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Kurs Coronavirus und chronische Erkrankungen: Lektion 17 von 18

In Quarantäne und häuslicher Isolation leben

Wenn ein Risiko besteht, dass man sich mit dem Coronavirus angesteckt hat, muss man in Quarantäne, damit die Ausbreitung dieses Virus eingedämmt werden kann. Aber was bedeutet das konkret? Wie lange dauert die Quarantäne und wie können Sie mit den Einschränkungen bestmöglich umgehen?

Wir haben hier für Sie Fragen und Antworten aus verschiedenen vertrauenswürdigen Quellen zusammengestellt. Diese Fragen werden laufend erweitert. Klicken Sie auf eine Frage, um mehr zu erfahren.

Da sich der Wissensstand momentan laufend ändert, bitten wir Sie, sich zudem über die Internetpräsenz von offiziellen Stellen in Ihrer Region über die aktuelle Situation zu informieren.

Die Informationen werden empfohlen von:

Was bedeutet Quarantäne?

“Quarantäne bedeutet, dass Personen, bei denen ein positives Testergebnis vorliegt, oder die Kontakt zu einer infizierten Person hatten, durch einen Bescheid des Amtsarztes (Gesundheitsbehörde) für 14 Tage „abgesondert“ werden. Bei schweren Fällen kann das ein Krankenhaus sein, bei milden Symptomen können diese Personen eine „Heimquarantäne“ auch zu Hause verbringen.

WICHTIG: Personen in Quarantäne dürfen die Wohnung nicht verlassen und keine privaten Besuche erhalten.

Der zuständige Amtsarzt (Gesundheitsbehörde) übernimmt die Registrierung und nimmt Telefonnummer, E-Mail, Berufsort und Wohnverhältnisse auf und informiert die betroffenen Personen über das Krankheitsbild, Krankheitsverläufe und Übertragungsrisiken, wie sie sich selbst überwachen können und wie sie sich zu Hause verhalten sollen. Personen in Heimquarantäne sollen 2 Mal täglich Fiebermessen.”
Quelle: https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus—Haeufig-gestellte-Fragen.html | Stand 16.3.2020, 12:20

Wann muss man in Quarantäne und wann nicht?

“Wenn ein hohes Risiko besteht, dass man sich angesteckt hat:

  • Wen man innerhalb der letzten zwei Wochen engen Kontakt zu einem Erkrankten mit einer COVID-19-Diagnose hatte. Ein enger Kontakt bedeutet entweder, dass man mit dem Erkrankten gesprochen hat, angehustet oder angeniest worden bin oder sonst einen engen direkten Kontakt hatte
  • bei Aufenthalt innerhalb der letzten 14 Tage in einem besonders betroffenen Gebiet/Risikogebiet
  • immer, wenn das Gesundheitsamt dies anordnet

Nicht in Quarantäne muss man, wenn man gesund ist und

  • innerhalb der letzten zwei Wochen im gleichen Raum mit einem Erkrankten mit einer COVID-19 Diagnose war, ohne einen engen Kontakt
  • in einem Gebiet mit steigenden Fallzahlen von COVID-19 war

da dann ein geringeres Risiko besteht, sich angesteckt zu haben.”

Quelle: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html |Stand 16.3.2020

Welchen Zweck hat eine Quarantäne?

“Eine weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus […] soll so weit wie möglich verlangsamt werden. Hierfür ist es notwendig, die Kontaktpersonen von labordiagnostisch bestätigten Infektionsfällen zu identifizieren und – je nach individuellem Infektionsrisiko – ihren Gesundheitszustand für die maximale Dauer der Inkubationszeit (14 Tage) zu beobachten, wenn geboten auch in häuslicher Quarantäne. […]

Das Gesundheitsamt legt im Einzelfall das konkrete Vorgehen für Kontaktpersonen fest. Zu den Empfehlungen des Gesundheitsamtes kann gehören, zu Hause zu bleiben, Abstand von Dritten zu halten, regelmäßige Händehygiene sowie eine gute Belüftung der Wohn- und Schlafräume zu achten und Haushaltsgegenstände (Geschirr, Wäsche, etc.) nicht mit Dritten zu teilen, ohne diese zuvor wie üblich zu waschen. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte ein eigenes Badezimmer genutzt werde. Hygieneartikel sollten nicht geteilt werden und die Wäsche sollte regelmäßig und gründlich (übliche Waschverfahren) gewaschen werden. Es ist wichtig, die Husten- und Niesregeln einzuhalten. Für Sekrete aus den Atemwegen empfiehlt sich die Verwendung von Einwegtüchern.

Angehörige können die Kontaktperson im Alltag z.B. durch Einkäufe unterstützen. Enger Körperkontakt sollte vermieden werden. Auch können sie helfen, indem sie für gute Belüftung der Wohn- und Schlafräume sorgen und auf regelmäßige Händehygiene achten. Kontaktoberflächen wie Tisch oder Türklinken sollten regelmäßig mit Haushaltsreiniger gereinigt werden.”

Quelle: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html | Stand 16.03.2020

Wie lange muss ich in Quarantäne bleiben?

Für Österreich gilt:
“ Üblicherweise dauert eine häusliche Quarantäne mindestens so lange an, bis zwei negative Befunde im Abstand von 24 Stunden vorliegen. Zudem muss ein ausreichend langer gesunder Zustand vorliegen, der ärztlich qualifiziert wird.”
Quelle: https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus—Haeufig-gestellte-Fragen.html | Stand 16.3.2020, 12:20


Für Deutschland gilt:
“ohne Krankenhausaufenthalt:

  • Frühestens 14 Tage nach Symptombeginn
  • Symptomfreiheit seit mind. 48 Stunden bezogen auf die akute COVID-19-Erkrankung (nach Rücksprache mit ärztlicher Betreuung)

nach vorangegangenen Krankenhausaufenthalt:

  • Frühestens 14 Tage nach Entlassung aus dem Krankenhaus
  • Symptomfreiheit seit mind. 48 Stunden bezogen auf die akute COVID-19-Erkrankung (nach Rücksprache mit ärztlicher Betreuung)”

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Entlassmanagement.html?nn=13490888 | Stand 16.3.2020

Bin ich rechtlich dazu verpflichtet mich an eine angeordnete Quarantäne zu halten?

“Die Anordnung einer Quarantäne ist in Deutschland im Infektionsschutzgesetz (IfSG) geregelt. Erwerbstätige, die wegen einer angeordneten Quarantäne einen Verdienstausfall erleiden, haben i.d.R. einen Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung. Ansprechpartner ist die anordnende Behörde. Bitte beachten Sie: Verstöße gegen eine angeordnete Quarantäne können mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden! Ausländischen Staatsbürgern wird außerdem empfohlen, ihre Botschaft über die Quarantäne- Anordnung zu informieren.”
Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Quarantaene/Flyer.pdf;jsessionid=44001E4DF01A27818D7D83F4324B4477.internet071?__blob=publicationFile | Stand 10.3.2020

Wie kann ich während der Quarantäne meine Versorgung mit Medikamenten sichern?

  • “Kontaktieren Sie Sie Ihre/n Haus- oder Facharzt/-ärztin, wenn Sie wegen einer anderen bzw. bestehenden Erkrankung dringend Medikamente oder eine ärztliche Behandlung benötigen.
  • Sagen Sie, was Sie benötigen und dass Sie unter Quarantäne stehen.
  • Kontaktieren Sie bei medizinischen Problemen, die zur Nicht-Einhaltung der Quarantäne führen können, Ihr Gesundheitsamt.
  • Bei lebensbedrohlichen akuten Erkrankungen, Vergiftungen oder schweren Verletzungen wählen Sie den Notruf (112). Beachten Sie die allgemeinen Regeln bei einem Notruf und sagen Sie, dass Sie unter Quarantäne stehen!”

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Quarantaene/Flyer.pdf;jsessionid=44001E4DF01A27818D7D83F4324B4477.internet071?__blob=publicationFile | Stand 10.3.2020


Für Österreich gilt:

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, können Kassenärztinnen und Kassenärzte Medikamente verschreiben, ohne dass Patientinnen und Patienten dafür eine Arztordination aufsuchen müssen. Durch diese Maßnahme sichert die Sozialversicherung die Versorgung mit rezeptpflichtigen Medikamenten und trägt gleichzeitig dazu bei, die Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus zu reduzieren.

Dieses neue Service kann bei Kassenärztinnen und Kassenärzten in Anspruch genommen werden, die mit e-Medikation arbeiten. Ärztinnen und Ärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker sind entsprechend informiert.

Die Rezeptverschreibung ohne Arztkontakt ist technisch bereits verfügbar. Abhängig von der jeweiligen Software in der Arztordination bzw. der Apotheke ist eine Nutzung dieses Service über e-Medikation bereits jetzt oder in den nächsten Tagen möglich. Jene Ärztinnen und Ärzte, die e-Medikation nicht nutzen, können das Rezept alternativ per Fax an die Apotheke schicken. Das sollte im Einzelfall mit der jeweiligen Apotheke bzw. dem jeweiligen Arzt abgeklärt werden.

Diese Regelung gilt für die Dauer der Pandemie und funktioniert so:

  • Patientinnen und Patienten melden sich telefonisch bei ihrer Kassenärztin bzw. ihrem Kassenarzt.
  • Die Kassenärztin bzw. der Kassenarzt verschreibt die benötigten Medikamente.
  • Das Rezept wird wie gewohnt ausgestellt. Die Informationen, welches Medikament abgegeben werden soll, gelangt über die e-Medikation elektronisch in die Apotheke.
  • Die benötigten Medikamente können ohne Papierrezept unter Angabe des Namens, der Sozialversicherungsnummer und der zuständigen Krankenkasse der Patientin bzw. des Patienten in der Apotheke abgeholt werden. Es kann auch eine andere Person (z.B. ein Angehöriger, Betreuungsperson) das Medikament abholen.

Quelle: https://www.chipkarte.at/cdscontent/?contentid=10007.857825&portal=ecardportal&viewmode=content | Stand 20.03.2020

Wie kann ich während der Quarantäne meine Versorgung mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln sichern?

Für Deutschland gilt:

  • “Bitten Sie Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn darum, Ihnen zu helfen. Sie können die Lebensmittel einfach vor Ihrer Tür abstellen.
  • Unterstützung bieten ggf. die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk (THW) oder ehrenamtlich Helfende in der Gemeinde.”

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Quarantaene/Flyer.pdf;jsessionid=44001E4DF01A27818D7D83F4324B4477.internet071?__blob=publicationFile | Stand 10.3.2020


Für Österreich gilt:
“Die Versorgung sollte von Angehörigen oder Nachbarn übernommen werden. Wenn das nicht möglich ist, können Sie sich an das Team Österreich (Initiative von Rotem Kreuz und Hitradio Ö3) unter der Nummer: 0800 600 600 (kostenlos, täglich 7-19 Uhr) wenden.

Falls eine akute medizinische Betreuung notwendig ist, muss die 1450 oder 144 verständigt werden.”
Quelle: https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus—Haeufig-gestellte-Fragen.html | Stand 16.3.2020, 12:20

Wie kann ich mit der Quarantäne besser klarkommen?

“Mit einer Quarantäne können psychosoziale Belastungen einhergehen. Dazu gehören z.B. Ängste und Sorgen vor einer Ansteckung, das Gefühl, ausgegrenzt zu werden, Einsamkeit, Anspannung oder Schlafstörungen.

  • Auch wenn Sie keinen direkten Kontakt zu Personen haben dürfen, bleiben Sie mit Freunden und Familienangehörigen über Telefon, Internet oder andere Medien in Verbindung.
  • Überlegen Sie, was Ihnen in belastenden Situationen außerdem helfen könnte.
  • Nutzen Sie vorhandene telefonische Hilfsangebote wie z.B. das Seelsorgetelefon oder Krisendienste. [Ö3 Kummernummer: 116123 – Rat auf Draht: 147 – Telefonseelsorge: 142]
  • Nutzen Sie auch in der häuslichen Quarantäne Ihre Möglichkeiten, Sport zu treiben (z.B. mit einem Heimtrainer oder machen Sie einfache Gymnastikübungen). So bleiben Sie fit und können negativen Stress abbauen.”

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Quarantaene/Flyer.pdf;jsessionid=44001E4DF01A27818D7D83F4324B4477.internet071?__blob=publicationFile | Stand 10.3.2020

Ich war womöglich in Kontakt mit einer infizierten Person und bin unter Quarantäne. Wie schütze ich andere Personen in meinem Haushalt, vor allem die mit chronischen Erkrankungen, vor einer möglichen Ansteckung?

Laut dem Robert Koch Institut sollten Sie folgende zwei Maßnahmen dringend befolgen:

  • “Generell im Haushalt nach Möglichkeit zeitliche und räumliche Trennung der Kontaktperson von anderen Haushaltsmitgliedern. Eine „zeitliche Trennung“ kann z.B. dadurch erfolgen, dass die Mahlzeiten nicht gemeinsam, sondern nacheinander eingenommen werden. Eine räumliche Trennung kann z.B. dadurch erfolgen, dass sich die Kontaktperson in einem anderen Raum als die anderen Haushaltsmitglieder aufhält.
  • Häufiges Händewaschen, Einhaltung einer Hustenetikette.”

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Kontaktperson/Management.html, Stand: 05.03.2020)

Welche konkreten Maßnahmen kann ich während der 14-tägigen Quarantäne mit chronisch Kranken ergreifen?

Allgemein gelten für Sie in häuslicher Quarantäne für 14 Tage, das entspricht nach bisherigem Stand der maximalen Dauer der bisher bekannten Inkubationszeit, dann diese konkreten Regeln:

  • “Einzelunterbringung in einem gut belüftbaren Zimmer.
  • Begrenzung der Kontakte zu anderen Menschen, insbesondere wenn sie einer Risikogruppe angehören. Dazu zählen vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, chronisch Kranke und Ältere.
  • Mitbewohner und Familienangehörige sollen sich in der Regel in anderen Räumen aufhalten oder einen Mindestabstand von mindestens ein bis zwei Metern einhalten.
  • Die Nutzung gemeinsamer Räume sollte auf ein Minimum begrenzt werden und möglichst zeitlich getrennt erfolgen. Diese Räume, vor allem Küche und Bad, müssen regelmäßig gereinigt und gut gelüftet werden.
  • Regelmäßiges gründliches Händewaschen vor und nach der Zubereitung von Speisen, vor dem Essen, nach dem Toilettengang. Zum Trocknen am besten Einweg-Papiertücher verwenden.
  • Bei Husten oder Niesen auf jeden Fall Mund und Nase mit Einweg-Taschentüchern oder gebeugtem Ellbogen abdecken – und bei Gesellschaft in eine andere Richtung niesen.
  • Täglicher Kontakt zu Arzt und Gesundheitsamt, um rasch zu handeln, falls Symptome auftreten sollten.”

Quelle: https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/covid-19/schutz-vor-ansteckung/, Stand: 18.03.2020

Was für praktischen Tipps gibt es, damit mir während der Quarantäne bzw. häuslichen Isolation nicht die Decke auf den Kopf fällt?

  • Halten Sie eine Tagesstruktur ein!
    Struktur hilft gegen Chaos, gibt Sicherheit und stärkt in Stresssituationen. Unsere Tagesstruktur ist mit einem Ritual vergleichbar: also nicht im Pyjama bleiben, sondern wie immer aufstehen, sich anziehen, die üblichen Essens-, Schlafens-, Arbeits- oder Lernzeiten einhalten. Passen Sie Ihre Tagesstruktur an die aktuelle Situation an.
  • Planen Sie Ihren Tag möglichst genau!
    Geplantes Handeln beugt Kontrollverlust und Hilflosigkeit vor. Durch geplantes Handeln hat man das Gefühl, einer Situation nicht hilflos ausgeliefert zu sein, sondern diese aktiv zu gestalten.
  • Konsumieren Sie Medien bewusst und gezielt!
    Fakten helfen gegen überschwemmende Gefühle. Seriöse und klare Informationen geben Orientierung und Sicherheit. Vermeiden Sie aber ununterbrochenen Medienkonsum.
  • Besinnen Sie sich auf Ihre Stärken!
    Ressourcen helfen, Krisensituationen durchzustehen. Innere Ressourcen sind alles, was Sie an positiven Erfahrungen in Ihrem Leben gemacht haben, alle Probleme die Sie schon überwunden und gelöst haben, Ihre Stärken und Talente, alles, was an Fähigkeiten, Neigungen etc. vorhanden ist. Ressourcen sind Kraftquellen. Aktivieren und nutzen Sie diese.
  • Bewegen Sie sich!
    Bewegung bewirkt Wunder im Kopf und wirkt sich, wissenschaftlich nachgewiesen, positiv auf unsere Psyche aus. Sport ist auch auf engem Raum möglich: Videos im Internet liefern Anregungen und Trainingsprogramme. Jeder Muskelkater ist jetzt ein Erfolg! [Auf selpers.com gibt es beispielsweise Yoga-Einheiten zum mitmachen. Die Übungen wurden speziell für BrustkrebspatientInnen ausgewählt, sind aber auch für Nicht-Betroffene geeignet.]
  • Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte über Videotelefonie!
    Verbundenheit mit der Familie oder dem Freundeskreis gibt Halt. Nutzen Sie dazu das Telefon und Videochats. „Was hat dich heute gefreut?“”

Quelle: https://www.boep.or.at/download/5e70a6b23c15c85df5000007/20160317_COVID-19_Informationsblatt.PDF Stand 19.03.2020

Was kann gegen Ängste und große Sorgen während der Quarantäne oder häuslichen Isolation helfen?

“In außergewöhnlichen Zeiten kann es zu neuen Belastungen und ungewohnten Emotionen kommen. Es braucht Zeit, sich an diese neuen Umstände und Herausforderungen zu gewöhnen.

  • Beschränken Sie Ihren Medienkonsum!
    Gestalten Sie den Medienkonsum im Bezug auf COVID-19 bewusst und limitieren Sie diesen. Immer wieder mit bestimmten Bildern und Schilderungen konfrontiert zu werden, auch von seriösen Medien vermittelt, ist nicht hilfreich sondern belastend.
  • Halten Sie sich von Panikmachern fern!
    Setzen Sie Grenzen und verzichten Sie darauf, die massenweise kursierenden SMS, E-Mails, Videos, Whatsapp-Nachrichten und Meldungen auf sozialen Medien zu COVID-19 zu lesen.
  • Fokussieren Sie auf Positives!
    Der Fokus auf positive Inhalte beruhigt und stabilisiert. Sprechen Sie mit Bezugspersonen und achten Sie auf positive Gesprächsinhalte.
  • Nehmen Sie Ihre Gefühle wahr!
    Wir alle haben unterschiedlichste Gefühle in dieser ungewohnten Situation, z.B. Verwirrung, Angst oder Stress. Diese Gefühle sind absolut verständlich, aber bei einem Zuviel wird man von ihnen überschwemmt. Nehmen Sie sich Zeit, um wahrzunehmen und auszudrücken, was Sie fühlen. Manche Menschen schreiben ihre Gefühle gerne nieder oder werden kreativ (z.B. malen, musizieren oder meditieren).
  • Sprechen Sie über Ihre Gefühle!
    Wenn Sie das Bedürfnis verspüren, mit jemandem über Ihre Gefühle zu sprechen, dann wenden Sie sich an eine hilfreiche Bezugsperson. Sollte diese im näheren Umfeld nicht vorhanden sein, holen Sie sich professionelle Hilfe, z.B. bei der Helpline des BÖP oder einem/einer klinische/n PsychologIn, welche telefonische Hilfe (z.B. über Skype) anbietet.
  • Begrenzen Sie das Grübeln!
    Grübeln ist eine der vielen Strategien im Umgang mit Stresssituationen. Ein Zuviel ist jedoch kontraproduktiv, da es zusätzlichen Stress verursacht. Überlegen Sie sich daher schon im Vorhinein Tätigkeiten, die Sie ausführen können, sollten Sie ins Grübeln verfallen. Machen Sie etwas ganz anderes, das Ihnen gut tut. Manche Menschen backen, lesen oder schreiben beispielsweise gerne.
  • Führen Sie einfache Entspannungsübungen durch!
    Angst und Entspannung kann nicht gleichzeitig passieren. Daher machen Sie Entspannungsübungen, diese reduzieren Ängste. Auch im Internet finden Sie Anleitungen für Entspannungsübungen. [Auf selpers.com gibt es beispielsweise die angeleitete Fantasiereise “Baumübung”. Der Psychotherapeut Prim. Prof. Priv. Doz. Dr. Michael Bach leitet die typische Einsteiger-Übung an, die beispielsweise Rheuma-PatientInnen dabei helfen kann, sich zu entspannen, aber auch für alle anderen zu empfehlen ist.]
  • Denken Sie daran, die Situation wird vorübergehen!
    Es ist es wichtig zu verstehen, dass der COVID-19-Ausbruch unweigerlich vorübergehen wird. Nutzen Sie einfache Möglichkeiten, um Ihr Erkrankungsrisiko zu vermindern, z.B. durch regelmäßiges Händewaschen und Vermeiden von engem zwischenmenschlichem Kontakt. Planen Sie Aktivitäten, die Sie nach dem Überstehen der Situation ausführen möchten.”

Quelle: https://www.boep.or.at/download/5e70a6b23c15c85df5000007/20160317_COVID-19_Informationsblatt.PDF Stand 19.03.2020

Wie kann ich vermeiden, dass Konflikte auftreten, wenn wir so ungewohnt viel Zeit miteinander verbringen?

“Auf engen räumlichen Verhältnissen entsteht sogenannter „Dichtestress“. Auch durch die ungewohnt viele gemeinsame Zeit können Konflikte in der Partnerschaft oder im Familienleben entstehen. All dies kann sich in Streit bis hin zu Gewalthandlungen entladen.

  • Definieren Sie klar abgegrenzte Stunden, die jede/r für sich allein verbringt.
  • Ermöglichen Sie allen Familienmitgliedern Rückzugsmöglichkeiten.
  • Sprechen Sie Ärger an, noch bevor die Situation eskaliert.
  • Machen Sie alleine einen Spaziergang um den Häuserblock oder durch den Wald.
  • Machen Sie einen täglichen Familien-Mini-Krisenstab oder -Konferenz: Wie geht’s jedem/r Einzelnen, wer braucht was, welche Ideen und Wünsche haben die Einzelnen?
  • Seien Sie nachsichtiger als sonst, sich selbst und den anderen gegenüber! Es ist durchaus eine Herausforderung für alle Familien.
  • Holen Sie sich im Bedarfsfall professionelle Hilfe bei entsprechenden Hotlines oder Krisentelefonen wie der BÖP-Helpline unter 01/504 8000. Weitere Informationen dazu finden Sie auf www.boep.or.at.”

Quelle: https://www.boep.or.at/download/5e70a6b23c15c85df5000007/20160317_COVID-19_Informationsblatt.PDF Stand 19.03.2020

Was kann ich tun, damit keine Langeweile aufkommt?

“Es kann sein, dass Sie plötzlich ungewöhnlich viel Zeit haben, da Sie möglicherweise nicht zur Arbeit gehen oder gewohnten Freizeitbeschäftigungen nachgehen können. Wichtig ist, dass Sie trotzdem eine Tagesstruktur schaffen und sich Ziele setzen, die sie erreichen können!

  • Nehmen Sie sich täglich fixe Arbeiten vor.
  • Starten Sie „Projekte“, die Sie bisher aufgeschoben haben. Auch kleine Arbeiten können jetzt erledigt werden.
  • Planen Sie genau ein Highlight pro Tag, auf das Sie sich freuen können.
  • Bleiben Sie in Kontakt mit Menschen, die Ihnen wichtig sind. Tauschen Sie sich über positive Inhalte aus und planen Sie gemeinsame Aktivitäten für die Zeit nach der Quarantäne.”

Quelle: https://www.boep.or.at/download/5e70a6b23c15c85df5000007/20160317_COVID-19_Informationsblatt.PDF Stand 19.03.2020

Wie lassen sich Aggression und Gewalt in so einer angespannten Situation vermeiden?

“Räumliche Enge, fehlende Rückzugsmöglichkeiten, der Mangel an Intimität kann zu Aggression und Gewalt führen. Steuern Sie einem Eskalation der Situation aktiv und bewusst entgegen. Folgende Möglichkeiten dazu haben Sie.

  • Erkennen und benennen Sie Gewalt. Auch bei sich selbst!
    Gewalt hat viele Formen: Schlagen, Anschreien, Abwerten, längeres Ignorieren… Seien Sie sich selbst gegenüber ehrlich und reagieren Sie wenn Sie merken, dass Sie selbst beginnen vollkommen überfordert und in der Folge gewalttätig werden.
  • Telefonieren Sie zur eigenen Entlastung!
    Telefonieren Sie mit einem Freund/einer Freundin und sei es nur, um mal wieder mit jemand anderem zu sprechen. Wenn möglich, gehen Sie in ein anderes Zimmer. Atmen Sie tief durch. Wenn das nicht reicht, wenden Sie sich an Krisentelefone wie die BÖP-Helpline unter 01/504 8000. Weitere Informationen dazu finden Sie auf www.boep.or.at.
  • Leben Sie Gewalt nicht aus!
    Negative Emotionen, Anspannung und Aggressionen sind in Ausnahmesituationen normal. Es ist nicht schlimm, jemandem gegenüber aggressive Gefühle zu haben, gefährlich wird es erst, wenn man sie auslebt.
  • Wenn Gewalt passiert: Reden Sie!
    Wenn Sie bemerken, dass andere Erwachsene zuhause gewalttätig werden – gerade gegen Kinder oder Jugendliche – reden Sie mit ihnen. Vielleicht sind Sie in dieser Situation der oder die einzige, der den Schutz des Kindes jetzt herstellen kann. Lassen Sie sich dabei unterstützen: von der Telefonberatung eines Gewaltschutzzentrums, der Männerberatung, eines Kinderschutzzentrums, von Rat auf Draht oder vom psychosozialen Dienst.
  • Holen Sie sich Hilfe, wenn Sie von Gewalt betroffen sind!
    Dasselbe gilt natürlich wenn Sie selbst von Gewalt betroffen sind: Holen Sie sich Hilfe. Hier ist wichtig, dass Sie nicht allein bleiben. Sie sind nicht allein, auch wenn es gerade in einer Isolationssituation so erscheint. Holen Sie Hilfe: Bei Freunden, Beratungseinrichtungen, bei der Telefonberatung eines Gewaltschutz – oder Kinderschutzzentrums, bei massiver Gewalt auch bei Polizei oder Kinder- und Jugendhilfe.
  • Und vor allem: holen Sie sich rechtzeitig Hilfe!
    Warten Sie nicht, bis es zu spät ist: die vorangestellten Tipps gegen Langeweile, gegen Ängste und Sorgen vor allem die Tipps gegen Konflikte helfen, mit den unangenehmen Gefühlen umzugehen, die in angespannten, oft beengten Situationen entstehen, bevor diese sich in Gewalt entladen.”

Quelle: https://www.boep.or.at/download/5e70a6b23c15c85df5000007/20160317_COVID-19_Informationsblatt.PDF Stand 19.03.2020

An wen kann ich mich wenden, wenn ich professionelle Hilfe benötige?

Deutschland:
Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 oder 116 123
Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen”: 08000 116 016

Österreich:
Helpline des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen: 01 504 8000
Rat auf Draht: 147
Telefonseelsorge: 142
Frauenhelpline: 0800 222 555
Männerberatung: 01 603 28 28
Ö3 Kummernummer: 116 123

Schweiz:
Die Dargebotene Hand: 143
Beratungsstelle Frauen-Nottelefon: 052 213 61 61

Zusammengestellt von Dr. med. Iris Herscovici: Stand ist bei der jeweiligen Frage ersichtlich

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