wirkstoff handelt es sich um ein synthetisch hergestelltes lösliches ACE. ACE (Angiotensin Converting Enzyme) ist ein Enzym, das vorwiegend in den Endothelzellen der Lunge gebildet wird und ein wichtiger Baustein in einem komplexen Hormonsystem ist, der unter anderem für die Blutdruckregulation sowie den Wasser- und Elektrolythaushalt mitverantwortlich ist.

APN01 soll zum einen die Viren abfangen und damit am Eintritt in die Zellen hindern. Zum anderen bleibt die ACE2-Enzymfunktion erhalten, sodass es, wie körpereigenes ACE; Angiotensin II abbauen kann. Dadurch sollen entzündliche Reaktionen in der Lunge und damit akute Lungenschäden (ALI) und ein akutes Atemnotsyndrom (ARDS) verhindert werden.

Erste Fallberichte zeigen vielversprechende Ergebnisse: klinische Verbesserung, rapide Verringerung der Viruslast und der Entzündungsmediatoren sowie Entwicklung spezieller Antikörper, die die Virusvermehrung hemmen.

Ob das Medikament „hält, was es verspricht“ wird zurzeit in einer Phase-II-Studie überprüft, an der als eines von 16 Krankenhäusern auch das Kepler Universitätsklinikum Linz teilnimmt. Die Studie läuft noch. Eine erste Auswertung wird aber heuer noch erwartet.

(Re)Konvaleszenten Plasma. Wirkweise: Passive Immunisierung. Dabei werden Antikörper von Genesenen an COVID-19-Patienten transfundiert, die selbst noch keine Antikörper gebildet haben. Dadurch können Schwere und Dauer der Erkrankung positiv beeinflusst werden.

Es werden auch noch diverse andere Medikamente hinsichtlich eines „Repurposing“ untersucht. So zum Beispiel Immunmodulatoren, die gegen Rheumatoide Arthritis oder entzündliche Darmerkankungen entwickelt wurden und die nun gegen die überschießende Entzündungsreaktion zum Einsatz kommen sollen. Anti-Interleukin 6 zum Beispiel hat zumindest in Fallberichten günstige Effekte auf Patienten auf der Intensivstation mit zunehmendem Sauerstoffbedarf und/oder künstlicher Beatmung gezeigt. Zuvor muss allerdings mittels Laboranalyse überprüft werden, ob es im Zytokinsturm Hinweise auf hochreguliertes Interleukin 6 gibt.”

Quelle: https://www.ogp.at/covid-19-pandemie-aus-der-sicht-es-infektiologen/ | Stand 12.10.2020

Ist man nach einer durchgemachten COVID-19-Erkrankung immun?

“Diese Frage lässt sich zurzeit nicht eindeutig beantworten.

Bei einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 kann der Körper Antikörper bilden, die das Virus neutralisieren und zu Immunität führen können. Antikörper sind in der Regel in der zweiten Woche nach Beginn der Erkrankung nachweisbar, jedoch nicht bei allen Infizierten. Unklar ist auch, wie robust und dauerhaft eine aufgebaute Immunität ist und ob es dabei von Mensch zu Mensch Unterschiede gibt.

Die Erfahrungen mit anderen Coronavirus-Erkrankungen wie SARS (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom) und MERS (Middle East Respiratory Syndrome) deuten darauf hin, dass eine aufgebaute Immunität bis zu drei Jahre anhalten könnte. Ob dies auch bei COVID-19 der Fall ist, lässt sich noch nicht sagen. Hierfür sind weitere Studien erforderlich, die den Verlauf der Abwehrleistungen im Körper über einen längeren Zeitraum beobachten.”

Quelle: https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/fragen-und-antworten/krankheitsverlauf-und-immunitaet.html | Stand 16.10.2020

Was ist das Post-COVID-Syndrom?

“Unter dem aus dem Griechischen kommenden Begriff „Syndrom“ verstehen wir in der Medizin das Zusammentreffen bzw. gemeinsame Bestehen mehrerer Symptome, die durch das gleiche Krankheitsgeschehen verursacht werden. Ein ‚Post-COVID-Syndrom‘ würde also zwei Umstände bedingen: einerseits das weitere Bestehen mehrerer Symptome nach Abklingen der akuten Krankheitsphase und andererseits deren gemeinsame Ursache in der ursprünglichen SARS-CoV-2-Infektion.

Und tatsächlich wird im Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen sehr häufig über das Auftreten von Fatigue, einem Zustand größter Erschöpfung, sowie Dyspnoe, Atemnot, und neuropsychologischen Symptomen berichtet. In Abhängigkeit der jeweiligen Studienpopulation werden solche Symptome bei 35% der ambulant behandelten COVID-Patienten und bei 87% bei Hospitalisierten gesehen.”

Quelle: https://www.ogp.at/covid-19-pandemie-aus-der-sicht-es-infektiologen/ | Stand 16.10.2020


“Die Auswirkungen einer Infektion mit dem Coronavirus auf Körper und Psyche sind vielseitig. Nach einer überstandenen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 berichten viele Menschen über anhaltende Beschwerden wie:

  • ständige Müdigkeit und Schwäche (Fatigue)
  • Husten und Luftnot
  • Schmerzen oder
  • Verlust des Geruchs- und Geschmacksempfindens

Außerdem berichten viele Patienten über eine anhaltende seelische und psychische Belastung z.B. durch erforderliche Isolierungsmaßnahmen oder intensivmedizinische Behandlungen mit Ängsten und einer Posttraumatische Belastungsreaktion.

Dies kann noch verstärkt werden z.B. durch Kurzarbeit mit der Sorge den Arbeitsplatz zu verlieren oder Probleme mit der Versorgung von Kindern oder häuslicher Gewalt.

Mediziner sprechen bei diesen Auffälligkeiten vom Post-Covid-Syndrom. Auch Patienten mit leichten Covid-19-Verläufen sind davon betroffen. In einer kürzlich publizierten Studie in der amerikanischen Fachzeitschrift JAMA wird berichtet, dass über 80% dieser Patienten an einer oder mehreren dieser Beschwerden anhaltend leiden.”

Quelle: https://www.albert-schweitzer-klinik.de/fachbereiche-krankheitsbilder/krankheitsbilder-a-z/post-covid-syndrom/ | Stand 16.10.2020

Bedeutung des Coronavirus für chronisch Erkrankte

Ist die Versorgung mit Arzneimitteln gesichert?

“Laut aktuellen Information der Pharmaunternehmen und des Großhandels ist derzeit die Versorgung mit Arzneimittel gesichert. Die Situation wird aufmerksam überwacht. Es besteht aus heutiger Sicht keinerlei Notwendigkeit für eine private Überbevorratung.

Daher ergeht der Hinweis an die Bevölkerung:
Es besteht keine Notwendigkeit sich im Rahmen viel zitierter sog. „Hamsterkäufe“ mit Arzneimittel einzudecken. Kauf und Abgabe in Apotheken sollen nur in einem geregelten und dem Zweck und Bedarf entsprechenden Rahmen mit notwendigen Mengen stattfinden. Es gibt keinen Grund für eine private Überbevorratung.”
Quelle: https://www.basg.gv.at/marktbeobachtung/amtliche-nachrichten/detail/arzneimittel-aktuell-gesichert-kein-grund-fuer-private-ueberbervorratung-hamsterkaeufe | Stand: 14.3.2020


“Das BASG überwacht aufmerksam gemeinsam mit der europäischen Arzneimittelagentur EMA und den nationalen Partnern der Mitgliedstaaten die möglichen Auswirkungen des Ausbruchs der neuartigen Coronavirus-Krankheit (COVID-19) auf die pharmazeutischen Lieferketten. Bisher liegen keine Berichte über zusätzliche aktuelle Engpässe oder Versorgungsstörungen bei in der EU vermarkteten Arzneimitteln aufgrund dieses Ausbruchs vor. Die Situation unterliegt einer strengen Überwachung, da bei einer weiteren Ausbreitung und insbesondere länger andauernden COVID-19 Situation mögliche Herausforderungen in der Versorgungssituation in Einzelfällen nicht ausgeschlossen werden können.”
Quelle: https://www.basg.gv.at/marktbeobachtung/amtliche-nachrichten/detail/hinweis-zu-moeglichen-auswirkungen-der-coronaviruserkrankung-covid-19-auf-die-versorgungslage-von-arzneimitteln | Stand: 10.3.2020

Welchen Online-Apotheken kann ich vertrauen?

“Um sich vor betrügerischen Anbietern zu schützen, sollten Medikamente ausschließlich in einer örtlichen Apotheke oder dem der Apotheken zugeordneten und zertifizierten, legalen Online-Shop – der bei der Behörde registriert sein muss – gekauft werden.

Alle legalen, registrierten Online-Apotheken haben ein gemeinsames Logo, mit dem Sie bestätigen können, dass die Website korrekt und legal registriert ist. Das Logo besteht aus einem Rechteck mit horizontalen Streifen und einem weißen Kreuz in der linken Hälfte. Darunter befindet sich die Flagge des EU-Landes (für Österreich: rot-weiss-rot), in dem die Online-Apotheke registriert ist.”

Quelle: https://www.basg.gv.at/marktbeobachtung/amtliche-nachrichten/detail/covid-19-vorsicht-vor-gefaelschten-arzneimitteln-von-illegalen-online-apotheken | Stand: 24.3.2020

Zusammengestellt von Dr. med. Iris Herscovici: Stand ist bei der jeweiligen Frage ersichtlich

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.