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Kurs Coronavirus und chronische Erkrankungen: Lektion 13 von 19

Coronavirus und Immundefekte

Das Coronavirus löst derzeit bei vielen Menschen Unsicherheit und Besorgnis aus. Insbesondere Personen mit Immundefekten bleiben davon keineswegs unberührt.

Aktuell werden Menschen mit Immundefekt aufgrund ihrer geschwächten Immunabwehr und somit einer allgemein höheren Infektanfälligkeit zur Covid-19-Risikogruppe gezählt. Derzeit lässt sich nicht sicher sagen, ob das Risiko für alle Immundefekt-PatientInnen erhöht ist. Jedoch wird speziell bei jenen mit Lungenbeteiligung ein höheres Risiko für eine COVID-Infektion mit schwerem Verlauf angenommen. Infolgedessen sollten Sie auf Ihren Schutz besonders achten.

Wir haben hier für Sie Fragen und Antworten für Menschen mit Immundefekten aus verschiedenen vertrauenswürdigen Quellen zusammengestellt. Diese Fragen werden laufend erweitert. Nachfolgend erfahren Sie, was Sie beachten sollten. Klicken Sie auf eine Frage, um mehr zu erfahren.

Da sich der Wissensstand momentan laufend ändert, bitten wir Sie, sich zudem über die Internetpräsenz von offiziellen Stellen in Ihrer Region über die aktuelle Situation zu informieren.

Die Informationen werden empfohlen von:

Haben Immundefekt-PatientInnen ein erhöhtes Risiko bei SARSCoV 2 Kontakt an COVID-19 zu erkranken und einen schweren Krankheitsverlauf zu haben?

„PatientInnen die unter einem Immundefekt leiden werden derzeit zu den Risikogruppen gezählt. Es existieren allerdings noch keine gesicherten Daten zu ImmundefektpatientInnen bezüglich des Krankheitsverlaufs im Falle einer SARS-CoV 2 Infektion oder COVID-19 Erkrankung. Die Diagnosegruppe der Immundefekte umfasst viele unterschiedliche Einzeldiagnosen (Gesamtzahl >300), daher ist eine allgemeine Aussage über das Risiko aufgrund der Vielzahl an verschiedenen Ausprägungen nicht möglich. Jedoch gehen wir aktuell davon aus, dass vor allem Immundefekt-PatientInnen mit einer Lungenbeteiligung ein höheres Risiko haben an COVID-19 mit schwerem Verlauf zu erkranken.

Deshalb empfehlen wir dringend, dass sich Immundefekt-PatientInnen besonders vor einer Infektion mit SARS-CoV2 schützen.

Quelle: http://www.oegai.org/oegai/2-PDF/Information-Immundefekt_PatientInnen%20COVID-19_%C3%96GAI_09042020.pdf | Stand: 03.04.2020

Welche Maßnahmen sollen Immundefekt-PatientInnen setzen?

  • „Strenge Einhaltung der COVID-19 Verordnung von allen Menschen im Haushalt (genauere Infos hier).
  • Bei Verdacht auf eine Infektion kontaktieren Sie telefonisch ihren Hausarzt oder Facharzt und das betreuende spezialisierte Zentrum für Immundefekte.
  • Halten Sie eine Notfallsmappe bereit für den Fall, dass eine akute medizinische Versorgung notwendig wird. Diese sollte enthalten:
    – Ihre genaue Immundefekt-Diagnose
    – Wichtige Befunde
    – Medikamentenliste
    – Kontaktdaten Ihres Hausarztes/Facharztes/ betreuendes spezialisiertes Zentrum für Immundefekte
    – Kontaktdaten Ihres nächsten Angehörigen
    – e-Card
    – Lichtbildausweis”

Quelle: http://www.oegai.org/oegai/2-PDF/Information-Immundefekt_PatientInnen%20COVID-19_%C3%96GAI_09042020.pdf | Stand: 03.04.2020

Muss ich bei der Medikamenteneinnahme etwas Neues beachten?

„Für alle Immundefekt PatientInnen gilt, dass Sie bitte Ihre Medikamente weiterhin so einnehmen, wie es ihr Arzt/Ärztin verordnet hat, dies gilt auch für Immundefekt-PatientInnen mit:

  • Lungen- oder Herzkomplikationen
  • Organtransplantation
  • Kürzlich erhaltener hämatopoietischer (Knochenmarks-) Stammzelltransplantation oder Gentherapie
  • Krebstherapie
  • Immunsuppressiver oder immunmodulierender Therapie”

Quelle: http://www.oegai.org/oegai/2-PDF/Information-Immundefekt_PatientInnen%20COVID-19_%C3%96GAI_09042020.pdf | Stand: 03.04.2020

Wie kann sich die Einnahme von Immunsuppressiva auf die Symptome der COVID-19 Erkrankung auswirken?

„Die häufigsten Symptome einer Infektion mit dem neuen Coronavirus-2 (COVID-19 Erkrankung) sind das neue Auftreten von:“

  • ! Husten und/oder Atemnot
  • ! und / oder hoher (Körper-)Temperatur (über 37,8 ° C)

Die Einnahme von Immunsuppressiva (insbesonders Kortikosteroiden) kann die Symptome einer Infektion (Fieber u.a.) verschleiern. PatientInnen unter solcher Therapie sollten deshalb sofort Ihre/n Arzt/Ärztin kontaktieren, wenn sie unerklärliche Veränderungen ihres Wohlbefindens bemerken.”

Quelle: http://www.oegai.org/oegai/2-PDF/Information-Immundefekt_PatientInnen%20COVID-19_%C3%96GAI_09042020.pdf | Stand: 03.04.2020

Was sollten PatientInnen unter Immunglobulinsubstitution (Ig-Substitution) beachten?

„Die Substitutionstherapie mit Immunglobulinen ist sicher und so wie verordnet weiterzuführen. Es gibt keine Hinweise, dass eine Steigerung der Immunglobulintherapie einen erhöhten Schutz gegen SARS-CoV 2 liefert. Die Ig-Substitution liefert Schutz gegen viele Infektionen, jedoch enthalten die aktuellen Immunglobulinpräparate keine spezifischen Antikörper = Immunglobuline gegen das neue SARS-Coronavirus 2. Bei PatientInnen, deren Gesundheitszustand keine Indikation für eine Ig-Substitution liefert, besteht daher auch kein Grund eine Ig-Substitionstherapie zu starten, da die momentan existierenden Präparate keine spezifisch schützenden Antikörper enthalten.”

Quelle: http://www.oegai.org/oegai/2-PDF/Information-Immundefekt_PatientInnen%20COVID-19_%C3%96GAI_09042020.pdf | Stand: 03.04.2020

Zusammengestellt von Dr. med. Iris Herscovici: Stand ist bei der jeweiligen Frage ersichtlich

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.